Für den VCS liegt die Lösung auf der Hand: Tempo 30. «Eine Reduktion der Geschwindigkeit von 50 auf 30 km/h senkt den Strassenlärm um rund drei Dezibel», erklärt Yves Chatton, Projektleiter Verkehrspolitik beim VCS. «Das klingt nach wenig, entspricht in der Wahrnehmung aber etwa einer Halbierung des Verkehrs.» Neben dem Schutz vor Lärm erhöht Tempo 30 auch die Verkehrssicherheit und verbessert die Aufenthaltsqualität in den Quartieren.
Beim Schutz vor Strassenlärm auf Hauptstrasse setzt der Bundesrat in seinen jüngsten Vorschlägen dennoch primär auf teure Flüsterbeläge. Tempo 30 soll erst geprüft werden, wenn diese Beläge nicht den gewünschten Effekt bringen. Für Chatton eine verfehlte Strategie: «Statt den Lärm an der Quelle mit einer günstigen und sofort wirksamen Temporeduktion zu senken, werden die Kantone, Städte und Gemeinden zu kostspieligen technischen Lösungen verpflichtet – beim wirksamsten Mittel aber ausgebremst.»
Anlässlich des internationalen Tags gegen Lärm fordert der VCS den Bundesrat auf, dem ideologischen Angriff der Autolobby gegen Tempo 30 nicht länger zu folgen. Die Gemeinden und Kantone kennen die lokalen Gegebenheiten. Sie wissen am besten, welche Lärmschutzmassnahmen vor Ort am geeignetsten sind.
Der VCS fordert den Bundesrat auf, Tempo 30 als zentrale Lärmschutzmassnahme im Siedlungsgebiet anzuerkennen und den Kantonen, Städten und Gemeinden den nötigen Handlungsspielraum zu lassen. Wo Lärmgrenzwerte überschritten werden, muss Tempo 30 gleichberechtigt und frühzeitig geprüft werden – nicht erst als letzte Option nach ungenügenden Belagssanierungen. Zahlreiche Städte und Gemeinden, die bereits heute auf Tempo 30 setzen, zeigen, dass leiser, sicherer und lebenswerter Strassenraum möglich ist.
Für weitere Auskünfte stehen zur Verfügung:
- Yves Chatton, Projektleiter Verkehrspolitik, 031 328 58 64
- Medienstelle VCS, 079 708 05 36,
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