21.02.2012, Schwerzenbach (awp) - Die Walter Meier Gruppe hat im Geschäftsjahr 2011 aufgrund des starken Frankens ein leichtes Umsatzminus erlitten, organisch aber zugelegt. Deutlich steigerte sich das Unternehmen hingegen auf (Rein-)Gewinnstufe, wobei dies keinen Einfluss auf die Dividende hat. Für die weitere Zukunft zeigt sich der vor allem in der Klima- und Fertigungstechnik tätige Konzern verhalten optimistisch. Die Aktie hat sich nur wenig bewegt.
Der Umsatz sank in der Berichtsperiode in Franken um 0,6% auf 641,7 Mio CHF, organisch (währungs- und akquisitionsbereinigt) war es hingegen ein Plus von 5,7%. Wegen des starken Frankens habe sich das teilweise kräftige Wachstum in den überwiegend international ausgerichteten Konzernbereichen Luftbefeuchtung und Tools in einen Umsatzrückgang in Franken gekehrt, erklärte das Management am Dienstag vor den Medien in Zürich. Mit 22% weist der Konzernbereich Fertigungslösungen das mit Abstand grösste Umsatzwachstum aus. Hauptgrund hierfür war eine unerwartet rasche Erholung der metallverarbeitenden Industrie in der Schweiz. Der grösste Bereich Klima ging in Franken um 3,4% zurück, organisch waren es +2,9%.
REINGEWINN LEGT UM 26% ZU - TIEFE STEUERQUOTE
Das Betriebsergebnis auf Stufe EBIT stieg um knapp 11% auf 56,5 Mio CHF, entsprechend einer EBIT-Marge von 8,8% (VJ: 7,9%). Unter dem Strich verblieb ein um 26% höherer Reingewinn von 51,9 Mio CHF. Dieser Ergebniszuwachs sei in erster Linie auf die Steigerung des operativen Ergebnisses zurückzuführen, hiess es. Zudem konnte das Finanzergebnis "markant verbessert" und der Ergebnisanteil aus assoziierten Unternehmen gesteigert werden. Wegen aufgelaufenen Verlustvorträge im Bereich Tool hat sich die Steuerquote zudem auf sehr niedrige 10,0% reduziert.
Der Generalversammlung wird die Ausschüttung einer unveränderten Dividende von 12,50 CHF je Namenaktie A vorgeschlagen. Der Grund, dass die Dividende trotz dem guten Ergebnis nicht erhöht wird, ist laut Konzernchef Silvan Meier folgender: Der Konzern will auch bei einem möglicherweise etwas geringeren Reingewinn in diesem Jahr eine stabile Dividende auszahlen.
KONZERNGEWINN 2012 KÖNNTE "LEICHT UNTER VORJAHR" ZU LIEGEN KOMMEN
Für das Gesamtjahr 2012 zeigt sich der Konzern verhalten optimistisch. Unter der Voraussetzung, dass sich die makroökonomische Lage in den wichtigsten Märkten Schweiz, Deutschland und Nordamerika nicht substantiell verschlechtere, erwarte man für das laufende Jahr ein organisches Umsatzwachstum im niedrigen einstelligen Prozentbereich, hiess es. Bei stabilen Währungsrelationen sollte der EBIT auf dem Niveau des Vorjahres gehalten werden können, während der Konzerngewinn aufgrund der positiven Sondereffekte im Jahr 2011 auch "leicht unter Vorjahr" liegen könnte. Relativ stabil zeigen sich die Märkte laut Konzernchef Meier in den USA und der Schweiz, sowie zum Teil in Deutschland. Im übrigen Europa spüre man dagegen die Verlangsamung.
Zum Thema Akquisitionen meinte Meier, dass man auch dieses Jahr "kleinere Projekte" habe, in den bestehenden Bereichen aber "sicher kein grosser Schritt" zu erwarten sei. Laut Meier könnte der Konzern 100 Mio CHF sofort für Zukäufe ausgeben. In den vier angestammten Bereichen gebe es aber kaum Ziele, so dass eher ein fünfter Konzernbereich in Frage käme.
Weiter wurde bekannt, dass CEO Silvan Meier nach der nächsten Generalversammlung das Präsidium des Gremiums übernehmen, seine Funktion als CEO aber behalten wird. Allzu viel werde sich dadurch aber nicht ändern, sagte er. Er sehe sich jetzt schon eher als Executive Chairman, da es ja für jeden der vier Bereiche einen eigenen Chef gebe.
Die Aktie zeigt sich wenig bewegt und notierte um 14.15 Uhr 0,5% tiefer bei 238,50 CHF (SPI -0,4%). Die Zahlen lagen bezüglich Reingewinn über den Schätzungen, Marktteilnehmer sprachen entsprechend von Gewinnmitnahmen nach einer guten Entwicklung bisher in diesem Jahr.
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