Trockenheit und Hitzewelle: Behörden rufen zum sparsamen Umgang mit Wasser auf – teilweises Feuerverbot im Wald

03.07.2026 | 09:15 Uhr | Kantonale Verwaltung Jura

Uhr Lesedauer: 4 Minuten


03.07.2026, Die soeben zu Ende gegangene Hitzewelle in Kombination mit einer aussergewöhnlichen Trockenheit hat die Umweltsituation im Kanton Jura deutlich verschärft. Trotz der Niederschläge der vergangenen Tage und des Gewitters vom heutigen Morgen führen die Gewässer weiterhin sehr wenig Wasser, die Wassertemperaturen liegen auf ungewöhnlich hohem Niveau und auch die Wälder stehen unter erheblichem Trockenstress. Angesichts dieser Lage ruft das Umweltamt die Bevölkerung zu einem verantwortungsvollen Verhalten auf. Dazu gehören ein sparsamer Umgang mit Wasser, die Schonung empfindlicher Gewässer sowie die Einhaltung eines teilweisen Feuerverbots im Wald und in dessen Umgebung.

Gewässer stehen unter starkem Druck

Das anhaltende Niederschlagsdefizit in Kombination mit aussergewöhnlich hohen Temperaturen hat zu deutlich tieferen Wasserständen und einer starken Erwärmung der Gewässer geführt. Einige Flüsse weisen bereits heute Bedingungen auf, wie sie normalerweise erst gegen Ende des Sommers auftreten. Diese ungewöhnlich frühe Entwicklung bereitet den Behörden grosse Sorgen. Die vereinzelten Gewitter der vergangenen Tage konnten die Situation nicht wesentlich entschärfen.

Die aktuelle Lage gefährdet die Wasserlebewesen unmittelbar. Vor allem Fische geraten durch den Sauerstoffmangel und die hohen Wassertemperaturen zunehmend unter Stress. Sollte die Trockenheit anhalten, drohen auf einzelnen Bach- und Flussabschnitten erhebliche Fischverluste.

Bereits wurden in mehreren Bächen gemeinsam mit Fischereivereinen sogenannte Rettungsabfischungen durchgeführt. Dabei werden Fische in Gewässerabschnitte mit besseren Lebensbedingungen umgesetzt. Diese aufwendigen Massnahmen bedeuten jedoch erheblichen Stress für die Tiere und kommen nur als letztes Mittel zum Einsatz.

Bevölkerung soll empfindliche Gewässer schonen

Um die Fischbestände und wichtige Rückzugsräume zu schützen, bittet das Umweltamt die Bevölkerung, ausschliesslich in den grösseren Flüssen – dem Doubs, der Sorne, der Birs, der Scheulte und der Allaine – zu baden und dabei möglichst die dafür vorgesehenen Badeplätze zu nutzen. Dort bleiben die Auswirkungen auf die Gewässer vergleichsweise gering.

Vom Baden in den kleineren Zuflüssen wird hingegen ausdrücklich abgeraten, da diese deutlich empfindlicher auf die Trockenheit reagieren.

Auch Fischerinnen und Fischer werden gebeten, die kleineren Gewässer derzeit nicht zu betreten. Am Doubs gelten die bereits bestehenden Einschränkungen für die Fischerei sowie für die Schifffahrt weiterhin.

Wasser sparsam verwenden

Über allfällige Einschränkungen beim Wasserverbrauch entscheiden die jeweiligen Wasserversorger und Gemeinden. Das Umweltamt ruft die Bevölkerung jedoch bereits jetzt dazu auf, Wasser nur für notwendige Zwecke zu verwenden.

Auf Komfortnutzungen wie das Befüllen privater Schwimmbäder, das Waschen von Fahrzeugen oder das Bewässern von Rasenflächen sollte möglichst verzichtet werden, um die verfügbaren Wasserreserven zu schonen.

Gleichzeitig arbeitet das Umweltamt mit mehreren Gemeinden zusammen, um ausreichende Restwassermengen aus Quellen sicherzustellen und besonders schützenswerte Gewässer weiterhin mit Wasser zu versorgen. Sollte die Trockenheit jedoch weiter anhalten und Quellen sowie Bäche im gesamten Kantonsgebiet austrocknen, könnten auch diese Massnahmen trotz der Vernetzung der Wasserversorgungen bald nicht mehr ausreichen.

