Communiqué - Prämiendämpfung mit Reserven nicht erlaubt

28.09.2015 | von santésuisse


santésuisse

28.09.2015, Die Reserven eines Krankenversicherers dürfen nicht zur Senkung von prognostizierten Kosten des Folgejahres eingesetzt werden. Damit fällt eine Dämpfung der Prämien zum Beispiel für das Jahr 2016, wie es einige Vertreter der Gesundheitsdirektorenkonferenz fordern, ausser Betracht. Jede einzelne Prämie muss vom Bundesamt für Gesundheit genehmigt werden.

Intakte Reserven bieten dem Prämienzahler, dem Krankenversicherer und der ganzen Krankenversicherung Sicherheit. Sie sorgen unter anderem dafür, dass die Versicherten keine Nachforderungen begleichen müssen. Auch wenn die Kosten eines Jahres die Prämieneinnahmen deutlich übersteigen, müssen die Versicherten keine Nachzahlung leisten. Damit herrschen ganz andere Verhältnisse als beispielsweise bei der Heizkostenabrechnung. Jeder Versicherte kann Ende Jahr den Krankenversicherer wechseln, ohne einen einzigen Franken an Nachforderungen wegen höherer Kostenentwicklung leisten zu müssen.

BAG bewilligt nur kostendeckende Prämien
Die Reserven der Krankenversicherer reichen aktuell, um die Kosten für rund drei Monate zu decken. Würden diese Reserven dazu benützt, systematisch das Kostenwachstum zu glätten, wären sie rasch aufgebraucht und könnten nicht mehr zur Tilgung von unerwarteten Entwicklungen (zum Beispiel bei einer Grippewelle) oder Zufallsschwankungen eingesetzt werden, wofür sie bestimmt sind. Ist der Notgroschen einmal verbraucht, steht er für die Versicherten nicht mehr zur Verfügung. Eine solche Situation würde dazu führen, dass die Krankenversicherer alle paar Jahre «überdimensionale» Prämienerhöhungen im zweistelligen Prozentbereich vornehmen müssten, um die Reserven wieder aufzubauen. Als in der Ära Couchepin der Reserveabbau 2007 und 2008 zur Prämiendämpfung politisch forciert wurde, folgte das böse Erwachen mit einem weit überdurchschnittlichen Prämienwachstum in den Folgejahren bei Fuss.

Gesamtentwicklung im Auge behalten
Vor diesem Gesamthintergrund erstaunt die regelmässige, politisch motivierte Forderung von Vertreterinnen und Vertretern der Gesundheitsdirektorenkonferenz, dass die Reserven systematisch zur Dämpfung des erwarteten Kostenanstiegs eingesetzt werden sollen. Im Gegensatz zur öffentlichen Hand können Krankenversicherer in den Konkurs gehen.

Jeder Krankenversicherer muss für die Prämienberechnung die gesamtwirtschaftliche Entwicklung des Unternehmens im Auge behalten. Die Leistungskosten des laufenden Jahres und des Folgejahres gehören genauso dazu wie die Verwaltungskosten von rund fünf Prozent und die Antizipation des Versichertenbestandes, inklusive dem damit verbundenen, obligatorischen Reserveaufbau, falls ein Wachstum stattfindet. Börsenentwicklung, Abschreibungen und Investitionen kommen hinzu.


Medienkontakt:
Sandra Kobelt Leiterin Politik und Kommunikation 032 625 42 57 079 227 94 90 sandra.kobelt@santesuisse.ch

--- ENDE Pressemitteilung Communiqué - Prämiendämpfung mit Reserven nicht erlaubt ---

Über santésuisse:
santésuisse ist die führende Branchenorganisation der Schweizer Krankenversicherer im Bereich der sozialen Krankenversicherung.

santésuisse setzt sich im Interesse der Versicherten und sämtlicher Mitglieder, unabhängig von ihrer Grösse und Organisation, für ein freiheitliches Gesundheitssystem ein, mit dem Ziel, den Versicherten über Leistungswettbewerb die Wahlfrei-heit, den Zugang zu qualitativ hochwertigen Dienstleistungen und ein gutes Kosten-Nutzenverhältnis zu garantieren. santésuisse ist bereit, dafür Kooperationen einzugehen.


Weitere Informationen und Links:


Erfasst auf
 Krankenversicherung.ch

Newsletter abonnieren
Auf  diesem Link abonnieren Sie unseren Newsletter und sind stets aktuell informiert.


Eigene News publizieren
Haben Sie eine aktuelle Firmen­infor­mation oder ein Angebot, dass Sie hier publizieren möchten?
Auf  diesem Link erfassen Sie die entsprechenden Informationen.

Swiss-press.com

Der Onlineverlag HELP Media AG publiziert seit 1996 Konsumenten­in­for­mationen für Schwei­zerinnen und Schweizer.

offene Jobs
Referenzen
  Online-Shop

HELP Media AG in Social Networks
Facebook Twitter Instagram LinkedIn Pinterest Flickr

Abo kaufen

Publizieren Sie Ihre Medienmitteilungen im Abonnement und profitieren von zwei geschenkten Mitteilungen.

ABO 10 Medienmitteilungen (+2 geschenkt)
Jetzt Abo kaufen »

Mitteilung publizieren

Um Ihre eigene Mitteilung auf Swiss-Press.com zu publizieren, klicken Sie auf folgenden Link:

Jetzt eigene Mitteilung erfassen »

Zertifikat:
Sadp.ch

Kontakt

Email:
info@help.ch

Adresse:
HELP Media AG
Geschäftshaus Airgate
Thurgauerstrasse 40
8050 Zürich


Copyright © 1996-2022 HELP Media AG, Geschäftshaus Airgate, Thurgauer­strasse 40, CH-8050 Zürich. Alle Angaben ohne Gewähr. Im­pres­sum / AGB, Nut­zungs­bedin­gungen, Daten­schutz­er­klärung