Die Kandidierenden mit einer Behinderung leisten mit ihrer politischen Arbeit einen Beitrag zur Entwicklung und Umsetzung einer Gesellschaftspolitik, welche behindertenpolitische Anliegen in allen Lebensbereichen zu berücksichtigen hat. Das beweist unser Vizepräsident Christian Lohr, der seit acht Jahren für die CVP Thurgau im Nationalrat sitzt und nun zum dritten Mal zur Wahl antritt. Mit seiner Interpellation "Nichts über uns ohne uns" an den Bundesrat forderte Christian Lohr bereits im September 2017: "Überall, wo man über uns redet oder bestimmt, wollen wir auch miteinbezogen werden".
Heute werden Menschen mit Behinderungen und ihre Organisationen im Gesetzgebungsprozess kaum eingebunden: So veröffentlichte etwa das Bundesamt für Verkehr 2017 seine Strategie zur Umsetzung der Vorschriften im Eisenbahnverkehr. 13 Jahre (!) nach Inkrafttreten des Behindertengleichstellungsgesetzes haben sie diese Strategie erarbeitet, ohne je einen Menschen mit Behinderung und / oder ihre Organisationen miteinbezogen zu haben. Das kann nicht sein.
Deshalb ermutigen wir als grösste nationale Fachorganisation von Menschen mit Behinderungen alle Betroffenen, sich als gleichgestellter und ernstzunehmender Teil der Zivilgesellschaft am politischen Diskurs zu beteiligen; mitzudenken, mitzureden und mitzugestalten.
Wir erwähnen hier die Kandidierenden mit Behinderung auf nationaler Ebene, selbstverständlich unterstützen wir auch Kandidierende mit Behinderung auf kantonaler und Gemeinde-Ebene. Wir möchten uns bei allen Politikern und Politikerinnen ohne Behinderung bedanken, die sich für behindertenpolitische Anliegen und eine kohärente nationale Behindertenpolitik einsetzen. Diese werden von Pro Infirmis finanziell nicht unterstützt.
Weitere Informationen für Interessierte:
Urs Dettling, Leiter Sozialpolitik und Dachorganisationen
Benoît Rey, Leiter Bereich Dienstleistungen Westschweiz und Tessin
Allgemeine Auskünfte:
Susanne Stahel, Leiterin Kommunikation und Mittelbeschaffung