Teilweises Feuerverbot im Wald und in Waldesnähe

Die anhaltende Trockenheit belastet auch die Wälder und erhöht die Waldbrandgefahr. Obwohl die Gefahrenstufe derzeit weiterhin auf Stufe 3 («erhebliche Gefahr») liegt, rechnen die Behörden mit einer weiteren Verschärfung.

Ab sofort sind offene Feuer direkt auf dem Boden sowie Holzkohlegrills im Wald, auf bewaldeten Weiden und innerhalb eines Umkreises von 200 Metern ausserhalb des Waldrands verboten.

Erlaubt bleiben fest eingerichtete Feuerstellen sowie Gas- und Elektrogrills – allerdings nur bei grösster Vorsicht.

Das Umweltamt erinnert daran, Feuer niemals unbeaufsichtigt zu lassen, sie vor dem Verlassen vollständig zu löschen und keine glimmenden Zigarettenstummel oder Streichhölzer wegzuwerfen.

Informationen zur aktuellen Waldbrandgefahr sowie zu den geltenden Massnahmen sind auf den entsprechenden kantonalen Informationsplattformen verfügbar.

Lage wird täglich überprüft

Die Entwicklung der Situation wird laufend beobachtet. Je nach Wetter- und Wasserlage können die Behörden weitere Massnahmen beschliessen, um die Wasserressourcen, die Gewässer und die Wälder bestmöglich zu schützen.



--- ENDE Pressemitteilung Trockenheit und Hitzewelle: Behörden rufen zum sparsamen Umgang mit Wasser auf – teilweises Feuerverbot im Wald ---



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Über Kantonale Verwaltung Jura:

Der Jura ist der jüngste Kanton in der Schweiz. Er entstand aufgrund von (für Schweizer Verhältnisse massiven) kulturellen Spannungen und den darauf folgenden lokalen und eidgenössischen Volksabstimmungen vom 29. September 1978 am 1. Januar 1979 durch Abspaltung vom Kanton Bern. Die Gebiete nördlich von Biel wurden dem Kanton Bern 1815 durch Entscheidung des Wiener Kongresses als Entschädigung für die verlorenen Territorien im Aargau und der Waadt zugesprochen.

Der Kanton Bern ist politisch eher konservativ, grösstenteils protestantisch und deutschsprachig. Die Bewohner des 1815 erworbenen Gebietes, die zuvor Untertanen des in Pruntrut residierenden Fürstbischofs von Basel gewesen waren, sind dagegen eher liberal, mehrheitlich französischsprachig und - in dem den neuen Kanton bildenden Nordteil - katholisch.

Dass der Konflikt, der letzten Endes zur Abtrennung des Kantons Jura von Bern führte, ursprünglich weniger sprachlicher, sondern konfessioneller Art ist, zeigt sich daran, dass bei den Volksabstimmungen über die Kantonsgründung der zwar ebenfalls französischsprachige, aber protestantische Südteil des Berner Juras (Amtsbezirke La Neuveville, Moutier und Courtelary) stets mehrheitlich für den Verbleib bei Bern stimmte. Der deutschsprachige Bezirk Laufen ist zwar katholisch, die Sprache führte aber damals zum Entscheid, bei Bern zu verbleiben. Vom verbleibenden Kantonsgebiet nun territorial getrennt, wechselte er 1994 zum Kanton Basel-Landschaft.

Der vor allem konfessionelle Gegensatz gilt auch weiterhin, obwohl das Gewicht des Französischen im verkleinerten Kanton Bern geringer geworden ist und sich die Romands demzufolge noch unterdrückter fühlen müssten. Seit 1994 arbeitet die Assemblée Interjurassienne (eine Art von der Schweizerischen Eidgenossenschaft bestellte Kommission) an der Lösung der Jurafrage. Im September 2004 hat sie ein Projekt begonnen, das einen völlig neuen Kanton anvisiert, in dem Nord-Jura (heute Kanton Jura) und der Süd-Jura (Jura bernois) nach den Vorstellungen der Nordjurassier vereinigt werden sollen. Das Projekt soll 2006 abgeschlossen sein. Damit wird ein weiterer Anlauf unternommen, die nach den Vorstellungen des Nordjuras immer noch unterdrückten Bewohner des bernischen Südjuras von Bern zu lösen und damit die (fiktive) Einheit des jurassischen Volkes herzustellen.

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Quellen:
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