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SECO: Pandemie prägt Schweizer Arbeitsmarkt im Jahr 2020

08.01.2021 | von Staatssekretariat für Wirtschaft SECO


Staatssekretariat für Wirtschaft SECO

08.01.2021, Bern - Das SECO hat am 8. Januar 2021 die neusten Zahlen zum Schweizer Arbeitsmarkt im Jahr 2020 publiziert. Die Arbeitsmarktentwicklung war 2020 durch die Covid-19 Krise geprägt. Dank massivem Einsatz von Kurzarbeitsentschädigung (KAE) konnten die negativen Auswirkungen der Krise auf die Unternehmen und die Arbeitnehmenden sehr stark abgedämpft werden. Gleichwohl stieg die Zahl der registrierten Stellensuchenden und Arbeitslosen ab Mitte März, ausgehend von einem tiefen Ausgangsniveau, steil an. Gemäss den Erhebungen des SECO resultierte im Jahresdurchschnitt 2020 eine Arbeitslosenquote von 3,1%.

Ab Juni nahm die Zahl der Stellensuchenden dann nur noch leicht zu und bei den Arbeitslosen waren zeitweise leichte Rückgänge zu verzeichnen. Mit 163’545 lag die Arbeitslosenzahl Ende Dezember 2020 um 46’268 bzw. um 39,5% höher als ein Jahr zuvor. Die Zahl der Stellensuchenden lag mit 260’318 um 67’363 bzw. um 34,9% über dem Wert von Dezember 2019. Ein ähnlich hoher Wert war zuletzt im Februar 1997 mit 251'377 Stellensuchenden gemessen worden.

Rückblick: Arbeitslosigkeit und Kurzarbeit im Jahr 2020
Die jahresdurchschnittliche Arbeitslosenzahl für 2020 beläuft sich auf 145‘720 Personen und liegt damit um 38'788 Personen oder 36,3% höher als 2019. Für das Berichtsjahr 2020 resultiert daraus im Jahresmittel eine Arbeitslosenquote von 3,1%, was einer Zunahme um 0,8 Prozentpunkte gegenüber 2019 (2,3%) entspricht. Die Anzahl der Stellensuchenden lag im Jahresdurchschnitt 2020 bei 230’017. Gegenüber 2019 war somit eine Zunahme um 48’219 Personen (+26,5%) zu verzeichnen.

Die Jugendarbeitslosenquote (15- bis 24-Jährige) liegt im Mittel 1,0 Prozentpunkte höher als im Vorjahr und steigt damit auf einen Jahresdurchschnittswert von 3,2%. Die Arbeitslosenquote der älteren Arbeitnehmer (50- bis 64-Jährige) hat mit einem Jahresdurchschnitt von 2,9% ebenfalls zugenommen (+0,7 Prozentpunkte gegenüber 2019).

Dass die Arbeitslosigkeit im Zuge des massiven Rückgangs der Wertschöpfung im ersten Halbjahr 2020 nicht noch stärker zugenommen hat, ist auf den massiven Einsatz von Kurzarbeitsentschädigung (KAE) zurückzuführen. Ausgehend von einem sehr tiefen Niveau im Februar (5’045), schnellte die Zahl der Arbeitnehmenden mit KAE im März auf 1,0 Millionen und im April auf einen historischen Höchstwert von rund 1,3 Millionen hoch. In den Monaten Mai bis September ging diese Zahl im Zuge der Lockerung der gesundheitspolitischen Massnahmen dann wieder deutlich zurück; im Oktober wurde bislang für 219’388 Arbeitnehmende KAE abgerechnet. In den Wintermonaten dürfte dieser Wert v.a. auf Grund der zweiten Welle der Covid-19 Pandemie und damit verbundenen Massnahmen nochmals deutlich ansteigen. Im Monat November waren 645’493 Arbeitnehmende zum Bezug von KAE vorangemeldet.

Der Bund stattete die Arbeitslosenversicherung wegen der coronabedingten Auswirkungen mit einer ausserordentlichen Zusatzfinanzierung in der Höhe der für die Abrechnungsperioden des Jahres 2020 geleisteten Kurzarbeitsentschädigungen aus. Somit wird der Ausgleichsfonds der Arbeitslosenversicherung das Rechnungsjahr 2020 gemäss aktuellen Schätzungen mit einem Gesamtertrag von 19,02 Mrd. Franken (2019: 8,06 Mrd.) und einem Gesamtaufwand von 18,83 Mrd. Franken (2019: 6,50 Mrd.) mit einem Einnahmenüberschuss von 0,19 Mrd. Franken (2019: 1,56 Mrd.) abschliessen.

Die Haupteinnahmen bestehen aus den Beiträgen der Versicherten und Arbeitgebern von 7,49 Mrd. Franken (2019: 7,38 Mrd.) und dem COVID-19-Bundesbeitrag von 10,78 Mrd. Franken. Die Hauptausgaben beinhalten üblicherweise die Arbeitslosenentschädigungen, die sich 2020 auf 6,38 Mrd. Franken beliefen (2019: 4,83 Mrd.). Im letzten Jahr war die Kurzarbeitsentschädigung mit 10,78 Mrd. Franken (2019: 0,03 Mrd.) der mit Abstand höchste Ausgabenposten.

