In der Schweiz sterben pro Jahr 9500 Personen an den Folgen von Tabak. Die Mehrheit der
Rauchenden beginnt minderjährig mit dem Tabak- und Nikotinkonsum. Wer bis zum Alter 21 Jahren
nicht geraucht hat, wird das mit hoher Wahrscheinlichkeit auch später nicht tun. Nicht zu rauchen, ist
die effektivste Krebsprävention. Deshalb ist es besonders wichtig, Kinder und Jugendliche vor dem
Einstieg zu schützen und ihre gesunde Entwicklung zu fördern.
Verfassungswidriger
Umsetzungsvorschlag im Parlament
Doch die Schweiz hinkt in diesem Bereich weit
hinterher. Der Einfluss der Tabakindustrie auf die Politik bleibt hierzulande ungebrochen. Konkretes
Beispiel dafür ist die Umsetzung der Volksinitiative « Kinder ohne Tabak»: Vor gut
zwei Jahren hat die Schweizer Bevölkerung mit der deutlichen Annahme der Initiative ein klares
Zeichen gesetzt: Jede Art von Tabakwerbung darf Kinder und Jugendliche nicht
erreichen. Doch zwei Jahre später ist der Volkswille im revidierten Tabakproduktegesetz noch
immer nicht umgesetzt. Im Wissen, dass der Umsetzungsvorschlag verfassungswidrig ist, wollte das
Parlament in der Presse, der Verkaufsförderung oder an Festivals Ausnahmen beschliessen. So soll
es z.B. weiterhin möglich sein, dass mobiles Verkaufspersonal am Quartierfest Tabakprodukte
vermarktet. Eine äusserst wirkungsvolle Werbemassnahme, die gerade ein junges Zielpublikum
besonders gut erreicht.
Schweiz auf vorletztem Platz im globalen Ranking
Wie gross der Einfluss der Tabaklobby ist, zeigt der Global Tobacco Industry
Interference Index. Er untersucht, wie Regierungen ihre Gesundheitspolitik vor den
Geschäftsinteressen der Tabakindustrie schützen. Die Schweiz landete im aktuellen Index erneut auf
dem vorletzten Platz (89/90), nur knapp vor der Dominikanischen Republik. Sie fiel damit aufgrund
der grösseren Anzahl untersuchter Länder nochmals um zehn Plätze zurück. Beispiele reichen von
Parteispenden über die Finanzierung von Forschungsprojekten bis zur Zusammenarbeit mit
Bundesämtern. Als eines der wenigen Länder hat die Schweiz das WHO-Rahmenübereinkommen
zur Eindämmung des Tabakkonsums (FCTC) immer noch nicht ratifiziert.
Rauchstopplinie wird zum Beratungsangebot stopsmoking
Mehr als die Hälfte
aller Raucherinnen und Raucher will mit dem Rauchen aufhören. Mit professioneller Hilfe gelingt der
Rauchstopp besser. Die bisherige Rauchstopplinie erweitert ihr Angebot und bietet Raucherinnen und
Rauchern ab sofort mehr Möglichkeiten, mit dem Beratungsteam in Kontakt zu treten. Nebst der
Telefonberatung 0848 000 181 steht Aufhörwilligen neu über die Webseite auch eine schriftliche
Online-Beratung zur Verfügung.
www.stopsmoking.ch
Kontakt
Stefanie de Borba
Leiterin Politik & Medien
Krebsliga Schweiz
media@krebsliga.ch
T +41 31 389 93 31
--- ENDE Pressemitteilung Welttag ohne Tabak: Kinder vor dem Einfluss der Tabakindustrie schützen ---
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