RNAi – ein natürlicher Mechanismus, mit dem der Körper bestimmte Gene abschalten kann – stellt eine völlig neuartige Klasse potentieller Therapeutika für schwer zu behandelnde Krankheiten dar. Die grösste Herausforderung dieser vielversprechenden Technologie war bislang die Einbringung der RNAi-Moleküle in die Zielzelle. Die von Mirus entwickelte Applikations- und Einschleustechnik bietet eine innovative Möglichkeit für den gezielten und effektiven Transport von RNAi-Therapeutika direkt zum Ort eines bestimmten Krankheitsgeschehens.
Roche hat es sich zur Aufgabe gestellt, für Patienten mit schwer zu behandelnden Krankheiten neue Lösungswege zu finden. Mit RNAi-Therapeutika lassen sich komplexe Erkrankungen wie Krebs, Atemwegs- und Stoffwechselkrankheiten gezielt behandeln. Bereits 2007 hatte Roche eine richtungsweisende Allianz mit dem amerikanischen Biopharma- Unternehmen Alnylam Pharmaceuticals, Inc. angekündigt. Dazu gehörte unter anderem die Übernahme des europäischen Alnylam-Forschungszentrums im oberfränkischen Kulmbach. Dort befindet sich nun das etablierte Centre of Excellence von Roche für die Erforschung von RNAi-Therapeutika.
„Mit der von den Mirus-Wissenschaftlern auf dem Gebiet der RNAi-Applikation geleisteten Pionierarbeit und unserem Kulmbacher Centre of Excellence für die Erforschung von RNAi- Therapeutika steht Roche bei der Entwicklung einer völlig neuen Wirkstoffklasse für Patienten mit schwer zu behandelnden Krankheiten an allervorderster Front,“ so Lee E. Babiss, Global Head of Roche Pharma Research. „Unser internationales Forschungsteam ist bei der Entwicklung von RNAi-Therapeutika bereits weit fortgeschritten, und mit unseren neuen Kollegen in Madison erhalten unsere Anstrengungen einen weiteren grossen Schub nach vorne. Mit dem Mirus-Know-how und weiteren Technologien kommen wir der Schaffung voll funktionsfähiger, zulassungsreifer RNAi-Therapeutika einen grossen Schritt näher.“
“Mit ihrem Know-how, Ressourcen und Engagement auf dem Gebiet der RNAi-Therapeutika ist Roche für Mirus ein idealer Partner,” so Russell R. Smestad, Präsident von Mirus. „Zusammen werden wir in der Lage sein, den Fortschritt in diesem Bereich schneller und effektiver voranzutreiben als unabhängig voneinander.“
Nach der Übernahmevereinbarung geht Mirus für US$ 125 Millionen vollständig in den Besitz von Roche über, das Unternehmen wird in Madison weiter ein RNAi-Forschungszentrum betreiben. Der Mirus-Geschäftsbereich Transfektionsreagenzien wird als eigenständiges Unternehmen ausgegliedert und firmiert dann als Mirus Bio LLC - es wird nicht damit gerechnet, dass sich dieser Schritt auf bestehende Kunden auswirkt. Den Mitarbeitern wird eine Übernahme in den jeweiligen Geschäftsbereichen angeboten. Der Abschluss erfolgt zu den üblichen Standardkonditionen.



