Chance Ceneri 2020: Mit der NEAT verbessert die SBB das Angebot für die Kunden im Güter- und Personenverkehr.

06.08.2018 | von Schweizerische Bundesbahnen SBB


Schweizerische Bundesbahnen SBB

06.08.2018, Die SBB ist mit einigen Herausforderungen gut unterwegs, trotz der Hitze, die grosse Belastungen für die Kunden, das Personal, das Bahnnetz sowie für das Rollmaterial bedeutet. Über 450 Extrazügen bringen Reisende aus der ganzen Schweiz zu den wichtigsten Anlässen des Sommers 2018. Der Sommerfahrplan funktioniert gut und die Kunden bringen meistens viel Verständnis auf, denn noch nie hat die SBB auf ihrem Netz so viel Unterhalt in so wenig Zeit geleistet wie auf den aktuellen 30 Grossbaustellen. Dies ist nötig, um den Rückstand beim Unterhalt aufzuholen. Die Chance Ceneri 2020 mit der Fertigstellung der NEAT und deren Zulaufstrecken erlaubt es der SBB, das Angebot im nationalen und internationalen Personenverkehr zu verbessern. Primär wird der Güterverkehr stabiler und effizienter – auch dank der zunehmenden Zusammenarbeit und Koordination zwischen den wichtigsten europäischen Bahnunternehmen.

Der Betrieb der SBB läuft trotz der anhaltenden Hitze gut. Die SBB sorgt dafür, dass die zahlreichen Fahrgäste in der ganzen Schweiz sicher an ihr Ziel kommen. Ausserdem stehen für die sommerlichen Grossveranstaltungen wie das Paléo Festival Nyon und die Zürcher Street Parade über 450 Extrazüge im Einsatz; rund 1 000 Lokführer und Kundenlenkerinnen erbringen Zusatzleistungen. Der Sommerfahrplan funktioniert trotz über 30 Grossbaustellen auf dem ganzen Netz (rund 55 Kilometer Gleis mit 92 000 Schwellen und 130 000 Tonnen Schotter) gut. Parallel läuft der Pilotversuch zur Entschädigung der Kunden für Verspätungen wegen der Bauarbeiten zwischen Lausanne und Puidoux- Chexbres weiter. Die SBB wollen schritterweise bessere Entschädigungsregeln einführen, beispielweise für Ausfälle oder grosse Verspätungen von Zügen.

Chance Ceneri 2020.
Die Fertigstellung der NEAT und der Zulaufstrecken mit einer Gesamtinvestition von rund 23 Milliarden Franken ist die Voraussetzung für die Chance Ceneri 2020. Die Bauarbeiten verlaufen nach Plan; die Inbetriebnahme ist für Dezember 2020 vorgesehen. Die Zusammenarbeit zwischen den wichtigsten europäischen Bahnunternehmen Pro Rail, Deutsche Bahn, SBB, Ferrovie dello Stato Italiane und teilweise Société nationale des chemins de fer français soll eine bessere Koordination bezüglich Baustellen, Fahrplänen und Betrieb erreichen – auch in ausserordentlichen Situationen (beispielweise einem mehrmonatigen Streckenunterbruch wie in Rastatt).

Die NEAT ermöglicht ausserdem bessere Angebote im Personenverkehr. Die mit den europäischen Partnern im internationalen Fernverkehr abgemachten Ziele betreffen die Erhöhung der Pünktlichkeit im Grenzbahnhof Chiasso auf 90 Prozent mit höchstens 5 Verspätungsminuten, die Verkürzung der Fahrzeiten zwischen Zürich und Mailand mit dem neuen Giruno auf drei Stunden, den Ausbau des EC- Angebots auf zehn Zugspaare und die neuen Direktverbindungen nach Bologna und Genua. Im Tessiner Regionalverkehr entsteht mit der Inbetriebnahme des Ceneri-Basistunnels die Metrò Ticino mit 30 Minuten Fahrzeit zwischen Lugano und Locarno sowie dem Halbstundentakt zwischen Lugano, Locarno und Bellinzona.

Der Güterverkehr profitiert von mehr Kapazität, Stabilität und Effizienz. Auf der Gotthard-Achse können künftig Güterzüge mit einer Länge von 750 Metern (heute 640) und einer Kapazität von 2 000 Tonnen (heute 1 600) verkehren. Die Anzahl Trassen pro Tag soll von heute 210 auf 260 steigen. Dank einer stärkeren Zusammenarbeit mit den Partnern und einer Verbesserung der Trassenstabilität sollen die Wartezeiten an der Grenze auf höchstens 60 Minuten beschränkt werden. Ausserdem soll die Koordination der Baustellen unter den Infrastrukturbetrieben der verschiedenen Länder dem Güterverkehr jeweils Ausweichrouten zur Verfügung stellen. Diese Massnahmen sollen bis 2030 eine Produktivitätssteigerung um bis zu 30 Prozent bringen.

