Zehn Jahre voller spektakulärer wissenschaftlicher Bilder

27.04.2026 | von Schweizerischer Nationalfonds SNF

Uhr Lesedauer: 4 Minuten


Schweizerischer Nationalfonds SNF
Bildrechte: Schweizerischer Nationalfonds

27.04.2026, Der SNF-Wettbewerb für wissenschaftliche Bilder 2026 würdigt zwanzig Werke - von der Vogelmaske bis zum unterirdischen Fluss. Seit zehn Jahren vereint er über 3800 Bilder, die überraschende Einblicke in die Forschung bieten.


Eine ungewöhnliche Begegnung in den Tiefen eines Schweizer Sees, die Collage aus dem Forschungsalltag oder die Grossaufnahme eines Hagelkorns, die die Geschichte seiner Entstehung in den Wolken erzählt: Die internationale Jury des SNF-Wettbewerbs für wissenschaftliche Bilder 2026 hat unter den 314 eingereichten Werken vier erste Preise und sechzehn Auszeichnungen vergeben.

Die prämierten Bilder und Videos werden vom 9. bis 31. Mai 2026 an den Bieler Fototagen ausgestellt. "Dank unserer Zusammenarbeit mit dem Schweizerischen Nationalfonds kann die Wissenschaft aus einer ungewohnten Perspektive entdeckt werden", erklärt Sarah Zürcher, seit 2025 Direktorin des Festivals. "Auch wenn es sich nicht um künstlerisches Schaffen im engeren Sinn handelt, eröffnen diese Bilder einen neuen Blickwinkel darauf, wie Wissen entsteht und weitergegeben wird."

Die vier ersten Preise

Mit ihrem Foto einer Kollegin, die eine Vogelmaske trägt, gewinnt die Anthropologin Claire Galloni d'Istria von der Universität Genf die Kategorie "Forschungsobjekt". "Die Fotografie vermittelt meine Gedanken zum Zusammenleben von Mensch und Tier", erklärt die Forscherin. "Für mich erfüllt das Foto nicht nur den Zweck, zu illustrieren: Es bringt andere Bewusstseinsformen hervor." Die Jury ist überzeugt von der "dramatischen Inszenierung und dem radikalen Bildausschnitt, der eine leicht beunruhigende Dunkelheit betont".

Der erste Preis der Kategorie "Frauen und Männer der Wissenschaft" geht an Mirjam Widmer, Studentin am Zentrum Bildung, für ihr Portrait einer Höhlenforscherin beim Abstieg durch einen Wasserfall. Für sie zeigt das Foto, "dass Wissenschaft findet nicht nur im Labor stattfindet. Erkenntnisgewinn erfordert Mut und ist oft auch mit körperlichem Einsatz verbunden." Die Jury lobt die "technisch beeindruckende Aufnahme, die Belichtung und Bildkomposition meisterhaft vereint und uns in eine fast unzugängliche Welt entführt".

Jayant Abhir, Doktorand an der ETH Zürich, gewinnt die Kategorie "Orte und Werkzeuge". Sein Foto zeigt den Mond durch die Tragstruktur eines Teleskops, das auf La Palma in einer Höhe von 2200 Metern steht. "Dort herrscht eine einzigartige Atmosphäre, die ich durch die Fotografie vermitteln möchte", erzählt der Doktorand. Für die Jury ist dieses Werk eine "sehr schöne Komposition, die Mechanik und Natur, Nähe und Ferne sowie Abstraktion und Figuration einander gegenüberstellt".

In der Kategorie "Videos" gewinnt Inés Segovia Campos von der Universität Genf. Aufgenommen unter dem Mikroskop, dokumentiert ihr Video die kollektive Bewegung von Phytoplankton. "Es zeigt, wie sich diese einzelligen Algen ihrer Umgebung anpassen und um ihren Platz kämpfen", erklärt die Forscherin. Die Jury hebt die "klassische, präzise Aufnahme mit intensiven Farben" hervor, "die uns eine mikroskopische Welt zeigt".

Sechzehn Werke erhielten eine Auszeichnung: vom zarten Schillern von Moos, glitzernden Vitamin-B-Kristallen oder blutrot gefärbtem Balsaholz bis hin zur Begegnung zwischen einem Biologen und einem Adler auf einem Felsvorsprung in Grönland.

10 Jahre wissenschaftlicher Bilder

Der SNF-Wettbewerb für wissenschaftliche Bilder wurde im Jahr 2017 lanciert und vereint über 3800 Bilder: Sie dokumentieren die Arbeit von Forschenden, die in allen Disziplinen und Forschungsinstitutionen des Landes tätig sind. Die Bilder sind in einer Online-Galerie verfügbar und können für nicht-kommerzielle Zwecke und von den Medien verwendet werden.

"Seit zehn Jahren gibt der Wettbewerb einen realistischen Einblick in die Arbeit der Forschenden in unserem Land", sagt Torsten Schwede, Präsident des Forschungsrats des Schweizerischen Nationalfonds. "Die Bilder zeugen vom Engagement und der Kreativität junger Wissenschaftlerinnen und Wissenschaftler, die unser Wissen voranbringen und einen wertvollen Dialog mit der Gesellschaft anstossen."

Die Jury 2026

Präsident der Jury ist Patrick Gyger, Direktor des Kunstquartiers Plateforme 10 in Lausanne.

Die Mitglieder der Jury sind:

  • Jessica Hallett, Media Editor der Fachzeitschrift Nature (England)

  • Andri Pol, Fotograf (Schweiz)

  • Tess de Ruiter, Kuratorin Kunst-Wissenschaftsprojekte, Rotterdam (Niederlande)

  • Aurélie Saliba, Manager Crowdsourcing bei Adobe Stock (Deutschland).

Der Text dieser Medienmitteilung und weitere Informationen stehen auf der Webseite des Schweizerischen Nationalfonds zur Verfügung.

Pressekontakt:

Corinne Ammann

Wissenschaftskommunikation

Schweizerischer Nationalfonds

Wildhainweg 3

3001 Bern

Tel.: +41 31 308 24 81

E-Mail: corinne.ammann@snf.ch



--- ENDE Pressemitteilung Zehn Jahre voller spektakulärer wissenschaftlicher Bilder ---

Hinweis der Redaktion: Die Bildrechte liegen beim jeweiligen Herausgeber. Bildrechte: Schweizerischer Nationalfonds


Über Schweizerischer Nationalfonds SNF:

Der Schweizerische Nationalfonds (SNF) fördert im Auftrag des Bundes die Forschung in allen wissenschaftlichen Disziplinen, von Geschichte über Medizin bis zu den Ingenieurwissenschaften

Um die nötige Unabhängigkeit sicherzustellen, wurde der SNF 1952 als privatrechtliche Stiftung gegründet. Im Zentrum seiner Tätigkeit steht die Evaluation von Forschungsgesuchen. Mit der kompetitiven Vergabe öffentlicher Gelder trägt der SNF zur hohen Qualität der Schweizer Forschung bei.

In enger Zusammenarbeit mit Hochschulen und weiteren Partnern setzt sich der SNF dafür ein, dass sich die Forschung unter besten Bedingungen entwickeln und international vernetzen kann. Besondere Aufmerksamkeit schenkt der SNF dabei der Förderung des wissenschaftlichen Nachwuchses.

Zudem übernimmt er im Rahmen von Evaluationsmandaten die wissenschaftliche Qualitätskontrolle von grossen Schweizer Forschungsinitiativen, die er nicht selbst finanziert.


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