Schweizerische Bundesbahnen SBB: «Pflicht oder Kür?» Die neuste Kolumne von Katja Walder

08.03.2019 | von Schweizerische Bundesbahnen SBB


Schweizerische Bundesbahnen SBB

08.03.2019, Wer ist das Zugfahren leid? In ihrer neusten Kolumne zeigt Katja Walder, warum eine Zugfahrt den Charakter verändert, sobald man sie mit Gipsfuss oder Lismi-Nadeln antritt.

Dass Pendeln dem einen oder der anderen aufs Gemüt schlägt, ist nicht neu. 2017 offenbarte eine Studie, dass ein langer Arbeitsweg negative soziale und psychische Auswirkungen habe.

Langstrecken-Pendler, so zeigte die Untersuchung, waren mit ihren Lebensumständen unzufriedener als Angestellte mit einem kurzen Arbeitsweg. Besonders frustrierend: dass weniger Zeit bleibt für Freunde und Familie.

Doch was die einen belastet, ist für andere genau der Clou am Reisen im ÖV: (fast) ungestörte Ego-Zeit - zum Sinnieren, Arbeiten, Schlafen, Telefonieren (mit letzterem wäre auch gleich erklärt, warum die Reise für andere nur «fast» ungestört ist…).

Manchmal ist Zugfahren aber auch die Rettung. So wie im Fall von Pascal. Ihn habe ich neulich im Zug kennengelernt, als ich fast über seinen Gipsfuss gestolpert bin. Er strahlte mit seinem Lächeln im Gesicht eine buddhistische Ruhe aus und wir kamen gleich ins Gespräch.

Er sei für vier Monate krankgeschrieben, erzählte er mir. Damit ihm nicht die Decke auf den Kopf falle, habe er sich für diese vier Monate ein GA gekauft. Damit reise er derzeit von frühmorgens bis spätabends durch die ganze Schweiz - stundenlang.

Dabei lasse er sich unterhalten von der Welt, die vor dem Fenster vorbeirattert, von Begegnungen, Erlebnissen, Beobachtungen. «Was söu ig o süsch mache?» fragte er mich strahlend und in sympathischem Berndeutsch, «deheim hocke u ad Wang starre?».

Die «Strickrunde» in der S4
Ähnlich reisebegeistert muss das besondere Reisetrüppli sein, von der mir René, eine andere Zugbekanntschaft, erzählte. In der S4, die ab St. Gallen in zwei Stunden rund um den Säntis fährt, treffe sich ab und zu eine fröhliche Strickrunde.

Am Fenster hänge jeweils ein Zettel mit dem Vermerk «Strickrunde» und in zwei, drei Abteilen sässen strickende, häkelnde, tratschende Frauen. Ab und zu steige (Küsschen, Küsschen) eine aus, dann steige eine zu, wie sie halt entlang der Strecke wohnen würden.

Wann diese Strickrunde sei, wollte ich von René wissen, und wer sie initiiert habe. Keine Ahnung, meinte er mit einem Schulterzucken. Aber diese Runde habe ihn angeregt zu einem «zugigen Zmorgen mit Freunden».

Und so luden sie eines Tages Kannen, Picknicktaschen, Tisch und Büffet in besagte S4 ein und zwei Stunden später wieder aus. Wie die Zugbegleiter während dem zweistündigen Brunch reagiert hätten, wollte ich wissen. Renés Antwort: «Gut! Die luden wir nämlich zu Kaffee und Gipfeli ein!».


Medienkontakt:
Katja Walder
Tel. +41 51 220 41 11
press@sbb.ch

Über Schweizerische Bundesbahnen SBB:
Wir bringen täglich über 1,25 Millionen Reisende und 205'000 Tonnen Güter ans Ziel. Aber wir sind mehr als nur die Eisenbahn: 32'300 leidenschaftliche Mitarbeitende machen uns zum Rückgrat des öffentlichen Verkehrs und arbeiten mit uns an unserer Vision für die Mobilität der Zukunft.

Im Jahr 1902 begann die bewegte Geschichte der Schweizerischen Bundesbahnen SBB. Die Züge der Schweizerischen Centralbahn (SCB) verkehrten zwar schon seit 1. Januar 1901 auf Rechnung des Bundes, die gesetzlichen Voraussetzungen zur Gründung der SBB mussten aber erst noch geschaffen werden.

In der denkwürdigen Abstimmung vom 20. Februar 1898 hatten die Stimmberechtigten mit 386 634 Ja gegen 182 718 Nein dem «Bundesgesetz betreffend Erwerbung und Betrieb von Eisenbahnen für Rechnung des Bundes und die Organisation der Verwaltung der Schweizerischen Bundesbahnen» zugestimmt. Der Abstimmungskampf war äussert heftig: Die Befürworter argumentierten unter dem Motto «Die Schweizer Bahnen dem Schweizer Volk» für die Vorteile einer Vereinheitlichung des Bahnwesens unter der Kontrolle des Bundesstaates. Die Gegner der Vorlage warnten vor einem zusätzlichen Beamtenheer, das die Macht des Bundes vergrössern und gleichzeitig seine Finanzen zerrütten würde.

Bereits im Oktober 1900 konstituierte sich der Verwaltungsrat der SBB; er umfasste damals nicht weniger als 25 durch den Bundesrat gewählte Mitglieder, dazu kamen weitere 25 durch die Kantone und Halbkantone gewählte Mitglieder sowie vier durch die Kreiseisenbahnräte gewählte Mitglieder.

Schon im November 1900 kam ein Vertrag über den freihändigen Ankauf der Schweizerischen Centralbahn (SCB) durch den Bund zustande, und am 14. Dezember 1900 gab die Bundesversammlung ihre Zustimmung zu diesem Ankauf. Nun war Eile geboten, denn schon aufs Neujahr 1901 sollte dieser Handel rechtskräftig werden. So kommt es, dass der erste am Neujahrsmorgen 1901 in Bern aus Zürich–Aarau–Olten eingetroffene Zug um 2.00 Uhr vor seiner Weiterfahrt nach Lausanne–Genf festlich begrüsst wurde.

Der Betrieb der SCB-Linien erfolgte aber zunächst noch mit SCB-Personal, aber auf Rechnung des Bundes. Mitte 1901 löste dann die Generaldirektion der SBB das Eidgenössische Eisenbahndepartement als Aufsichtsbehörde der SCB ab.

Da auf den 1. Januar 1902 auch die Schweizerische Nordostbahn (NOB) unter die «Fittiche» der SBB kam, gilt dieser 1. Januar 1902 als «offizielles» Geburtsdatum der Schweizerischen Bundesbahnen.


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