SBB Cargo zwischen Sanierung und Innovation.
Das laufende Sanierungsprogramm von SBB Cargo beruht auf dem Ziel, bis 2020 wieder schwarze Zahlen zu schreiben und das Betriebsergebnis um mindestens 20 Millionen Franken zu verbessern. Dadurch wird SBB Cargo bis 2023 wieder wettbewerbsfähig und selbsttragend. Die Tendenz ist insbesondere im Systemwagenladungsverkehr positiv – der Umsatz ist im ersten Halbjahr 2018 um 21,7 Millionen Franken gestiegen. Dies entspricht einer Zunahme von rund 6 Prozent.

Zurzeit entfallen 90 Prozent der Güterwagen im Wagenladungsverkehr auf rund die Hälfte der 344 Bedienpunkte. Deshalb überprüft SBB Cargo bei 170 Bedienpunkten die Produktivität. In diesem Zusammenhang stellt die Entwicklung des Cargo-Terminals Cadenazzo eine Erfolgs-geschichte dar: Von drei Kunden und 50 Umschlägen pro Monat bei der Entstehung 2012 ist das Terminal auf heute 15 Mitarbeitende, 14 Kunden und 1 700 Umschläge angewachsen. Ab Januar 2019 testet SBB Cargo als erste Güterbahn Europas in einem Pilotprojekt den Einsatz der automatischen Kupplung und Bremsprobe im kombinierten Verkehr. Seit Juli werden 100 Güterwagen umgerüstet. Gleichzeitig stattet das Werk Bellinzona ab dem 13. August 2018 zwölf Lokomotiven des Typs Re 420 mit einer Hybridkupplung aus. Die Gesamtinvestitionen belaufen sich auf 1,5 Millionen Franken.

Über Schweizerische Bundesbahnen SBB:
Wir bringen täglich über 1,25 Millionen Reisende und 205'000 Tonnen Güter ans Ziel. Aber wir sind mehr als nur die Eisenbahn: 32'300 leidenschaftliche Mitarbeitende machen uns zum Rückgrat des öffentlichen Verkehrs und arbeiten mit uns an unserer Vision für die Mobilität der Zukunft.

Im Jahr 1902 begann die bewegte Geschichte der Schweizerischen Bundesbahnen SBB. Die Züge der Schweizerischen Centralbahn (SCB) verkehrten zwar schon seit 1. Januar 1901 auf Rechnung des Bundes, die gesetzlichen Voraussetzungen zur Gründung der SBB mussten aber erst noch geschaffen werden.

In der denkwürdigen Abstimmung vom 20. Februar 1898 hatten die Stimmberechtigten mit 386 634 Ja gegen 182 718 Nein dem «Bundesgesetz betreffend Erwerbung und Betrieb von Eisenbahnen für Rechnung des Bundes und die Organisation der Verwaltung der Schweizerischen Bundesbahnen» zugestimmt. Der Abstimmungskampf war äussert heftig: Die Befürworter argumentierten unter dem Motto «Die Schweizer Bahnen dem Schweizer Volk» für die Vorteile einer Vereinheitlichung des Bahnwesens unter der Kontrolle des Bundesstaates. Die Gegner der Vorlage warnten vor einem zusätzlichen Beamtenheer, das die Macht des Bundes vergrössern und gleichzeitig seine Finanzen zerrütten würde.

Bereits im Oktober 1900 konstituierte sich der Verwaltungsrat der SBB; er umfasste damals nicht weniger als 25 durch den Bundesrat gewählte Mitglieder, dazu kamen weitere 25 durch die Kantone und Halbkantone gewählte Mitglieder sowie vier durch die Kreiseisenbahnräte gewählte Mitglieder.

Schon im November 1900 kam ein Vertrag über den freihändigen Ankauf der Schweizerischen Centralbahn (SCB) durch den Bund zustande, und am 14. Dezember 1900 gab die Bundesversammlung ihre Zustimmung zu diesem Ankauf. Nun war Eile geboten, denn schon aufs Neujahr 1901 sollte dieser Handel rechtskräftig werden. So kommt es, dass der erste am Neujahrsmorgen 1901 in Bern aus Zürich–Aarau–Olten eingetroffene Zug um 2.00 Uhr vor seiner Weiterfahrt nach Lausanne–Genf festlich begrüsst wurde.

Der Betrieb der SCB-Linien erfolgte aber zunächst noch mit SCB-Personal, aber auf Rechnung des Bundes. Mitte 1901 löste dann die Generaldirektion der SBB das Eidgenössische Eisenbahndepartement als Aufsichtsbehörde der SCB ab.

Da auf den 1. Januar 1902 auch die Schweizerische Nordostbahn (NOB) unter die «Fittiche» der SBB kam, gilt dieser 1. Januar 1902 als «offizielles» Geburtsdatum der Schweizerischen Bundesbahnen.


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