Die Schwangerschaftsabbruchrate liegt bei insgesamt 6,9 Abbrüchen pro 1000 Frauen im Alter von 15 bis 44 Jahren. Werden nur die Abbrüche der in der Schweiz wohnhaften Frauen berücksichtigt, sinkt diese Rate auf 6,5. Da im Jahr 2008 gegenüber 2007 nebst der leichten Zunahme der Anzahl Eingriffe auch ein Anstieg der weiblichen Bevölkerung zwischen 15 und 44 Jahren zu verzeichnen war, blieben die Raten stabil. Im Vergleich zu den Nachbarländern sind die in den vergangenen Jahren in der Schweiz registrierten Abbruchraten tief. Frankreich weist eine Rate von 17,2 Abbrüchen pro 1000 Frauen auf, Italien 10,6 und Deutschland 7,1.
Bei den Jugendlichen (15-19 Jahre) ist die Schwangerschaftsabbruchrate in der Schweiz ebenfalls relativ gering: Sie beträgt rund 5 Abbrüche pro 1000 Jugendliche gegenüber 16,6 in Frankreich, 7,3 in Italien und 3,6 in Deutschland (15-18 Jahre). Wie bereits in den vorangehenden Jahren war rund 1 Prozent der Frauen, die in der Schweiz einen Abbruch vornehmen liessen, unter 16 Jahre alt.
94 Prozent der Eingriffe betreffen in der Schweiz wohnhafte Frauen und in 87 Prozent der Fälle wird der Eingriff im Wohnkanton vorgenommen.
Durchschnittlich verzeichnen die Grenzkantone oder die Kantone mit einem Universitätsspital eine höhere Schwangerschaftsabbruchrate, da hier auch Frauen aus anderen Kantonen oder Ländern einen Eingriff durchführen lassen.
Betrachtet man den Wohnkanton anstelle des Kantons der Intervention, verzeichnen die Grenzkantone und die Kantone mit einem Universitätsspital tiefere Raten. In den übrigen Kantonen sind die Raten hingegen höher. Wie bereits in den Vorjahren zeigen sich bei den Raten teilweise grosse kantonale Unterschiede. Die höchsten Raten verzeichnet der Kanton Genf, die niedrigsten einzelne Kantone der Zentralschweiz sowie der Ostschweiz.
70 Prozent der Schwangerschaftsabbrüche erfolgen während der ersten acht Schwangerschafts-wochen und 25 Prozent zwischen der 8. und der 12. Woche. Der Anteil der nach der 12. Schwangerschaftswoche durchgeführten Eingriffe bleibt stabil und macht weniger als 5 Prozent der Eingriffe aus. Die Anwendung der medikamentösen Methode gewinnt gegenüber dem chirurgischen Eingriff immer mehr an Bedeutung: 2008 betrug ihr Anteil 57 Prozent der Fälle gegenüber 49 Prozent im Jahr 2004.



