Zürcher Tierschutz: Deklaration entlarvt skrupellose Läden voller Qualpelz

08.01.2020 | von Zürcher Tierschutz


Zürcher Tierschutz

08.01.2020, Zürich (ots) - Der Zürcher Tierschutz kritisiert mit der Kampagne «echt Pelz - echt grausam» seit 2014 gewissenlose Schweizer Modehäuser. Seine neue Ladenrecherche zeigt: 87% der Pelzartikel waren zumindest teilweise deklariert, doch bei 31% war die Gewinnungsart verschleiert. Marderhund-Pelz lag im Vergleich zu 2017 fast doppelt so oft vor, die Hälfte davon kam aus China. Profitgierige Firmen wie Fashion Stylers oder Kofler überfluten die Schweiz mit solch brutalem Qualpelz aus engsten Käfigen.

Nach 2014 und 2017 hat der Zürcher Tierschutz im November 2019 eine neue Ladenrecherche durchgeführt. In 18 Läden der Deutschschweiz wurden insgesamt 307 Pelzartikel wie Jackenkrägen und Bommelmützen hinsichtlich der gesetzlichen Deklarationspflicht von Tierart, Herkunft und Gewinnungsart untersucht.

Der Anteil deklarierter Pelzartikel ist gestiegen: Während 2017 ganze 29% der untersuchten Artikel undeklariert waren, trugen 2019 noch 13% keine gesetzeskonforme Deklaration. Es fand sich aber kein Laden ohne Deklarationsmängel - alles Gesetzesverstösse! Die Geschäfte sind entweder überfordert oder ignorieren die Deklarationspflicht.

Skandalös: Die gesetzlich erlaubte Bezeichnung «Kann aus Fallenjagd, Jagd ohne Fallen oder jeder Haltungsart, insbesondere auch aus der Käfighaltung, stammen» fand sich bei 31% aller Pelzartikel und damit viel häufiger als 2017 (9%)! «Dank» solcher Deklarationen bleibt die Gewinnungsart der Pelze im Dunkeln, es ist von schlimmster Käfighaltung auszugehen. Der Zürcher Tierschutz fordert daher, dass derart nebulöse Angaben verboten werden. Zusammen mit den nicht deklarierten Pelzartikeln lag die Gewinnungsart bei 44% im Dunkeln!

Die neuen Daten deuten auf Verschiebungen im Pelzangebot hin: Von den in Finnland zu Fettmonstern hochgezüchteten Polarfüchsen wurden nur noch wenige gefunden (2%). Der grösste Teil der geprüften Artikel stammte von Marderhunden: Mit 49% lag der Anteil fast doppelt so hoch wie vor zwei Jahren (25%), rund die Hälfte davon war aus China (tierquälerische Käfighaltung). Hingegen kamen Kaninchenpelze statt aus dem brutalen China vermehrt aus Europa, doch leiden die sozialen Tiere dort ebenfalls unter der Einzelhaltung in engsten Gitterkäfigen.

Das skrupelloseste Unternehmen war «Fashion Stylers» aus Spreitenbach, das via Stores und Online-Shop massenhaft Qualpelz zu Spottpreisen verscherbelt. Gemäss Website duldet die Firma «...keine vorsätzlichen Misshandlungen..., die böswillig zu übermässigem Leiden der Tiere führen». Reihenweise mit «Marderhund, China, Käfighaltung mit Gitterböden» deklarierte Pelze entlarven dieses Statement als haarsträubende Lüge!

Auch Kofler in Luzern hält seine Qualitäts-Versprechen auf der Website nicht ein. Die erst nach mehrjähriger Kritik angebrachte Deklaration entlarvt billigste Qualpelze aus Gitterkäfigen in China! Zudem wird Echt- und Kunstpelz vermischt an gleichen Ständern angeboten - Konsumententäuschung pur!

Während renommierte Modehäuser wie Globus, Jelmoli, Modissa, Loeb und bald auch PKZ von Echtpelz absehen, schlagen gewissenlose Unternehmen weiterhin Profit aus Qualpelz. Anspruchsvollere Läden setzen eher auf Käfighaltung in Europa, skrupellose bevorzugen chi- nesische Billigware aus brutalsten Zuchtfarmen. Um diese Machenschaften zu beenden, braucht es ein Importverbot für tierquälerische Pelzprodukte.

Ganze Mitteilung mit Grafiken, Bericht zur Recherche und Bildern als Download: http://ots.ch/II1eLz

Kontakt:

Nadja Brodmann, Zoologin

Geschäftsleitung Zürcher Tierschutz

Zürichbergstrasse 263, 8044 Zürich

Tel. 044 261 43 36 / 079 334 91 70

Mail: nbrodmann@zuerchertierschutz.ch



--- ENDE Pressemeldung Zürcher Tierschutz: Deklaration entlarvt skrupellose Läden voller Qualpelz ---

Über Zürcher Tierschutz:
Seit mehr als 160 Jahren setzen wir uns für das Wohl der Tiere ein. Dabei war aller Anfang schwer und Erfolge stellten sich nur langsam ein. Doch die Vereinsgeschichte seit der Gründung 1856 zeigt hier deutlich, wie mit starken Argumenten und überzeugenden Protagonisten der Einsatz für Tiere allmählich salonfähig wurde.

Es gab endlich Gesetze zum Schutz der Tiere, weitere Organisationen wurden gegründet und eine Bewegung wuchs heran, die bis heute Bestand hat.

Absichtserklärungen allein nützen den Tieren wenig. Nur gemeinsames Handeln mit Weitblick und Toleranz führt zum Ziel. Auch Kontinuität ist gefragt, aber sich stets wieder mit neuen Aufgaben auseinandersetzen ist Pflicht. Heute gelten diese Grundsätze umso mehr, als alles schnell und profitabel gehen muss.

Grosse Tierschutzvorhaben sind das eine, ihre seriöse und nachhaltige Umsetzung das andere. Der Zürcher Tierschutz betreibt hierfür eine Geschäftsstelle mit gut ausgebildetem Personal und einer modernen Infrastruktur.

Sie funktioniert als Dreh- und Angelpunkt für Projekte und Aktionen und ist auch ein Kompetenzzentrum. Erfahrung, fundiertes Wissen und die Pflege eines weitreichenden Beziehungsnetzes helfen, unsere Ziele zu erreichen.

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