Das Erdbeben der Stärke 8,8 traf Chile am 27. Februar 2010. Es kostete Hunderten von Menschen das Leben und verursachte erhebliche Sachschäden auf einem Küstenstreifen von 600 Kilometer Länge. Während die stärksten Erschütterungen im Epizentrum nur dünn besiedelte Gebiete trafen, waren dennoch mehrere Städte, so auch die Hauptstadt Santiago mit ihren mehr als fünf Millionen Einwohnern, heftigen und lange anhaltenden Erschütterungen ausgesetzt. Trotz der hoch entwickelten erdbebensicheren Bauweise in Chile wurden Hunderttausende von Gebäuden beschädigt.
Es ist in Chile gängige Praxis, dass Besitzer von mit Hypotheken belasteten Wohnbauten, von Gewerbeimmobilien und von Industrieanlagen Erdbebenversicherungen bei lokal und international operierenden Versicherern abschliessen. Dementsprechend wird dieses Erdbeben erhebliche Versicherungsleistungen für Sachschäden und Betriebsunterbrechungen nach sich ziehen. Diese Versicherungsleistungen sollen zu einer schnellen wirtschaftlichen Erholung beitragen.
Swiss Re schätzt, dass die gesamten Versicherungsschäden für die Versicherungswirtschaft durch dieses Erdbeben im Bereich von 4,0 Mrd. USD bis 7,0 Mrd. USD liegen werden. Diese grosse Bandbreite bei den erwarteten Gesamtschäden für die Versicherungswirtschaft ist auf mögliche Schwankungen bei Schäden im Bereich der fakultativen Rückversicherung sowie auf mögliche Schadenerweiterungseffekte zurückzuführen. Swiss Re rechnet aufgrund von vorläufigen Schätzungen, abzüglich weiter rückversicherter Schadenleistungen, mit einer eigenen Schadenbelastung durch das Erdbeben in Chile von etwa 500 Mio. USD. Die Unsicherheiten bei der Schadenschätzung nach solchen Katastrophen sind beträchtlich; die gegenwärtige Schätzung steht daher unter dem Vorbehalt von Änderungen aufgrund neuer Erkenntnisse.
Der heftige Wintersturm Xynthia hat Westeuropa in der Zeit vom 26. bis 28. Februar 2010 auf einer recht ungewöhnlichen Route von Südwest nach Nordost überquert. Seine Spitzenstärke erreichte der Sturm in Nordspanien und Frankreich. Während die Geschwindigkeiten der Spitzenböen deutlich unter jenen der Winterstürme Lothar und Klaus blieben, löste Xynthia starke Sturmfluten entlang der französischen Atlantikküste aus. Diese Sturmfluten forderten die meisten Todesopfer in Frankreich. Sowohl Wind- als auch Überschwemmungsschäden sind in den von Xynthia betroffenen Ländern in der Regel durch länderspezifische staatliche Versicherungsprogramme (CatNat in Frankreich, Consorcio in Spanien) sowie durch den privaten Versicherungssektor abgedeckt.
Ausgehend von vorläufigen Schätzungen geht Swiss Re davon aus, dass die eigene Schadenbelastung durch den Wintersturm Xynthia in Europa, abzüglich weiter rückversicherter Schadenleistungen, etwa 100 Mio. USD vor Steuern betragen wird.
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