Das aktuell schwierige Umfeld stellt viele Wirtschaftsakteure in der Schweiz vor grosse Herausforderungen. Vor allem die exportorientierten Unternehmen wie auch die Tourismusbranche sind von den marktbedingten Entwicklungen in starkem Masse betroffen. In dieser Konstellation erweisen sich die Kantonalbanken als zuverlässige Partner. Dies gilt einerseits für das klassische Hypothekargeschäft (+3,0%), in dem die Kantonalbanken über eine langjährige Erfahrung verfügen, und andererseits für die (übrige) Kreditvergabe an KMU (+5,1%). Trotz steigender Nachfrage in diesen Segmenten stehen die Kantonalbanken für ein massvolles Wachstum unter Anwendung ihrer bewährten Risiko-Grundsätze. Die zunehmende regulatorische Einflussnahme in diese traditionellen Bereiche des schwergewichtig inlandorientierten Bankgeschäfts beobachten die Kantonalbanken mit wachsender Besorgnis.
Zinsengeschäft deutlich verbessert
Als nach wie vor anspruchsvoll erweist sich das niedrige Zinsniveau. Neben Überhitzungstendenzen der Immobilienmärkte in einzelnen Regionen wirkt auch die anhaltende Margenerosion herausfordernd. Umso erfreulicher ist daher, dass es den 24 Kantonalbanken auf Gruppenebene gelungen ist, den Erfolg aus dem Zinsengeschäft im Vergleich zur Vorjahresperiode um 2,6 Prozent auf 2,6 Milliarden Franken zu steigern. Das fehlende Vertrauen der Anleger in die Finanzmärkte zeigt sich zum einen im rückläufigen Kommissionsertrag, der auf 1,1 Milliarden Franken (-2,2%) gesunken ist. Zum anderen leidet auch der Handelserfolg unter der unsteten Entwicklung der Märkte, dessen absolutes Niveau mit knapp 0,4 Milliarden Franken um -11,2 Prozent unter Vorjahr liegt.
Verstärkte Kostendisziplin
Nicht nur die anspruchsvollen Marktbedingungen, sondern auch die Umsetzungsfolgen der strikteren regulatorischen Vorschriften veranlassen die Kantonalbanken zu einer verstärkten Kostendisziplin. Diese spiegelt sich im Personalaufwand wider, der mit 1,4 Milliarden (+0,3%) auf nahezu stabilem Niveau verharrte. Im Fokus der Anstrengungen steht zudem der Sachaufwand, der in der Berichtsperiode um -5,1 Prozent auf 0,8 Milliarden Franken gesenkt werden konnte. Daraus ergibt sich ein Rückgang des gesamten Geschäftsaufwands um -1,7 Prozent auf 2,2 Milliarden Franken. Die Cost-Income-Ratio beträgt tiefe 53,2 Prozentpunkte (Vorjahr: 53,4 Prozentpunkte) und liegt markant unter dem Branchendurchschnitt.
Gute Risikosituation
Der Bruttogewinn auf Gruppenebene beläuft sich auf 2,0 Milliarden Franken (-1,1%) und befindet sich damit nahezu auf Vorjahresniveau. Die gute Risikosituation der Kantonalbanken zeigt sich in der Position Wertberichtigungen, Rückstellungen und Verluste. Sie beläuft sich auf 54,0 Millionen Franken und reduzierte sich damit um eindrückliche -55,4 Prozent. Daraus resultiert ein erfreuliches Zwischenergebnis von 1,7 Milliarden Franken (+4,8%). Der für das erste Semester ausgewiesene Gewinn liegt bei 1,3 Milliarden Franken, was einer Steigerung von +3,8 Prozent entspricht. Die addierte Bilanzsumme aller Kantonalbanken (inkl. Tochtergesellschaften) stieg um +3,7 Prozent auf 455,0 Milliarden Franken.
Aussichten
Zurzeit sind Prognosen über die weitere wirtschaftliche Entwicklung mit hoher Unsicherheit behaftet. Jedoch hat sich das traditionell kundenorientierte und breit verankerte Geschäftsmodell der Kantonalbanken mit primär regionaler Ausrichtung in den letzten vier anspruchsvollen Jahren als vergleichsweise krisenresistent erwiesen. Aus diesem Grund wird auf KBGruppenebene mit einem Jahresabschluss 2011 gerechnet, der in etwa auf Vorjahresniveau liegt.
Medienkontakt:
Schweizerische Kantonalbanken
Wallstrasse 8
4051 Basel
Tel. 061 206 66 66
Fax 061 206 66 67
vskb@vskb.ch



