VIER PFOTEN: Jambolina lässt ihre Vergangenheit definitiv zurück

03.02.2021 | von VIER PFOTEN - Stiftung für Tierschutz


VIER PFOTEN - Stiftung für Tierschutz

03.02.2021, Zürich – Zirkusauftritte im Balletröckchen gehörten zu Jambolinas Alltag in der Ukraine. Der Ausbruch von Covid-19 war ihr Glückslos: Jambolina konnte nicht mehr auftreten und durfte nach monatelanger Gefangenschaft in einem winzigen Käfig nun im Arosa Bärenland ein artgemässes Leben starten. Hier darf sie endlich ihren natürlichen Instinkten folgen und sie macht zurzeit ihre allererste Winterruhe.

Rückblick auf ihr Glücksjahr 2020

Jambolinas Vergangenheit in der Ukraine

Eine Braunbärin balanciert in einem Balltröckchen auf dem Seil, läuft auf den Vorderpfoten und fährt Trottinett in der Manege. In der Ukraine präsentierte Jambolina zusammen mit ihrem Dompteur ihr Leben lang Kunststücke zur Belustigung der Zuschauer. Die Bilder schockieren. «Man will sich nicht vorstellen, was ein Wildtier in so einer Situation durchmachen muss», meint Alexandra Mandoki, Länderchefin von VIER PFOTEN Schweiz. Im Alter von nur fünf Wochen wurde die in einem Zoo geborene Bärin Jambolina von einem ukrainischen Dompteur gekauft, von Hand aufgezogen und trainiert. Es folgten unzählige Zirkusauftritte, die mit langen Reisen unter nicht artgemässen Bedingungen verbunden waren. Nach den Auftritten in der Manege lebte sie in einem viel zu kleinen Käfig. Als Belohnung für die Kunststücke erhielt Jambolina oft Kekse oder gesüsstes Brot, was später auch negative Auswirkungen auf ihren Gesundheitszustand hatte. Mit dem Ausbruch von Covid-19 konnte der Besitzer keine Auftritte mehr machen und er hielt Jambolina in seiner Garage in einem 4m2 grossen Käfig gefangen. Ab und zu ging er an abgelegenen Orten mit Jambolina spazieren. Aus wirtschaftlichen Gründen sah sich der Dompteur im Jahr 2020 gezwungen, Jambolina abzugeben. Erfreulicherweise übergab er sie freiwillig der Tierschutzorganisation VIER PFOTEN, welche Jambolina ab Dezember 2020 ein neues, artgemässes Zuhause im Arosa Bärenland ermöglichte.

Wie Jambolina zurück zu ihren natürlichen Instinkten findet

Aufgrund der lebenslangen Gefangenschaft von Jambolina hatte sie nie die Gelegenheit, sich wie ein Wildtier zu verhalten. Diese Möglichkeit soll sie von nun an im Arosa Bärenland haben. Hier fokussieren sich die Tierpflegerinnen und Tierpfleger darauf, den Tieren ein möglichst naturnahes Leben zu ermöglichen. «Grundsätzlich müssen Tiere das natürliche Verhalten nicht lernen, sie haben dieses als Instinkte in sich», erklärt Dr. Hans Schmid, wissenschaftlicher Leiter im Arosa Bärenland. «Unsere Aufgabe ist es, das Gehege so auszustatten, dass diese Instinkte gelebt werden können. Das machen wir mit sogenannten Verhaltensanreicherungen. Wir verteilen zum Beispiel das Futter im ganzen Gehege, damit die Bären ganztags mit der artgemässen Nahrungssuche beschäftigt sind.» Nach der Ankunft im Arosa Bärenland erkundete Jambolina ihr neues Zuhause, zeigte aber schon bald starke Verhaltensstörungen. Sie lief bis zu 10 Stunden am Tag im Kreis, ein Kreis der etwa der Grösse ihres ehemaligen Käfigs entsprach. «Ein klares Zeichen dafür, dass die Käfighaltung bei Jambolina schwere psychische Spuren hinterlassen hat», ist man sich auf der Seite der Spezialisten sicher. Doch Jambolina fand im Arosa Bärenland zur Ruhe, scharrte Langstroh sowie Tannenzweige in ihre Höhle und zog sich zurück. Ende Dezember konnte sie endlich das tun, was für sie jahrelang nicht möglich gewesen war: Sie hält die erste Winterruhe ihres Lebens. Dr. Hans Schmid hat die ganze Entwicklung von Jambolina genau beobachtet und zeigt sich mit ihrem Entscheid äusserst zufrieden. «Dass Jambolina nach dieser Vergangenheit so schnell zur Ruhe gefunden hat, beeindruckt mich sehr. Es ist einfach wunderbar zu sehen, wie die Instinkte der Tiere funktionieren und dass Jambolina diese nun auch ausleben kann.» Wer die Braunbärin bei ihrer ersten Winterruhe beobachten möchte, kann über die Webcam auf www.arosabaerenland.ch einen Blick in die Höhle von Jambolina werfen.

