Not und Verzweiflung im Libanon: Kinder klammern sich an ihre Spielsachen und Haustiere

17.03.2026 | von Save the Children

Uhr Lesedauer: 3 Minuten


17.03.2026, Save the Children leistet derzeit im Libanon, in den besetzten palästinensischen Gebieten und in Syrien humanitäre Hilfe für Kinder und Familien. Unsere Teams unterstützen unter anderem mit Bargeld- und Lebensmittelhilfen, Kinderschutz, Bildungsangeboten sowie psychologischer Unterstützung.


Zudem stehen wir im Irak, in Jordanien, im Jemen, in Afghanistan, in Pakistan und in der Türkei bereit, um unsere Hilfe bei Bedarf rasch auszuweiten.

Gerne vermitteln wir bei Interesse Interviews mit unseren Expert:innen in der Region.

Not und Verzweiflung im Libanon: Kinder klammern sich an ihre Spielsachen und Haustiere

  • Viele Familien liessen auf der Flucht alles zurück

  • Notunterkünfte überfüllt und unzureichend ausgestattet

  • Save the Children leistet Nothilfe und bietet psychologische Unterstützung an

Mehr als 831'000 Menschen, darunter 290'000 Kinder, wurden nach Behördenangaben in den vergangenen zwei Wochen im Libanon vertrieben – und viele von ihnen mussten selbst das Nötigste zu Hause zurücklassen. So klammern sich Kinder in überfüllten Notunterkünften an ihre Haustiere und Spielsachen, die sie schnell mitnehmen konnten und die ihnen ein wenig Trost spenden, wie Mitarbeitende von Save the Children berichten.

«Viele Familien mussten mitten in der Nacht mit leeren Händen fliehen. Die Kinder vermissen ihr Zuhause, ihre Freund:innen und ihre Schulen», sagt Nora Ingdal, Länderdirektorin von Save the Children im Libanon. «Ein Kind, das ich traf, klammerte sich an sein blaues Spielzeugauto, weil es das Einzige war, was es von zu Hause mitnehmen konnte. Eine Familie floh mit ihrer Katze, weil sie ihren Sohn beruhigt. In den Unterkünften ist aber nur selten ein spielendes Kind zu sehen. Die Gewalt muss ein Ende haben. Die Kinder leiden am meisten unter dem Konflikt und die seelischen Verletzungen werden noch lange andauern.»

Mehr als 130'000 Menschen suchten in überfüllten Schulen und Sportstadien Zuflucht. Dort gibt es zu wenige Toiletten, kaum Kochgelegenheiten und es fehlen bei kaltem Wetter Heizungen und Decken. Hinzu kommt, dass der Zugang zu lebenswichtiger medizinischer Versorgung unterbrochen ist, was beispielsweise auch Dialyse- oder Krebspatient:innen betrifft. Eine Frau musste ihr Baby in einem Auto zur Welt bringen, weil die Strassen Beiruts wegen der Massenflucht verstopft waren.

Viele Menschen im Libanon wurden bereits zum zweiten oder dritten Mal innerhalb ihres Landes vertrieben. Seit dem 2. März sind zudem knapp 120'000 Menschen nach Syrien geflohen. Einige sitzen an der syrisch-libanesischen Grenze fest. Save the Children verteilt im Libanon und an der Grenze zu Syrien Hilfsgüter wie Decken, Matratzen, Kissen, Babyartikel, Hygiene-Sets und Wasser. Zudem leistet die Kinderrechtsorganisation psychologische Erste Hilfe. Im Iran sind nach UN-Angaben bis zu 3,2 Millionen Menschen vertrieben worden und täglich kehren etwa 1700 Afghan:innen aus dem Iran nach Afghanistan zurück.

Save the Children fordert dringend ein Ende der Gewalt und appelliert an die Konfliktparteien, das humanitäre Völkerrecht zu achten, um Kinder vor weiterem Leid zu schützen. Nach Angaben des Gesundheitsministeriums wurden im Libanon bislang 850 Menschen getötet, darunter 103 Kinder.

Um Kindern in dieser emotional belastenden Situation zu helfen, bietet Save the Children in libanesischen Notunterkünften psychologische Betreuung sowie Spiel- und Freizeitaktivitäten an. Darüber hinaus unterstützt die Kinderrechtsorganisation Kinder und Familien mit Lebensmittel- und Bargeldhilfen, Kinderschutzprogrammen, Bildungsangeboten, Wasser- und Sanitärversorgung sowie Gesundheitsdiensten. Save the Children ist auch in den besetzten palästinensischen Gebieten, in Syrien, im Irak, im Jemen, in Afghanistan, in Pakistan, in Jordanien und in der Türkei aktiv.

Bei Interviewanfragen wenden Sie sich bitte an den untenstehenden Kontakt.

Kontakt
Melina Stavrinos
Fachperson Medien und Kommunikation
+41 44 267 74 68
melina.stavrinos@savethechildren.ch



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Über Save the Children:

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