Sollte der Arbeitslosenversicherung aufgrund der coronabedingten Auswirkungen auch im Jahr 2021 eine Überschuldung drohen, haben Bundesrat und Parlament die Möglichkeit, in Kenntnis der zu diesem Zeitpunkt bestehenden finanziellen Lage über eine weitere ausserordentliche Zusatzfinanzierung zu entscheiden.

Arbeitslosigkeit: Kennzahlen für Dezember 2020

Registrierte Arbeitslosigkeit im Dezember 2020:
Gemäss den Erhebungen des Staatssekretariats für Wirtschaft (SECO) waren Ende Dezember 2020 163’545 Arbeitslose bei den Regionalen Arbeitsvermittlungszentren (RAV) eingeschrieben, 10’275 mehr als im Vormonat. Die Arbeitslosenquote stieg damit von 3,3% im November 2020 auf 3,5% im Berichtsmonat. Gegenüber dem Vorjahresmonat erhöhte sich die Arbeitslosigkeit um 46’268 Personen (+39,5%).

Jugendarbeitslosigkeit im Dezember 2020:
Die Jugendarbeitslosigkeit (15- bis 24-Jährige) erhöhte sich um 204 Personen (+1,2%) auf 17’694. Im Vergleich zum Vorjahresmonat entspricht dies einem Anstieg um 5’304 Personen (+42,8%).

Arbeitslose 50-64 Jahre im Dezember 2020:
Die Anzahl der Arbeitslosen 50-64 Jahre erhöhte sich um 3’241 Personen (+7,7%) auf 45’530. Im Vergleich zum Vorjahresmonat entspricht dies einer Zunahme um 12’391 Personen (+37,4%).

Stellensuchende im Dezember 2020:
Insgesamt wurden 260’318 Stellensuchende registriert, 9’179 mehr als im Vormonat. Gegenüber der Vorjahresperiode stieg diese Zahl damit um 67’363 Personen (+34,9%).

Gemeldete offene Stellen im Dezember 2020:
Auf den 1. Juli 2018 wurde die Stellenmeldepflicht für Berufsarten mit einer Arbeitslosenquote von mindestens 8% schweizweit eingeführt, seit 1. Januar 2020 gilt nun neu ein Schwellenwert von 5%. Die Zahl der bei den RAV gemeldeten offenen Stellen verringerte sich im Dezember um 3’635 auf 25’226 Stellen. Von den 25’226 Stellen unterlagen 13’246 Stellen der Meldepflicht.

Abgerechnete Kurzarbeit im Oktober 2020:
Im Oktober 2020 waren 219’388 Personen von Kurzarbeit betroffen, 15’197 Personen mehr (+7,4%) als im Vormonat. Die Anzahl der betroffenen Betriebe erhöhte sich um 2’663 Einheiten (+13,2%) auf 22’853. Die ausgefallenen Arbeitsstunden nahmen um 940’177 (+7,9%) auf 12’812’300 Stunden zu. In der entsprechenden Vorjahresperiode (Oktober 2019) waren 129’600 Ausfallstunden registriert worden, welche sich auf 1’772 Personen in 113 Betrieben verteilt hatten.

Aussteuerungen im Oktober 2020:
Gemäss vorläufigen Angaben der Arbeitslosenversicherungskassen belief sich die Zahl der Personen, welche ihr Recht auf Arbeitslosenentschädigung im Verlauf des Monats Oktober 2020 ausgeschöpft hatten, auf 2’245 Personen.


Medienkontakt:
Antje Baertschi
Leiterin Kommunikation und Mediensprecherin SECO
Tel. +41 58 463 52 75

Livia Willi
Mediensprecherin, SECO
Tel. +41 58 469 69 28

Bitte schicken Sie Ihre schriftlichen Medienanfragen an: medien@seco.admin.ch

--- ENDE Pressemeldung SECO: Pandemie prägt Schweizer Arbeitsmarkt im Jahr 2020 ---

Über Staatssekretariat für Wirtschaft SECO:
Das SECO ist das Kompetenzzentrum des Bundes für alle Kernfragen der Wirtschaftspolitik. Sein Ziel ist es, für ein nachhaltiges Wirtschaftswachstum zu sorgen. Dafür schafft es die nötigen ordnungs- und wirtschaftspolitischen Rahmenbedingungen.

Arbeitgebende und Arbeitnehmende sollen von einer wachstumsorientierten Politik, vom Abbau von Handelshemmnissen und von der Senkung der hohen Preise in der Schweiz profitieren.

Innenpolitisch wirkt das SECO als Schnittstelle zwischen Unternehmen, Sozialpartnern und Politik. Es unterstützt die regional und strukturell ausgewogene Entwicklung der Wirtschaft und gewährleistet den Arbeitnehmerschutz.

Mit seiner Arbeitsmarktpolitik leistet es einen Beitrag zur Verhinderung und Bekämpfung der Arbeitslosigkeit und damit zur Erhaltung des sozialen Friedens.

Das SECO trägt dazu bei, Schweizer Gütern, Dienstleistungen und Investitionen den Zugang zu allen Märkten zu öffnen. Aussenpolitisch arbeitet es aktiv an der Gestaltung effizienter, fairer und transparenter Regeln für die Weltwirtschaft mit.

Quelle:
HELP.ch   Schweizerische Eidgenossenschaft


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