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Armut ist auch heute noch eine Realität für jede zwölfte Person in der Schweiz. Die Winterhilfe leistet gezielte Hilfe und lindert so akute Not. Durch die Konferenz führten Präsident Prof. Dr. Thierry Carrel und Geschäftsführerin Valérie Grüter. Im Zentrum standen die Weiterentwicklung der Zusammenarbeit der Geschäftsstellen sowie der Austausch untereinander. Valérie Grüter betont: "Hinter jeder unserer Leistungen stehen Menschen, die vom in der Schweiz üblichen Wohlstand ausgeschlossen sind und dadurch nicht an gesellschaftlichen Aktivitäten teilhaben können."
Konkrete Hilfe, die Teilhabe ermöglicht
Ein Höhepunkt der Veranstaltung waren Beiträge aus den Geschäftsstellen, dieeigene Projekte vorstellten. Zwei Beispiele: "Bio buono" der Winterhilfe Tessin ermöglicht Armutsbetroffenen Zugang zu Bio-Gemüse, denn für gesunde Nahrung bleibt im knappen Budget wenig Geld. Die Wintehilfe Uri stellte zudem ihr Projekt "Das ganze Jahr Weihnachten" vor. Es ermöglicht Working-Poor die Erfüllung kleiner und grösserer Wünsche, wie einen Tagesausflug für die ganze Familie.
90 Jahre Winterhilfe. 90 Jahre Solidarität.
Mit einer Feier im Berner Rathaus blickte die Winterhilfe am 18. März 2026 auf ihr 90-jähriges Bestehen zurück. Rund 200 Gäste aus Politik, Wirtschaft und Sozialwesen nahmen daran teil und diskutierten über aktuelle Herausforderungen der Armut in der Schweiz.
Rednerinnen und Redner waren:
Thierry Carrel dankte allen Anwesenden, insbesonders den Botschafterinnen und Botschafter der Geschäftsstellen der Winterhilfe, die aus der ganzen Schweiz angereist waren: "Sie alle ermöglichen, dass die Winterhilfe heute DIE Organisation ist, die flächendeckend Einzelfallhilfe in der Schweiz leistet."
Pressekontakt:
Winterhilfe Schweiz, Esther Güdel, Tel. 044 269 40 51,
Hinweis der Redaktion: Die Bildrechte liegen beim jeweiligen Herausgeber. Bildrechte: Winterhilfe Schweiz
Die Winterhilfe Schweiz entstand im Kontext der Wirtschaftskrise der 1930er Jahre. Die Folgen dieser Weltwirtschaftskrise erreichten in der Schweiz ihren Höhepunkt im Winter 1935/36. Über 100'000 Menschen waren arbeitslos.
Diese für die Bevölkerung wirtschaftlich dramatische Lage veranlasste den Bund, die damals bereits bestehende Arbeitslosenkasse auszubauen. Allerdings waren die Leistungen der Kasse nicht gesamtschweizerisch geregelt, sondern wurden regional, teilweise sogar auf Gemeindeebene mit grossen Unterschieden gehandhabt.
Besonders in den Wintermonaten machte sich die finanzielle Notlage bemerkbar, wenn zusätzliche Aufwendungen für Heizmaterial, feste Schuhe, Winterbekleidung oder teureres Gemüse und Obst anfielen. Dabei ging es für die betroffenen Menschen tatsächlich ums Überleben: die Gefahr, sie könnten erfrieren oder verhungern war gross, ebenso konnten die Menschen durch mangelhafte Ernährung bleibende Schäden erhalten.
Bei Bund, Kantonen und Fürsorgestellen war man sich einig, dass eine «umfassende Aktion zur Unterstützung der Opfer der Wirtschaftskrise» dringend notwendig sei.
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