SSR-Initiative - Eine Schwächung der SSR hätte sehr negative Auswirkungen im Kanton Jura

12.02.2026 | von Kantonale Verwaltung Jura

Uhr Lesedauer: 3 Minuten


12.02.2026, Die Regierung des Kantons Jura lehnt die eidgenössische Volksinitiative „200 Franken genügen!“ ab, die eine drastische Kürzung der Mittel für die Schweizerische Rundfunkgesellschaft (SRG SSR) vorsieht. Eine solche Kürzung hätte unverhältnismässige Folgen für Randgebiete, sprachliche Minderheiten und insbesondere für den Kanton Jura.


Die Schweizerische Rundfunkgesellschaft (SRG SSR), insbesondere RTS, spielt eine entscheidende Rolle für die Sichtbarkeit und mediale Berichterstattung über die Jura-Region im französischsprachigen Raum und auf nationaler Ebene. Die Regionalbüros in Moutier und Delémont gewährleisten eine regelmässige und qualitativ hochwertige Berichterstattung über das politische, wirtschaftliche, kulturelle und sportliche Leben des Kantons und tragen so zu dessen Bekanntheitsgrad und nationalem Zusammenhalt bei.

Die Finanzierung der Schweizerischen Rundfunkgesellschaft (SRG SSR) über die Rundfunkgebühr basiert auf dem Prinzip der Solidarität zwischen den Sprachregionen. Mehr als ein Viertel des RTS- Budgets wird durch den deutschsprachigen Anteil der Rundfunkgebühr gedeckt, wodurch ein vielfältiges Programmangebot in vier Sprachen ermöglicht wird. Dieses System kommt somit Minderheitenregionen direkt zugute. Darüber hinaus wurde die Rundfunkgebühr bereits 2019 von 365 auf 335 Franken gesenkt und wird gemäss Bundesratsbeschluss bis 2029 weiter auf 300 Franken sinken.

Die Initiative würde die Programmvielfalt und den allgemeinen Zugang zu öffentlich-rechtlichen Inhalten, insbesondere in den Bereichen Nachrichten, Sport und Kultur, ernsthaft gefährden. Eine Reduzierung des Programmangebots würde die Bevölkerung zwingen, teure Abonnements privater Sender abzuschliessen und damit bestehende Ungleichheiten verschärfen.

Die wirtschaftlichen und sozialen Folgen wären ebenfalls erheblich. Rund 3.000 Arbeitsplätze bei der Schweizerischen Rundfunkgesellschaft (SRG SSR) und fast 3.300 Arbeitsplätze bei Partnerunternehmen wären gefährdet. In den Regionen Jura und Berner Jura würde die wahrscheinliche Schliessung der RTS-Büros in Delémont, Moutier und Biel/Bienne zum Abbau journalistischer und technischer Stellen sowie zum Verlust von Aufträgen für lokale audiovisuelle Produktionsfirmen führen.

Eine erhebliche Kürzung der Mittel für die Schweizerische Rundfunkgesellschaft (SRG SSR) würde die Übertragung von traditionsreichen regionalen Veranstaltungen wie dem Saignelégier-Markt, dem Chant du Gros-Festival, Kuhkämpfen und Ringkampfveranstaltungen sowie die Aufzeichnung und Ausstrahlung zahlreicher kultureller und religiöser Veranstaltungen gefährden. Sie würde zudem das Medienökosystem in der Westschweiz schwächen, insbesondere die Ausbildung von Journalisten am Zentrum für Journalisten- und Medienausbildung (CFJM) und die Finanzierung der Nachrichtenagentur Keystone-ATS. Derzeit leistet die SRG SSR einen wesentlichen Beitrag zur Finanzierung dieser beiden Einrichtungen, und eine Reduzierung ihrer Mittel würde die ohnehin schon stark unter Druck stehenden regionalen Zeitungen und Medien zusätzlich belasten.

Angesichts dieser Faktoren ist die Regierung der Republik und des Kantons Jura der Ansicht, dass die Initiative „200 Franken genügen!“ den öffentlich-rechtlichen Rundfunk dauerhaft schwächen und den nationalen Zusammenhalt untergraben würde. Sie fordert daher ausdrücklich deren Ablehnung.


