Bildrechte: Swiss Label
22.09.2026, Swiss Label kritisiert die neue Auslegung der Herkunftsregeln für das Schweizerkreuz scharf. Künftig könnten Produkte das Schweizerkreuz tragen, obwohl sie im Ausland hergestellt wurden, sofern wesentliche geistige Leistungen in der Schweiz erbracht wurden. Der Verband sieht darin eine Schwächung des Qualitätsversprechens und will die Armbrust als klares Zeichen für Schweizer Herkunft weiter stärken.
Das Schweizerkreuz ist im wahrsten Sinne des Wortes ein Pluszeichen: Rund um den Globus assoziieren Menschen das weisse Kreuz auf rotem Grund mit einem Plus an Sorgfalt, Genauigkeit und Langlebigkeit. Dieses über Jahrzehnte hinweg kultivierte Qualitätsversprechen ist der Grund dafür, dass man weltweit bereit ist, für Industrie- und Handwerksprodukte mehr zu bezahlen, die mit dem Schweizerkreuz versehen sind. Dass das Eidgenössische Institut für Geistiges Eigentum (IGE) nun gewillt ist, mit diesem Gütesiegel auch Waren zu versehen, die im Ausland hergestellt werden, ist nur eines: ein Verscherbeln unseres wichtigsten Symbols.
Was ist genau neu?
Das IGE hat mit seiner neuen Auslegung der Herkunftsregeln einen gefährlichen Präzedenzfall geschaffen. Denn künftig dürfen Marken das Schweizerkreuz auch dann auf ihren Waren platzieren, wenn diese fernab unserer Landesgrenzen gefertigt wurden – solange die geistige Schöpfung (Design, Forschung und/oder Entwicklung) hierzulande stattgefunden hat. Damit wird das Schweizerkreuz zu einem beliebigen Marketinginstrument degradiert.
Diese Entwicklung ist indes weit mehr als nur ein juristisches Detail, sie stellt für Swiss Label schlichtweg eine gravierende Verzerrung des damit verbundenen Qualitätsversprechens dar. Denn Käuferinnen und Käufer im In- und Ausland, die beim Kauf bewusst auf Schweizer Herkunft setzen, werden systematisch in die Irre geführt. Wenn Unternehmen ihre Produktion aus reinen Kostengründen verlagern und heimische Arbeitsplätze abbauen, sollten sie nicht damit «belohnt» werden, ihre Produkte als Ergebnis von Schweizer Wertarbeit schmücken zu dürfen. Diese neue Regelung werten wir bei Swiss Label als einen direkten Angriff auf den gesamten Werkplatz Schweiz. Oder anders ausgedrückt: Aus dem Plus wird ein Minus.
Dadurch rückt die Armbrust als verlässliches Markenzeichen noch stärker ins Zentrum der Aufmerksamkeit. Während das Kreuz durch diese Praxis zunehmend an Glaubwürdigkeit verliert, garantiert die Armbrust von Swiss Label weiterhin unmissverständlich den schweizerischen Ursprung. Sie steht für jene Unternehmen, die dem heimischen Standort treu bleiben, echte Wertarbeit leisten und bei der Qualität keine Kompromisse eingehen.
Wir können und wollen diese Aufweichung nicht hinnehmen. Echte Swissness lässt sich nicht in ausländische Produktionsstätten auslagern. Dementsprechend werden wir uns weiterhin mit aller Kraft dafür einsetzen, dass das Herkunfts- und Qualitätsbewusstsein der Konsumenten gestärkt wird – und echte Schweizer Qualität auch in Zukunft kompromisslos das hält, was sie verspricht.