Kampagne gegen Wildtiere im Zirkus

Jambolinas Zirkusleben hat im Jahre 2020 ein Ende gefunden. Ihre Geschichte ist nur eine von unzähligen Tierschicksalen weltweit.

Obwohl die Schweiz in Tierschutzbelangen als eines der fortschrittlichsten Länder der Welt gilt, hinken die Eidgenossen beim Wildtierverbot in Zirkussen weit hinter anderen Nationen hinterher. In der Schweiz gibt es weder ein Verbot noch Einschränkungen was Wildtiere im Zirkus betrifft, obwohl unter Zirkusbedingungen sowohl das Wohlergehen als auch die in der Schweiz ausdrücklich geschützte Würde von Tieren allein zum Zweck menschlicher Unterhaltung schwer beeinträchtigt werden. Zahlreiche Länder – 31 davon in Europa – kennen bereits Verbote oder weitgehende Beschränkungen für Wildtiere im Zirkus. Zurzeit führen Zirkusse in der Schweiz zwar keine Wildtiernummern mehr im Programm, aber gesetzlich wäre dies nach wie vor erlaubt. Um Wildtiere auch zukünftig vor einem Schicksal, wie dem von Jambolina zu schützen, kämpfen Tierschutzorganisationen schon seit längerem für ein Verbot von Wildtieren in Schweizer Zirkussen. Über 70'000 Menschen verlangten mit ihrer Unterschrift 2018 vom Bundesrat, dass ein solches Verbot realisiert wird. Mit der neuen ausdrucksstarken Kampagne wollen die drei Tierschutzorganisationen VIER PFOTEN, ProTier und Tier im Recht dieses Jahr der Forderung noch einmal Nachdruck verleihen.

Fotos / Videos

Rettungsvideo Jambolina : https://ftp.vier-pfoten.org/?u=wbVDnngl&p=4e0fAMRs

Copyright: © VIER PFOTEN | Stiftung Arosa Bären

Fotos und Videos dürfen kostenfrei verwendet werden. Sie dürfen nur für die Berichterstattung über diese Medienmitteilung genutzt werden. Für diese Berichterstattung wird eine einfache (nicht-ausschliessliche, nicht übertragbare) und nicht abtretbare Lizenz gewährt. Eine künftige Wiederverwendung der Fotos und Videos ist nur mit vorheriger schriftlicher Zustimmung von VIER PFOTEN gestattet.

Filmmaterial: Der Sender ist verpflichtet, das Copyright bei der Ausstrahlung zu verwenden. Der Urheberrechtshinweis kann entweder durch Einblendung der Originallogos, durch Einblendung der Schrift «VIER PFOTEN - globale Tierschutzorganisation | Stiftung Arosa Bären» oder durch eine mündliche Information, dass der Eigentümer des Materials «VIER PFOTEN – globale Tierschutzorganisation | Stiftung Arosa Bären» ist, erfolgen.

