Wenn ein Elternteil suchtkrank ist, leidet die ganze Familie darunter. Für die Kinder bedeutet dies oftmals, dass das Familienklima angespannt, konfliktbeladen und unberechenbar ist. Sie sind täglich mit Angst, Scham, Schuldgefühlen, Unsicherheit und nicht zuletzt mit Isolation konfrontiert.
In den depressiven Phasen trank sie sehr viel Alkohol und nahm gleichzeitig Benzodiazepine ein. Zu diesen Zeiten (wie auch heute) war ich sehr froh um die Unterstützung meiner Grosseltern. Mit vier Jahren kannte ich bereits die Telefonnummer von ihnen auswendig, sodass ich sie in Notfällen jederzeit erreichen konnte. Aus dieser Zeit mag ich mich an die zahlreichen Konflikte meiner Eltern erinnern, welche auch schon im Spital oder mit der Polizei endeten. (Gundula*, Tochter alkoholkranker Eltern)
Kinder von suchtkranken Eltern sind überdies besonders gefährdet, später selbst zu erkranken: Im Vergleich zu Kindern aus Familien, die keine Suchtproblematik aufweisen, haben diese Kinder ein bis zu sechsmal höheres Risiko, eine Sucht zu entwickeln, hinzu kommt ein erhöhtes Risiko für weitere psychische Erkrankungen. Doch mit Unterstützung und Stärkung von Schutzfaktoren kann die Gesellschaft dazu beitragen, dass diese Kinder zu starken Erwachsenen werden. Eine Früherkennung der Belastungssituation von Kindern suchtkranker Eltern ist deshalb wichtig.
Kindern eine Stimme geben - und auch Eltern Hilfe anbieten
Kinder aus suchtbelasteten Familien lieben ihre Eltern und wollen sie schützen. Umgekehrt wollen auch suchtkranke Eltern gute Eltern sein und verheimlichen aus Angst und Scham ihre Probleme. Deshalb bleibt die schwierige familiäre Situation meist geheim und die Kinder tragen die Last dieses Geheimnisses während der ganzen Kindheit. Ihr Leiden wird deshalb oft nicht erkannt.
Mit dieser nationalen Aktionswoche soll das Tabu gebrochen und die Öffentlichkeit für die
Situation und die Bedürfnisse dieser Kinder sensibilisiert werden. Es wird aufgezeigt, wie Menschen
Ich habe meinen Freunden davon erzählt und sie wussten nicht, was sie tun sollten, weil sie so eine Situation noch nie erlebt haben. Ich wünschte, sie hätten mir einen Ort gegeben, an den ich fliehen konnte, und sie hätten mich wegen dieser Situation nicht ausgelacht. (Daniel*, 46, Sohn eines alkolkranken Vaters).
Gleichzeitig können auch betroffene Eltern Hilfe erhalten: Mit einer
Auf lokaler, nationaler und internationaler Ebene!
Die Aktionswoche findet in diesem Jahr zum ersten Mal auch in der italienischsprachigen Schweiz statt. Zudem ist sie auch Teil einer internationalen Bewegung: Verschiedene Länder wie Deutschland, Grossbritannien, Irland, Finnland, Slowenien, USA, Südkorea und Indien führen z.T. seit mehreren Jahren eine solche Aktionswoche durch. In der Schweiz beteiligen sich zahlreiche Organisationen und führen in 12 Kantonen öffentlichkeitswirksame Aktivitäten durch. Die Liste der 37 Aktivitäten und der Organisatoren finden sich im Anhang. Die lokalen Organisatoren sind Fachleute und geben den Medien gerne auch ihre Erfahrungen weiter.
Damit das Leiden durch die Sucht nicht zu einem Familienschicksal wird müssen wir handeln, bevor es zu spät ist! (Jean-Marc Richard, Botschafter der Aktionswoche für die Suisse Romande)
Weitere Informationen sowie Betroffenenberichte
finden sich im Anhang sowie auf der Kampagnenwebsite
Liste der regionalen Aktivitäten und Organisationen Ressourcen für Medien: Erfahrungsberichte, Kampagnenbotschafter, Websites, Broschüren, Filme, etc -
Vertiefende Hintergrundinformation und Handlungsansätze zum Thema Berichte von ehemalig Betroffenen
Die Stiftung Sucht Schweiz ist ein nationales Kompetenzzentrum im
Suchtbereich. Sie betreibt Forschung, konzipiert Präventionsprojekte und engagiert sich seit Langem
auch für
Pressekontakt:
Markus Meury (Deutsch)
Mediensprecher
mmeury@suchtschweiz.ch
021 321 29 63
Michela Canevascini (Französisch und italienisch)
Kampagnenleiterin
mcanevascini@addictionsuisse.ch
Tel 021 321 29 19





