Schweizer Vorsitz der UNO-Statistikkommission: Eine Bilanz

04.03.2026 | 09:29 Uhr | Bundesamt für Statistik BFS

Uhr Lesedauer: 3 Minuten


Bundesamt für Statistik BFS
Bildquelle: Bundesamt für Statistik BFS

04.03.2026, Die Schweiz blickt auf einen erfolgreichen zweijährigen Vorsitz der UNO-Statistikkommission unter der Leitung von Georges-Simon Ulrich, Direktor des Bundesamtes für Statistik, zurück. Nach der Wahl von 2024 wurde die Schweiz 2025 in ihrer Vorsitzfunktion bestätigt und setzte sich in diesen beiden Jahren für die globale Datengouvernanz und die Modernisierung der Statistiksysteme ein.

Unter dem Vorsitz der Schweiz wurde die Rolle der Statistikgemeinschaft im Bereich der Datengouvernanz gestärkt. Hierzu richtete die UNO-Statistikkommission eine Arbeitsgruppe ein, die eingen gemeinsamen Rahmen für die Datengouvernanz in den nationalen Statistiksystemen ausarbeiten und Leitlinien vorschlagen soll, um den Ländern beim Umgang mit den rasanten technologischen Entwicklungen und (den) neuen Datenquellen zu helfen.

Darüber hinaus hat die Schweiz im Rahmen der UNO-Statistikkommission eine Resolution für eine inklusivere und repräsentativere Kommission ausgehandelt. Mit dem System der Volkswirtschaftlichen Gesamtrechnungen 2025 und dem Weltprogramm Volkszählung und Wohnungszählung 2030 wurden während des Schweizer Vorsitzes zwei weitere Resolutionen verabschiedet. Sie sind für die internationale Vergleichbarkeit von Wirtschafts- und Bevölkerungsdaten von entscheidender Bedeutung.

Neuer Indikator zur Ernährungsvielfalt
2025 beteiligte sich die Schweiz an den Arbeiten zu den Indikatoren für nachhaltige Entwicklung und schlug dabei im Rahmen der Revision des Indikatorensystems die Einführung eines neuen Indikators zur Ernährungsvielfalt vor. An der internationalen Konferenz zur Entwicklungsfinanzierung setzte sie sich zudem dafür ein, die Finanzierung der nationalen Statistiksysteme zu erhöhen. Daraus resultierte eine ambitionierte Formulierung zugunsten nationaler Statistiksysteme im Sevilla Commitment.

Ein weiterer Schwerpunkt des Mandats war der Umgang mit künstliche Intelligenz (KI). Die Schweiz wirkte darauf hin, die Herausforderungen im Bereich «AI-Readiness» in die Arbeiten der UNO- Statistikkommission aufzunehmen, und engagierte sich für die Organisation eines hochrangigen Seminars zur Lesbarkeit von Verwaltungsdaten durch grosse Sprachmodelle.

Bilanz und Ausblick
Am 3. März 2026 wird die Schweiz den Vorsitz an Mexiko übergeben. Ihre Bilanz fällt erfreulich aus: Sie hat in diesen beiden Jahren für deutliche Fortschritte in den Bereichen Modernisierung, internationale Datengouvernanz und Integration von KI-Themen gesorgt. Als Mitglied der Statistikkommission, dem Hauptorgan für die Koordination der weltweiten Statistikprogramme sowie des Statistik- und Datensystems der Vereinten Nationen, wird sich die Schweiz weiter aktiv an den internationalen daten- und statistikrelevanten Arbeiten beteiligen.

An der 57. Session der UNO-Statistikkommission, die vom 3. bis 6. März 2026 in New York stattfindet, werden die Delegationen ein breites Spektrum von Themen behandeln, darunter Entwicklungen in der Sozial-, Bevölkerungs-, Wirtschafts- und Umweltstatistik, die Umsetzung der Modernisierung der Volkswirtschaftlichen Gesamtrechnungen und der Geoinformationssysteme sowie das statistische Monitoring der Agenda 2030 für nachhaltige Entwicklung.


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