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--- ENDE Pressemitteilung SSR-Initiative - Eine Schwächung der SSR hätte sehr negative Auswirkungen im Kanton Jura ---

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Über Kantonale Verwaltung Jura:

Der Jura ist der jüngste Kanton in der Schweiz. Er entstand aufgrund von (für Schweizer Verhältnisse massiven) kulturellen Spannungen und den darauf folgenden lokalen und eidgenössischen Volksabstimmungen vom 29. September 1978 am 1. Januar 1979 durch Abspaltung vom Kanton Bern. Die Gebiete nördlich von Biel wurden dem Kanton Bern 1815 durch Entscheidung des Wiener Kongresses als Entschädigung für die verlorenen Territorien im Aargau und der Waadt zugesprochen.

Der Kanton Bern ist politisch eher konservativ, grösstenteils protestantisch und deutschsprachig. Die Bewohner des 1815 erworbenen Gebietes, die zuvor Untertanen des in Pruntrut residierenden Fürstbischofs von Basel gewesen waren, sind dagegen eher liberal, mehrheitlich französischsprachig und - in dem den neuen Kanton bildenden Nordteil - katholisch.

Dass der Konflikt, der letzten Endes zur Abtrennung des Kantons Jura von Bern führte, ursprünglich weniger sprachlicher, sondern konfessioneller Art ist, zeigt sich daran, dass bei den Volksabstimmungen über die Kantonsgründung der zwar ebenfalls französischsprachige, aber protestantische Südteil des Berner Juras (Amtsbezirke La Neuveville, Moutier und Courtelary) stets mehrheitlich für den Verbleib bei Bern stimmte. Der deutschsprachige Bezirk Laufen ist zwar katholisch, die Sprache führte aber damals zum Entscheid, bei Bern zu verbleiben. Vom verbleibenden Kantonsgebiet nun territorial getrennt, wechselte er 1994 zum Kanton Basel-Landschaft.

Der vor allem konfessionelle Gegensatz gilt auch weiterhin, obwohl das Gewicht des Französischen im verkleinerten Kanton Bern geringer geworden ist und sich die Romands demzufolge noch unterdrückter fühlen müssten. Seit 1994 arbeitet die Assemblée Interjurassienne (eine Art von der Schweizerischen Eidgenossenschaft bestellte Kommission) an der Lösung der Jurafrage. Im September 2004 hat sie ein Projekt begonnen, das einen völlig neuen Kanton anvisiert, in dem Nord-Jura (heute Kanton Jura) und der Süd-Jura (Jura bernois) nach den Vorstellungen der Nordjurassier vereinigt werden sollen. Das Projekt soll 2006 abgeschlossen sein. Damit wird ein weiterer Anlauf unternommen, die nach den Vorstellungen des Nordjuras immer noch unterdrückten Bewohner des bernischen Südjuras von Bern zu lösen und damit die (fiktive) Einheit des jurassischen Volkes herzustellen.

Saignelégier et les Franches-Montagnes

Eine knappe halbe Stunde von La Chaux-de-Fonds und Biel entfernt, öffnet sich die grosszügige Freiberger Hochebene dem Besucher und lädt ihn ein, auf 1000 m Höhe mit den Pferden Bekanntschaft zu schliessen. Zu Fuss, zu Pferd, per Fahrrad, im Kanu, im Zigeunerwagen, per Langlaufskis oder Schneeschuhen - vielfach sind die Möglichkeiten, dies freie Natur der Franches-Montagnes zu entdecken. Tennis- Eis- und Reithallen sowie das Hallenschwimmbad ergänzen das reiche Angebot und sorgen dafür, dass der Gast bei jeder Witterung auf seine Kosten kommt.

Delémont et le pays vadais

Ungefähr 40 Autominuten von Basel und Biel entfernt, reizt das alte charmante Städtchen mit seinen Museen und Galerien zum Besuch und lädt den Reisenden ein, nicht nur die regionalen Eigenheiten zu entdecken, sondern auch den heissesten Jura-Sommer zwischen Stadt und bewundernswerten Schluchten, welche die Flüsse zwischen Bergen und Tälern gegraben haben.


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