Die Allianz mit Banco Santander stellt einen weiteren Meilenstein bei der Umsetzung unserer Emerging-Market-Strategie in den Segmenten Global Life und General Insurance dar. Sie baut unsere Präsenz in Lateinamerika aus und ergänzt diese mit einem gut etablierten Versicherungsgeschäft, kommentierte Martin Senn, Zurichs CEO. Das lateinamerikanische Versicherungsgeschäft von Santander bietet eine seltene Kombination von hohem Wachstumspotential und starker Cashflow-Generierung.
«Die Allianz steht im völligen Einklang mit unseren strategischen Zielen. Sie wird unseren Marktanteil in den Schwellenländern steigern, den Wert des Neugeschäfts von Global Life erheblich erhöhen und dazu beitragen, unser Schadenversicherungsgeschäft in jenen Bereichen auszubauen, wo dies auf profitable Weise möglich ist. Zudem wird sie helfen, mittelfristig eine operative Eigenkapitalrendite nach Steuern von 16% zu erwirtschaften sowie den Cashflow zu erhöhen. Damit unterstreichen wir unserer Absicht, eine attraktive und nachhaltige Dividende auszuzahlen“, erklärte Senn.
2010 hätten das Versicherungsgeschäft von Santander und Zurich in Lateinamerika zusammengenommen ein Bruttoprämienvolumen von USD 3,9 Milliarden sowie einen Mittelzufluss von USD 2,1 Milliarden in Rentenbeiträgen generiert. Die Transaktion wird den Business-Mix der Gruppe weiter verbreitern: Der Beitrag Lateinamerikas zum Gruppenumsatz wird (auf Proforma-Basis) von derzeit 3,5% auf etwa 8% steigen und gleichzeitig wird sich der Beitrag der Schwellenländer zum Wert des Neugeschäfts von Global Life auf etwa 35% erhöhen.
Die Allianz mit Santander ermöglicht Zurich über ein Netzwerk von 5'600 Bankniederlassungen den Zugang zu 36 Millionen zusätzlichen Kunden in dieser Region. Lateinamerika stellt mit einer jungen und wachsenden Bevölkerung von 590 Millionen Menschen und einer geringen Finanzdienstleistungsdurchdringung einen der weltweit attraktivsten Versicherungsmärkte dar. Dieser Markt zeigte in den vergangenen Jahren sowohl ein starkes Wachstum wie auch eine hohe Profitabilität, und es ist davon auszugehen, dass er auch in Zukunft mit hohem Tempo wächst. Zudem entwickelt sich der Bankvertrieb in dieser Region zu einem immer wichtigeren Vertriebskanal. In Brasilien, dem grössten Versicherungsmarkt Lateinamerikas, betrug das im Bereich Bankvertrieb erzielte Prämienvolumen im Jahr 2009 40% des Gesamtvolumens.
Struktur und Finanzierung der Transaktion
Die zu gründende Zurich Santander Insurance America, S.L., mit Sitz in Madrid, wird als neue Holding für die im gemeinsamen Besitz befindlichen Unternehmen dienen. Zurich wird die Managementkontrolle über das Joint Venture haben, und beabsichtigt dieses voll zu konsolidieren. Santander wird weiterhin einen Anteil von 49% am Unternehmen halten. Damit dokumentiert Santander ihr Engagement und ihr hohes Interesse an der gemeinsamen Weiterentwicklung und dem Wachstum des Versicherungsgeschäfts.
Als Bestandteil der Transaktion wird jede lokale Versicherungsgesellschaft mit Santanders entsprechender lokaler Bankeinheit eine exklusive Vertriebsvereinbarung eingehen, die den lokalen aufsichtsrechtlichen Vorgaben unterliegt. Zu den Produkten, die über Santanders ausgedehntes Vertriebsnetz verkauft werden sollen, gehören Lebensversicherungs-, Vorsorgeschutz-, Anlage-, Renten- und Schadenversicherungsprodukte. Die Vertriebsvereinbarungen haben eine anfängliche Laufzeit von 25 Jahren.
2010 wuchs Santanders Prämienvolumen in ihrem lateinamerikanischen Geschäft im Vergleich mit dem Vorjahr um 32% auf USD 1,9 Millionen, wovon 68% auf Vorsorgeschutzprodukte, 2% auf Anlageprodukte und 30% auf Schadenversicherungsprodukte entfielen. Das Anlagevermögen im Rentengeschäft von Previdencia in Brasilien wuchs 2010 um USD 2,9 Mrd. und erreichte damit ein Volumen von USD 10,5 Mrd. Santanders lateinamerikanisches Versicherungsgeschäft erwirtschaftete 2010 einen Reingewinn von USD 328 Millionen. Das konsolidierte den Aktionären zurechenbare Eigenkapital nach GAAP betrug per 31. Dezember 2010 USD 1,9 Milliarden und die Eigenkapitalrendite (ROE) lag 2010 bei 17%.
Zurich plant, die Transaktion zu einem überwiegenden Teil aus eigenen Mitteln und den verbleibenden Betrag durch die Ausgabe einer Hybrid-Anleihe zu finanzieren. Es ist davon auszugehen, dass die Akquisition unmittelbar den Gewinn je Aktie steigern wird. Auf Proforma-Basis wird die Transaktion nur minimale Auswirkungen auf Zurichs Solvabilität haben und sich positiv auf den Cashflow auswirken.
Zurich und Santander planen, die definitiven Verträge in der ersten Jahreshälfte 2011 zu unterzeichnen. Die Abschlüsse unterliegen den entsprechenden behördlichen und aufsichtsrechtlichen Genehmigungen sowie marktüblichen Vollzugsbedingungen. Die Transaktion soll bis zum ersten Quartal 2012 abgeschlossen sein.



