21.08.2026, PostFinance hat im ersten Halbjahr 2026 nach den Rechnungslegungsvorschriften für Banken einen Gewinn von 103 Millionen Franken erzielt. Trotz eines weiterhin anspruchsvollen wirtschaftlichen Umfelds, volatiler Märkte und struktureller Herausforderungen im anhaltenden Nullzinsumfeld konnte PostFinance ihre operative Ertragskraft weiter erhöhen. Die Kundenvermögen stiegen um 3,7 Milliarden Franken auf 117,5 Milliarden Franken. Besonders erfreulich entwickelte sich das Wachstum der zinsunabhängigen Anlageprodukte, deren Volumen um 2,1 Milliarden Franken zunahm. Die konsequente Kundenzentrierung, die Diversifikation der Erträge und eine hohe Kostendisziplin stärken die Widerstandsfähigkeit von PostFinance.
Als führende Anbieterin im Schweizer Zahlungsverkehr entwickelt PostFinance ihr Geschäftsmodell konsequent entlang der sich verändernden Kundenbedürfnisse weiter. Die positive Entwicklung im ersten Halbjahr zeigt, dass die Strategie Wirkung entfaltet: Die Kundenvermögen wachsen, die Nutzung von Anlage- und Vorsorgelösungen nimmt zu und die Diversifikation der Ertragsbasis schreitet voran.
«Das Vertrauen der Kund:innen ist unser grösstes Kapital. Ob bei der E-Vermögensverwaltung in der Vorsorge, dem Fractional Trading, oder im Zahlungsverkehr: Die steigenden Kundenvermögen und die hohe Nutzung unserer Angebote zeigen, dass wir die Bedürfnisse unserer Kundschaft zunehmend besser verstehen und in konkrete Lösungen übersetzen. Damit erzielen wir wichtige Fortschritte bei der Umsetzung unserer Strategie und stärken die Widerstandsfähigkeit von PostFinance Schritt für Schritt», sagt Beat Röthlisberger, CEO von PostFinance.
Kundenvertrauen und Anlagegeschäft wachsen weiter
Die Kundenvermögen stiegen gegenüber Ende 2025 um 3,7 Milliarden Franken auf 117,5 Milliarden Franken. Besonders dynamisch entwickelte sich das Anlagegeschäft: Die zinsunabhängigen Kundenvermögen erhöhten sich um 2,1 Milliarden Franken auf 25,3 Milliarden Franken. Die Neugeldzuflüsse verdoppelten sich gegenüber dem Vorjahr auf 0,5 Milliarden Franken. Digitale Anlagelösungen wie die vom Wirtschaftsmagazin «Bilanz» prämierte E- Vermögensverwaltung, das E-Trading sowie Vorsorgeangebote wurden von den Kund:innen verstärkt genutzt.
Diversifikation stärkt die Ertragsbasis
Das Zinsdifferenzgeschäft bleibt die wichtigste Ertragsquelle von PostFinance. Der Netto-Zinserfolg lag im ersten Halbjahr bei 285 Millionen Franken und damit 34 Millionen Franken unter dem Vorjahreswert. Im Vorjahr begünstigte ein einmaliger Umstellungseffekt in der Höhe von 37 Millionen Franken dieses Ergebnis. Bereinigt um diesen Effekt konnte der Zinserfolg leicht gesteigert werden. Gleichzeitig konnte PostFinance die Erträge im zinsunabhängigen Geschäft steigern. Das Kommissions- und Dienstleistungsgeschäft sowie das Handelsgeschäft lagen insgesamt 7 Millionen Franken über dem Vorjahr. Wachstumstreiber waren insbesondere das Anlagegeschäft, E-Trading sowie die verstärkte Nutzung der PostFinance Debit Card.
Kostendisziplin trägt zu robustem Ergebnis bei
Der Geschäftsaufwand konnte gegenüber dem Vorjahr um 11 Millionen Franken gesenkt werden. Damit zeigt sich, dass die organisatorische Weiterentwicklung sowie die konsequente Priorisierung von Investitionen und Ausgaben Wirkung entfalten. Gleichzeitig investiert PostFinance weiterhin gezielt in die Weiterentwicklung ihres Angebots und in digitale Lösungen für ihre Kund:innen.
Verkauf der Swissquote-Beteiligung abgeschlossen
Im ersten Halbjahr 2026 hat PostFinance den verbleibenden Anteil ihrer Beteiligung an der Swissquote Group Holding SA verkauft und damit die im Dezember 2025 begonnene Devestition abgeschlossen. Gleichzeitig hat PostFinance 60 Millionen Franken der Reserve für allgemeine Bankrisiken zugewiesen und damit ihre Risikotragfähigkeit weiter gestärkt. Die Gesamtkapitalquote von PostFinance liegt mit 27,6 Prozent deutlich über den regulatorischen Vorgaben.
PostFinance stärkt Führungs- und Kontrollfunktionen
Neben dem konsequenten Fokus auf die Kund:innen entwickelt PostFinance ihre Steuerungs- und Kontrollfunktionen gezielt weiter und stärkt damit ihre Organisation für neue Marktentwicklungen und steigende regulatorische Anforderungen. Deshalb werden die Verantwortlichkeiten für Risk, Compliance & Legal künftig neu ausgerichtet und ab dem ersten Quartal 2027 in zwei eigenständigen Units auf Geschäftsleitungsebene verankert. Der Bereich Risk wird weiterhin von Heidi Steiger geführt, für den Geschäftsbereich Compliance wird ein neues GL-Mitglied rekrutiert.
Unabhängig davon wird eine Neubesetzung in der Geschäftsleitung für die Unit Privatkunden erfolgen. Deren Leiterin Sandra Lienhart hat sich entschieden, im Frühjahr 2027 aus der Geschäftsleitung von PostFinance zurückzutreten. Ihre Expertise wird sie bei der Weiterentwicklung des Filialnetzes und im Bereich Leadership auch in Zukunft bei PostFinance einbringen.
Die künftige organisatorische Ausgestaltung sowie die Rekrutierung der Geschäftsleitungspositionen werden in den kommenden Monaten konkretisiert.
Anspruchsvolles Umfeld bleibt bestehen
Das wirtschaftliche Umfeld bleibt anspruchsvoll. Das anhaltende Nullzinsumfeld erhöht den Druck auf das Zinsgeschäft. Unsicherheiten an den Finanzmärkten sowie der beschleunigte technologische, strukturelle und regulatorische Wandel prägen die Rahmenbedingungen. PostFinance spürt den Margendruck stärker als andere Banken in der Schweiz, da sie keine Kredite und Hypotheken vergeben darf. Das weiterhin steigende negative Ergebnis im Schalterzahlungsverkehr belastet das Ergebnis im ersten Halbjahr 2026 mit 65 Millionen Franken.
PostFinance wird ihre Strategie konsequent weiter umsetzen. Im Fokus stehen die weitere Stärkung der Kundenzentrierung, die Diversifikation der Erträge sowie die gezielte Weiterentwicklung der Angebote in den Bereichen Zahlen, Anlegen und Vorsorgen. Darüber hinaus wird die Zusammenarbeit zwischen Post und PostFinance weiter gestärkt, um den Kund:innen einen noch einfacheren Zugang zu allen Dienstleistungen zu bieten und um Synergien gezielt zu nutzen. Damit schafft PostFinance die Voraussetzungen, ihre Rolle als verlässliche Partnerin für die finanzielle Grundversorgung auch künftig erfolgreich wahrzunehmen.