Bildmaterial Zirkus: Medien werden gebeten, bei der Ausstrahlung den Vermerk: «Das Bildmaterial wurde von Stiftung Arosa Bären | VIER PFOTEN bereitgestellt» zu verwenden:

https://four-paws.canto.global/b/K9587

Es kommt österreichisches Recht ohne seineVerweisnormen zur Anwendung, Gerichtsstand ist Wien.

Medienkontakt: Chantal Häberling, Kommunikation VIER PFOTEN, Schweiz, Enzianweg 4, 8048 Zürich, Tel. +41 43 311 80 90, chantal.haeberling@vier-pfoten.org, www.vier-pfoten.ch



--- ENDE Pressemeldung VIER PFOTEN: Jambolina lässt ihre Vergangenheit definitiv zurück ---

Über VIER PFOTEN - Stiftung für Tierschutz:
VIER PFOTEN ist die globale Tierschutzorganisation für Tiere unter menschlichem Einfluss, die Missstände erkennt, Tiere in Not rettet und sie beschützt. Dieses Jahr feiert VIER PFOTEN 20-jähriges Jubiläum in der Schweiz. Im Fokus der 1988 von Heli Dungler in Wien gegründeten Organisation stehen Streunerhunde und -katzen sowie Nutz-, Heim- und Wildtiere aus nicht artgemässer Haltung sowie aus Katastrophen- und Konfliktzonen.

Mit Büros in Australien, Belgien, Bulgarien, Deutschland, Grossbritannien, Kosovo, den Niederlanden, Österreich, der Schweiz, Südafrika, Thailand, der Ukraine, Ungarn, den USA und Vietnam sowie Schutzzentren für notleidende Tiere in zwölf Ländern sorgt VIER PFOTEN für rasche Hilfe und langfristige Lösungen. In der Schweiz ist die Tierschutzstiftung ein Kooperationspartner vom Arosa Bärenland, dem ersten Bärenschutzzentrum, welches geretteten Bären aus schlechten Haltungsbedingungen ein artgemässes Zuhause gibt.

Quellen:
news aktuell   HELP.ch


Weitere Informationen und Links:



Newsletter abonnieren
Auf  diesem Link abonnieren Sie unseren Newsletter und sind stets aktuell informiert.


Eigene News publizieren
Haben Sie eine aktuelle Firmen­infor­mation oder ein Angebot, dass Sie hier publizieren möchten?
Auf  diesem Link erfassen Sie die entsprechenden Informationen.

Swiss-press.com

Der Onlineverlag HELP Media AG publiziert seit 1996 Konsumenten­in­for­mationen für Schwei­zerinnen und Schweizer.

offene Jobs
Referenzen
  Online-Shop

HELP Media AG in Social Networks
Facebook Twitter Instagram LinkedIn Pinterest Flickr

Aktuelle News

Mit dem Digital Logbook von Schneider Electric auf Wartungstour
Schneider Electric (Schweiz) AG, 26.02.2021

Schneider Electric: Kennen Sie den Sweet-Spot bei Wartungen?
Schneider Electric (Schweiz) AG, 26.02.2021

Siehe mehr News

Schweizer Medien

Ihre Werbe­plattform

HELP.CH your e-guide ® ist ein führendes Ver­zeich­nis für Wirt­schafts- und Handels­register­daten so­wie von Firmen­adressen, 2'000 eige­nen Schweizer Web­adressen (Domains) und 150 eigen­ständigen Infor­mations­por­talen.

www.help.ch

Kontakt

Email:
info@help.ch

Adresse:
HELP Media AG
Geschäftshaus Airgate
Thurgauerstrasse 40
8050 Zürich


Zertifikat:
Sadp.ch


Copyright © 1996-2021 HELP Media AG, Geschäftshaus Airgate, Thurgauer­strasse 40, CH-8050 Zürich. Alle Angaben ohne Gewähr. Im­pres­sum / AGB, Nut­zungs­bedin­gungen, Daten­schutz­er­klärung