Solidar Suisse: Nestlé importiert Palmöl aus Zwangs- und Kinderarbeit

17.09.2019 | von Solidar Suisse


Solidar Suisse

17.09.2019, Zürich / Lausanne (ots) - In fast jedem sechsten Produkt im Schweizer Detailhandel steckt Palmöl. Auch in den Produkten des Schweizer Nahrungsmittelriesen Nestlé ist Palmöl omnipräsent. Eine neue Recherche von Solidar Suisse zeigt, wie ArbeiterInnen auf Plantagen in Malaysia, von denen Nestlé Palmöl bezieht, ausgebeutet werden. Auf den abgelegenen Plantagen sind sie der Willkür der Plantagenbetreiber ausgeliefert, Kinder- und Zwangsarbeit sind weit verbreitet. Solidar Suisse fordert von Nestlé Transparenz und faire Arbeitsbedingungen in den Plantagen.

Die Schweiz bezieht ein Drittel des Palmöls aus Malaysia. Ein grosser Teil davon stammt aus dem Bundesstaat Sabah, im Nordosten der Insel Borneo. Die schwere und gefährliche Arbeit auf den Plantagen machen hauptsächlich ArbeitsmigrantInnen aus Indonesien. Obwohl die Industrie auf sie angewiesen ist, leben von den insgesamt 1,2 Millionen ArbeitsmigrantInnen in Sabah 70 Prozent ohne gültige Papiere in der Illegalität.

Zehntausende Kinder, die offiziell nicht existieren

Zwischen 50'000 und 200'000 Kinder leben mit ihren Eltern auf diesen Plantagen und unterstützen sie bei der Arbeit. Auch die Jugendliche Ati ist eines dieser Kinder: "Ich bin auf der Plantage geboren und aufgewachsen und konnte nie zur Schule. Seit ich mich erinnern kann, helfe ich meinen Eltern beim Sammeln der Früchte." Kinder, die auf den Plantagen geboren wurden, sind häufig sogar staatenlos, denn Malaysia stellt keine Geburtsurkunden für Kinder von ArbeitsmigrantInnen aus. Diese Kinder haben keinen Zugang zu öffentlichen Schulen oder zu medizinischer Versorgung und somit kaum Chancen auf ein Leben ausserhalb der Palmölplantage.

Nestlé kauft Palmöl aus den untersuchten Plantagen

Der weltweit grösste Nahrungsmittelkonzern Nestlé bezieht Palmöl aus Sabah im grossen Stil, auch aus jenen Mühlen, die von den untersuchten Plantagen beliefert werden. Nestlé und andere Lebensmittel- und Agrarkonzerne profitieren damit indirekt von den Tiefstlöhnen, dem mangelnden Schutz der ArbeiterInnen sowie der Kinder- und Zwangsarbeit auf den Palmölplantagen.

Bisherige Versprechen ändern nichts an der Situation der ArbeiterInnen

Obwohl Nestlé beteuert, keine Zwangs- und Kinderarbeit in der Lieferkette zu dulden, sind diese schlimmsten Formen der Ausbeutung in den Lieferketten des Konzerns weit verbreitet. Dies zeigt einmal mehr, dass Themen wie Menschen- und Arbeitsrechte immer noch zu weit unten auf der Prioritätenliste grosser Konzerne stehen. Um das zu ändern, braucht es gesetzliche Regeln, wie dies beispielsweise die Konzernverantwortungsinitiative fordert.

Simone Wasmann, Co-Autorin der Palmölrecherche, sieht Handlungsbedarf bei Nestlé: «Wenn Nestlé es wirklich ernst meint mit sozialer Verantwortung und Nachhaltigkeit, dann muss der Konzern nun auf seine Zulieferer und Geschäftspartner in Sabah Einfluss nehmen. Nestlé muss sicherstellen, dass ArbeiterInnen regulär beschäftigt und keine Kinder ausgebeutet werden.»

Kontakt:

Simone Wasmann, Co-Autorin Palmöl-Report, simone.wasmann@solidar.ch,

078 307 80 81


Über Solidar Suisse:
Wir kämpfen für faire Arbeit, demokratische Mitbestimmung und soziale Gerechtigkeit weltweit. In über 60 Projekten auf vier Kontinenten setzen wir Solidarität in die Tat um.

Im Auftrag unserer Spenderinnen und Spender beseitigen wir auf weitsichtige und unerschrockene Weise Missstände und eröffnen benachteiligten Menschen neue Perspektiven und Möglichkeiten.

1,5 Milliarden Menschen leben und arbeiten weltweit unter schlechten Bedingungen. Um dies zu verändern, müssen die Betroffenen ein Einkommen haben, das zum Leben reicht, ihre Grundrechte müssen respektiert werden und sie müssen demokratisch mitbestimmen können.

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Solidar Suisse orientiert seine Entwicklungsprogramme an den Bedürfnissen und Rechten der benachteiligten und verletzlichen Menschen in jenen Ländern, die sehr arm oder von einer ausgeprägten sozialen Ungleichheit betroffen sind.

Wir unterstützen die Partnerorganisationen und Menschen in unseren Schwerpunktländern in ihren Bestrebungen für ein selbstbestimmtes Leben. Unsere Projekte sollen dazu beitragen, die Welt gerechter, lebensfähiger und lebenswerter zu gestalten.

Als lernende Organisation sind wir selbstkritisch, pflegen eine offene Fehlerkultur und orientieren uns an den besten Lösungen (best practice). Wir evaluieren unsere Arbeit intern und extern.

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