SNF fördert 36 neue Corona-Forschungsprojekte

19.05.2020 | von Schweizerischer Nationalfonds SNF


Schweizerischer Nationalfonds SNF

19.05.2020, Bern - In der Sonderausschreibung Coronaviren werden mit zehn Millionen Franken gesellschaftliche und biomedizinische Aspekte von Epidemien erforscht. Die Projekte können am 1. Juni 2020 starten. Als sich die aktuelle Pandemie abzeichnete, reagierte der SNF rasch und lancierte am 6. März 2020 die Sonderausschreibung Coronaviren. Das Interesse der Forschenden war gross.

- Eingereichte Gesuche: 284 - Aus formellen Gründen abgelehnte Gesuche: 13 - Begutachtete Gesuche: 271 - Bewilligte Projekte in der Biomedizin: 22 von 169 - Bewilligte Projekte in den Sozial- und Geisteswissenschaften: 10 von 70 - Bewilligte Projekte in den MINT-Disziplinen: 4 von 32

Der SNF hat in der Folge das Budget der Sonderausschreibung von fünf Millionen auf zehn Millionen Franken erhöht. In nur einem Monat begutachteten internationale Expertinnen und Experten alle Gesuche. Mit den vorhandenen Mitteln konnten schliesslich die 13 Prozent der am höchsten bewerteten Projekte bewilligt werden. Trotz des Zusatzbudgets blieb die Auswahl somit äusserst kompetitiv und der SNF sah sich gezwungen, zahlreiche ausgezeichnete Forschungsvorhaben abzulehnen.

Von Immungedächtnis bis Begräbnisritualen

Die nun geförderten Projekte spiegeln die thematische Breite wider. Sie können im Online-Projektregister zur Covid-19-Forschung in der Schweiz eingesehen werden. Fünf Beispiele:

- Volker Thiel, Ronald Dijkman von der Universität Bern und Isabella Eckerle von der Universität Genf untersuchen die Reaktion des Lungenepithels auf eine Infektion mit Sars-CoV-2. Damit wollen sie vorhersagen können, ob ein Patient einen milden oder schweren Krankheitsverlauf haben wird.

- Charlotta Sirén, Joakim Wincent, Dietmar Grichnik und Michael Hudecheck von der Universität St. Gallen sowie Gerard George von der Singapore Management University wollen Satellitendaten und Medieninformationen auswerten, um die Reaktionen der Menschen auf Pandemien weltweit zu verstehen. Daraus soll auch ein Frühwarnsystem entwickelt werden.

- Marc-Antoine Berthod von der Fachhochschule Westschweiz in Lausanne und Gaëlle Clavandier von der Universität Saint-Étienne betrachten die Begräbnisrituale in Zeiten des Abstandhaltens. Sie führen Interviews mit Bestatterinnen und Bestattern sowie mit Familienangehörigen durch, um mehr über ihre Kreativität im Umgang mit dem Tod zu erfahren.

- Thomas Peter und Ulrich Krieger von der ETH Zürich erforschen die Anwendung von Essigsäuregas als Desinfektionsmittel gegen Sars-CoV-2 in der Luft. Dafür muss die Wirksamkeit bei Konzentrationen getestet werden, die für Menschen verträglich sind.

- Andrew Macpherson und Stephanie Ganal-Vonarburg von der Universität Bern studieren die Bildung des Immungedächtnisses bei über 200 Menschen, die im Spital arbeiten. Damit wollen sie die die Frage klären, ob Personen, die einmal krank waren, für die Zukunft immun gegen das Virus sind.

Komplementär zum NFP "Covid-19"

Die Sonderausschreibung Coronaviren ist komplementär zum am 30. April 2020 ausgeschriebenen und vom Bundesrat in Auftrag gegebenen Nationalen Forschungsprogramm "Covid-19" (NFP 78). Die Sonderausschreibung hat auch zukünftige Pandemien im Fokus und enthält deshalb einen wesentlichen Anteil an sozial- und geisteswissenschaftlichen Projekten.

Pressekontakt:

Schweizerischer Nationalfonds (SNF)

Abteilung Kommunikation

Tel.: +41 31 308 23 87

E-Mail: com@snf.ch



--- ENDE Pressemeldung SNF fördert 36 neue Corona-Forschungsprojekte ---

Über Schweizerischer Nationalfonds SNF:
Der Schweizerische Nationalfonds (SNF) fördert im Auftrag des Bundes die Forschung in allen wissenschaftlichen Disziplinen, von Geschichte über Medizin bis zu den Ingenieurwissenschaften

Um die nötige Unabhängigkeit sicherzustellen, wurde der SNF 1952 als privatrechtliche Stiftung gegründet. Im Zentrum seiner Tätigkeit steht die Evaluation von Forschungsgesuchen. Mit der kompetitiven Vergabe öffentlicher Gelder trägt der SNF zur hohen Qualität der Schweizer Forschung bei.

In enger Zusammenarbeit mit Hochschulen und weiteren Partnern setzt sich der SNF dafür ein, dass sich die Forschung unter besten Bedingungen entwickeln und international vernetzen kann. Besondere Aufmerksamkeit schenkt der SNF dabei der Förderung des wissenschaftlichen Nachwuchses.

Zudem übernimmt er im Rahmen von Evaluationsmandaten die wissenschaftliche Qualitätskontrolle von grossen Schweizer Forschungsinitiativen, die er nicht selbst finanziert.

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