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Nach den Festtagen folgt der grosse Kater – zumindest für ein Drittel der erwachsenen Bevölkerung. Eine repräsentative Befragung von Comparis zeigt: 33 Prozent der Erwachsenen in der Schweiz erleben im Januar eine Verschlechterung ihrer Finanzlage.
Besonders Junge und Familien spüren das Januarloch
Besonders junge Erwachsene (18–35 Jahre) sind mit 35 Prozent betroffen, verglichen mit 26 Prozent in der Altersgruppe 56 Jahre oder älter. Familien sind ebenfalls deutlich öfter von einem finanziellen Engpass Anfang Jahr betroffen: Haushalte mit Kindern berichteten zu 39 Prozent von einer Verschlechterung, gegenüber 30 Prozent in kinderlosen Haushalten.
Auch das Bildungsniveau spiegelt sich im Januarloch: Personen mit niedriger bis mittlerer Bildung gaben zu 37 Prozent an, dass sich ihre finanzielle Lage verschlechtert hat, im Vergleich zu 27 Prozent bei Personen mit hoher Bildung. Bei einem Einkommen von bis zu 4’000 Franken gaben entsprechend 43 Prozent eine Verschlechterung an, im Gegensatz zu 26 Prozent bei einem Einkommen von über 8’000 Franken.
Mehr als ein Drittel schnallen den Gürtel im Januar enger
Etliche Befragte schnallen im Januar konsequenterweise den Gürtel enger als sonst. 35 Prozent reduzieren ihre Ausgaben im Januar. Dieses Verhalten ist bei den jüngeren Altersgruppen stärker ausgeprägt: 38 Prozent der 18- bis 35-Jährigen und 39 Prozent der 36- bis 55- Jährigen geben weniger aus, während es bei den über 56-Jährigen nur 27 Prozent tun.
«Ende Jahr flattern etliche Rechnungen ins Haus, die beglichen werden müssen, hinzu kommen Ausgaben für die Feiertage. Das eigene Portemonnaie wird schmäler, und die persönlichen Finanzen rücken stärker in den Fokus – ebenso die guten Vorsätze. Entsprechend reduzieren viele ihre Ausgaben im Januar», sagt Comparis-Finanzexperte Michael Kuhn. «Das ist jedoch häufig nicht nachhaltig. Sinnvoller wäre ein Jahresbudget mit Einnahmen, Fixkosten und variablen Ausgaben sowie ein monatlich definierter Betrag zum Sparen oder Zurücklegen – und dass man sich im Alltag daran hält. So verliert die Rechnungsflut Ende und Anfang Jahr ihren Schrecken.»
Hohe Rechnungen und Versicherungsprämien als Januarlochtreiber
Schuld am Januarloch sind zumeist nicht Ausgaben für Weihnachtsgeschenke, die über die finanziellen Möglichkeiten hinausgehen. Sorge bereiten vielmehr hohe Rechnungen, die Anfang Jahr ins Haus flattern. «Auch zu Beginn eines Jahres stapeln sich Rechnungen im Posteingang, von denen viele bereits im Dezember ausgestellt werden. So zum Beispiel für die Motorfahrzeugsteuer, Abos für ÖV und Fitness sowie für Versicherungen wie Hausrat- und Privathaftpflicht, Gebäudeversicherung, Lebensversicherung, Zusatzversicherung und die Krankenkassen-Grundversicherung. Dazu kommen erste Hinweise, um in die Säule 3a einzuzahlen», so Kuhn.
Ebenfalls deutlich häufiger als Weihnachtsgeschenke nannten die Befragten mit Finanzeinbussen im Januar die erwarteten Versicherungsprämien. Dieser Faktor wurde in der italienischen Schweiz deutlich häufiger angegeben. Bei den Einkommensgruppen sind Befragte mit einem Bruttohaushaltseinkommen zwischen 4’000 und 8’000 Franken deutlich häufiger von Versicherungsprämien als Hauptgrund betroffen als jene mit einem tiefen Einkommen bis 4’000 Franken. «Tiefe Einkommen erhalten staatliche Entlastung, zum Beispiel durch die Prämienverbilligung oder Sozialhilfe. Die Mittelschicht hingegen muss die steigenden Kosten, etwa für die Krankenkassenprämien, selbst stemmen», so der Comparis-Experte.
Vorauszahlung lohnt sich für Personen ohne Finanzprobleme im Januar
Immerhin: Knapp mehr als die Hälfte der Befragten (56 Prozent) sagte, ihre finanzielle Situation sei im Januar unverändert. Unter den über 56-Jährigen waren es sogar 70 Prozent, im Vergleich zu 47 Prozent in der Altersgruppe 18–35 Jahre. Personen mit hoher Bildung hielten ihre finanzielle Situation zu 61 Prozent für unverändert, im Vergleich zu 51 Prozent bei Personen mit niedriger oder mittlerer Bildung.
Bei Personen ohne Januarloch rät Comparis- Finanzexperte Kuhn, die Gunst der Stunde zu nutzen und von Skonti zu profitieren – etwa bei einer Einzahlung der Krankenkassenprämien für das ganze Jahr, der Einzahlung des vollen Steuerbetrags oder des für 2026 vorgesehenen Säule-3a-Betrags. «Wer genug Reserven hat, erzielt mit der Vorauszahlung oft einen besseren Renditeeffekt, als wenn das Geld einfach auf dem Konto liegen bleibt», so Kuhn.
Am wertvollsten nach Kuhn ist die Einzahlung in die Säule 3a bereits im Januar. Hier arbeitet das Geld steuerbegünstigt das ganze Jahr. Heuer kann erstmals eine Nachzahlung in die Säule 3a für das Jahr 2025 vorgenommen werden – sofern nicht der volle Maximalbetrag einbezahlt wurde. Mit einer frühen Steuerzahlung lässt sich je nach Kanton ein kleiner Vergütungszins erwirtschaften. Bei einer Vorauszahlung der Krankenkassenprämien für das ganze Jahr können Versicherte schliesslich maximal rund 2 Prozent sparen.
Methodik
Die repräsentative Befragung wurde durch das Marktforschungsinstitut innofact im Auftrag von comparis.ch im Dezember 2025 unter 1’049 erwachsenen Personen in allen Regionen der Schweiz durchgeführt.
Weitere Informationen:
Michael Kuhn
Consumer-
Finance-
Experte
Telefon: 044 360 53 91
E-Mail:
comparis.ch
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