06.01.2026 | 10:50 Uhr
| Schweizer Presserat
Lesedauer: 2 Minuten
06.01.2026, Der Artikel "Liebe Kosovarinnen, wir müssen uns wehren!", der im Oktober 2024 im "Magazin"
publiziert
wurde, löste eine Debatte über Frauenfeindlichkeit in der albanischen Gemeinschaft aus. Der
Presserat
hat nun eine Beschwerde gegen das "Magazin" abgewiesen. Der Essay von Kaltërina Latifi ist für die
Leserschaft eindeutig als Meinungsstück erkennbar. Die Autorin macht zudem von Beginn an klar,
dass
zahlreiche Personen ihre Sichtweise nicht teilen.
Der Presserat weist die Kritik zurück, dass die Autorin ihre subjektive Meinung als allgemeine
Tatsache darstelle und sie verallgemeinere. Latifi thematisiert frauenfeindliche Machtstrukturen in der
(kosovo-)albanischen Gemeinschaft und beschreibt damit ein Problem von hoher Relevanz. Indem
die
Autorin das kulturelle Wertesystem analysiert, kommt sie gar nicht darum herum, die Gemeinschaft
explizit benennen zu müssen. Die Autorin weist mehrfach in ihrem Essay darauf hin, dass sie über
soziale Normen und Traditionen schreibt, und verdeutlicht damit ausreichend, dass sich ihre Kritik
nicht
auf sämtliche (Kosovo-)Albanerinnen respektive -Albaner bezieht. Gleichzeitig anerkennt der
Presserat,
dass bei einer selektiven und voreingenommenen Lektüre der Text Vorurteile bestätigen oder gar
verstärken kann. Das ist allerdings nicht der Autorin zur Last zu legen.
Eine Aufgabe des
Journalismus ist es, gesellschaftliche Debatten anzustossen und zu führen. Im Sinne der Meinungs-
und
Medienfreiheit muss es möglich sein, eine Minderheit öffentlich und gegebenenfalls scharf zu
kritisieren.
Das "Magazin" wie auch die Autorin haben sich in der Folge der Kritik gestellt und diese
aufgenommen,
was der Presserat begrüsst.
Stellungnahme 43/2025
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--- ENDE Pressemitteilung Presserat weist Kritik am Essay über Frauenfeindlichkeit in der albanischen Gemeinschaft zurück ---
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