24.06.2013 | 09:21 Uhr
| Touring Club Suisse (TCS)
Lesedauer: 3 Minuten
24.06.2013, Im vergangenen Jahr wurden bei Motorradunfällen in der Schweiz 74 Personen getötet und
1‘219 schwer verletzt. Deshalb hat der TCS am Sonntag auf dem Grimselpass eine breit
angelegte Aktion zur Vermeidung von Motorradunfällen durchgeführt. Zusammen mit dem
Inselspital Bern, der Kantonspolizei Wallis und der Féderation Motorcycliste Suisse (FMS)
wurden viele Biker rechtzeitig zum Start der Pass-Saison auf die spezifischen
Verkehrsrisiken von Motorrädern aufmerksam gemacht. Sie profitierten von kostenlosen
technischen Kontrollen und praktischen Fahrtipps.
Häufige Gründe für Motorradunfälle sind unzureichende Wartung, wenig Fahrpraxis oder, gerade auch nach der langen Winterpause, überschätze Fahrtechnik und unterschätze Unfallgefahren. Die Folgen für die verunfallten Lenker und die betroffenen Verkehrsteilnehmer sind oft gravierend, weiss Prof. Dr. med. Klaus A. Siebenrock, Chefarzt Hüft- und Beckenchirurgie vom Inselspital Bern: «Unfälle passieren schnell und die Regeneration ist oft langwierig und benötigt viel Pflege. Pro Jahr werden allein im Inselspital 80 bis 100 Motorradfahrer eingeliefert. Davon sind 60% schwer verletzt. Typische Verletzungen liegen vor allem im Kopf- und Halsbereich.»
Umfassendes Sicherheitskonzept des TCS
Bei der TCS-Aktion auf dem Grimselpass konnten die Motorradfahrer ihr Bike kostenlos checken lassen und erhielten zudem noch wertvolle Hinwiese zu den Themen Fahrtechnik und Verkehrssicherheit. Dazu Stephan Müller, Mediensprecher des TCS: «Die Motorradfahrer sollen für die Gefahren auf der Strasse sensibilisiert werden, vor allem zu Beginn der Saison, wenn häufig noch die Routine fehlt. Das ist aber nur eine von vielen Präventionsmassnahmen für mehr Sicherheit auf dem Töff. So bietet der TCS auch entsprechende Fahrkurse an und setzt sich für einen Unterfahrschutz bei Leitplanken ein.»
Motorradfahrer mit erhöhtem Risiko
Neben der Féderation Motorcycliste Suisse unterstützte auch die Kantonspolizei Wallis die Aktion vor Ort und beantwortete Fragen rund ums Thema Unfallverhütung. Markus Rieder, Mediensprecher der Walliser Kantonspolizei: «Es ist sehr wichtig, Motorradfahrer frühzeitig für die Risiken auf der Strasse zu sensibilisieren. Unfälle ereignen sich nicht, wie meist angenommen, auf den Autobahnen (nur 2%) sondern vorwiegend Innerorts (60%). Ausserdem ist das Risiko einer schweren Verletzung bei Motorradfahrern gegenüber Unfällen mit Personenwagen 30-mal höher. Darauf möchten wir die Lenker aufmerksam machen.»
Leitplanken mit Unterfahrschutz
Die Aktion auf dem Grimselpass ist eine von vielen Massnahmen des TCS im Rahmen seines Engagements für die Sicherheit der Schweizer Motorradfahrer. So setzt sich der TCS auch für die Installation von Leitplanken mit bis zum Boden reichenden Unterfahrschutz an besonders neuralgischen Punkten ein. Der Unterfahrschutz verhindert, dass Motorradfahrer bei einem Sturz unter die Leitplanke rutschen und sich so schwere Verletzungen zuziehen. Auch am bei Motorradfahrern beliebten Grimselpass wurden im Jahre 2010 solche speziellen Leitplanken installiert und somit das Unfallrisiko gesenkt. Zuletzt wurde Ende 2012 auch im Kanton Freiburg eine solche Installation vorgenommen.
Medienkontakt:
TCS Hauptsitz
Stephan Müller
Tel. 058 827 34 41
Mobile 079 302 16 36
stephan.mueller@tcs.ch
--- ENDE Pressemitteilung TCS: Sicher durch die Töffsaison: Erfolgreicher TCS-Sicherheitscheck auf dem Grimselpass ---
Hinweis der Redaktion: Die Bildrechte liegen beim jeweiligen Herausgeber.
Über Touring Club Suisse (TCS):
Seit seiner Gründung 1896 in Genf steht der Touring Club Schweiz im Dienst der Schweizer Bevölkerung. Er engagiert sich für Sicherheit, Nachhaltigkeit und Selbstbestimmung in der persönlichen Mobilität, politisch wie auch gesellschaftlich. Mit über 2000 Mitarbeitenden und 23 regionalen Sektionen bietet der grösste Mobilitätsclub der Schweiz seinen über 1,6 Millionen Mitgliedern eine breite Palette von Dienstleistungen rund um Mobilität, Gesundheit und Freizeitaktivitäten an.
Alle 70 Sekunden erfolgt eine Hilfeleistung. 200 Patrouilleure sind jährlich mit etwa 361'000 Einsätzen auf Schweizer Strassen unterwegs und ermöglichen in mehr als 80 % der Fälle eine sofortige Weiterfahrt. Die ETI-Zentrale organisiert jährlich etwa 63'000 Hilfeleistungen, darunter 3500 medizinische Abklärungen und über 1300 Repatriierungen. TCS Ambulance ist der grösste private Akteur für Rettungsdienst und Krankentransport in der Schweiz mit 400 Mitarbeitenden, 22 Logistikbasen und rund 45'000 Einsätzen pro Jahr. Die Rechtsschutz-Büros bearbeiten 52'000 Fälle und geben rund 10’000 Rechtsauskünfte.
Seit 1908 setzt sich der TCS ein für mehr Sicherheit in der Mobilität – möglich dank der Mitgliedschaft. Er entwickelt Lehrmittel, Sensibilisierungs- und Präventionskampagnen, testet Mobilitätsinfrastrukturen und berät Behörden. Der TCS verteilt jedes Jahr rund 115'000 Leuchtgürtel und 90'000 Leuchtwesten an Kinder, damit auch ihre Mobilität sicher ist. 42’000 Teilnehmende zur Aus- und Weiterbildung zählen die Fahrzentren in allen Kategorien von Fahrzeugen jährlich.
Mit 32 Plätzen und rund 900'000 Logiernächten ist der TCS auch der grösste Campinganbieter der Schweiz. Die Mobilitätsakademie des TCS beforscht und gestaltet die Transformationen im Verkehr, wie die vertikale Mobilität der Drohnen oder die geteilte Mobilität, etwa mit den 400 elektrischen Lastenvelos «carvelo» und 43’000 Nutzenden. Der TCS ist Mitunterzeichner der Roadmap Elektromobilität 2025.
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