Symbolbild zum Schweizer Arbeitsmarkt im 2. Quartal 2026. Illustration mit KI erstellt.
04.09.2026, Die Beschäftigung in der Schweiz ist im 2. Quartal 2026 weiter gestiegen. Insgesamt wurden in der Schweiz – ohne Landwirtschaft – 5,698 Millionen Beschäftigte gezählt, 111'800 mehr als ein Jahr zuvor. Gleichzeitig waren 98'700 Stellen offen. Besonders auffällig: In Industrie und Bau nahm die Zahl der offenen Stellen gegenüber dem Vorjahr um 21,8 Prozent zu, während sie im Dienstleistungssektor zurückging.
Der Schweizer Arbeitsmarkt präsentiert sich auch im 2. Quartal 2026 insgesamt robust. Gemäss den aktuellen Zahlen der Beschäftigungsstatistik BESTA des Bundesamtes für Statistik (BFS) nahm die Zahl der Beschäftigten gegenüber dem Vorjahresquartal um 2,0 Prozent zu.
Auf Vollzeitstellen umgerechnet erreichte das Beschäftigungsvolumen 4,435 Millionen Vollzeitäquivalente. Das entspricht einem Anstieg um 82'700 Stellen beziehungsweise 1,9 Prozent innerhalb eines Jahres.
Auch kurzfristig zeigt die Entwicklung nach oben: Saisonbereinigt nahm die Beschäftigung gegenüber dem 1. Quartal 2026 um rund 30'700 Stellen beziehungsweise 0,5 Prozent zu.
Zentralschweiz wächst am stärksten
Deutliche Unterschiede zeigen sich zwischen den Schweizer Grossregionen. Das stärkste Beschäftigungswachstum gegenüber dem Vorjahresquartal verzeichnete die Zentralschweiz mit 3,5 Prozent.
Dahinter folgen die Genferseeregion und Zürich mit jeweils 2,2 Prozent sowie die Nordwestschweiz mit 2,1 Prozent. Im Espace Mittelland stieg die Beschäftigung um 1,9 Prozent und in der Ostschweiz um 1,3 Prozent.
Eine Ausnahme bildet das Tessin: Dort ging die Zahl der Beschäftigten gegenüber dem Vorjahresquartal um 0,7 Prozent zurück.
Dienstleistungen schaffen den grössten Teil der zusätzlichen Stellen
Von den insgesamt 111'800 zusätzlichen Beschäftigten entfällt der mit Abstand grösste Teil auf den Dienstleistungssektor. Dieser legte innert Jahresfrist um rund 98'700 Beschäftigte beziehungsweise 2,2 Prozent auf insgesamt 4,550 Millionen zu.
Industrie und Bau kamen zusammen auf 1,148 Millionen Beschäftigte. Das entspricht einem Wachstum von 13'100 Stellen beziehungsweise 1,2 Prozent.
Innerhalb der einzelnen Wirtschaftsbereiche fallen jedoch erhebliche Unterschiede auf.
Besonders stark wuchs die Vermittlung und Überlassung von Arbeitskräften. Die Beschäftigung erhöhte sich dort gegenüber dem Vorjahr um 19,4 Prozent auf rund 166'100 Personen.
Wachstum zeigten unter anderem auch die Gastronomie, Architektur- und Ingenieurbüros sowie das Gesundheits- und Sozialwesen.
Auf der anderen Seite verloren einzelne Branchen Beschäftigte. Im Fahrzeugbau lag die Beschäftigung 8,8 Prozent unter dem Vorjahresniveau. Bei Gummi- und Kunststoffwaren betrug das Minus 5,4 Prozent, in der Telekommunikation 4,7 Prozent.
Auch der Bereich Information und Kommunikation verzeichnete insgesamt einen Rückgang von 3,1 Prozent. Bei den informationstechnologischen und Informationsdienstleistungen waren es minus 2,7 Prozent.
98'700 offene Stellen – starkes Plus in Industrie und Bau
Besonders auffällig ist die Entwicklung der offenen Stellen. Schweizweit meldeten die Unternehmen im 2. Quartal 2026 rund 98'700 offene Stellen. Gegenüber dem Vorjahresquartal entspricht dies einem Plus von 2,7 Prozent.
Kurzfristig zeigt sich allerdings eine andere Entwicklung: Saisonbereinigt lag die Zahl der offenen Stellen 3,9 Prozent unter dem Vorquartal.
Hinter dem Jahresvergleich verbirgt sich zudem eine deutliche Verschiebung zwischen den Wirtschaftssektoren.
In Industrie und Bau stieg die Zahl der offenen Stellen gegenüber dem Vorjahr um 21,8 Prozent auf rund 24'600. Im Dienstleistungssektor ging sie dagegen um 2,4 Prozent auf rund 74'100 zurück.
Besonders kräftig nahm die Nachfrage nach Personal bei der Herstellung von Datenverarbeitungsgeräten und Uhren zu. Dort wurden 49,3 Prozent mehr offene Stellen gemeldet als ein Jahr zuvor.
Weitere deutliche Zunahmen gab es unter anderem im:
- Baugewerbe: +28,6 Prozent
- Verkehr und Lagerei: +27,8 Prozent
- Erziehung und Unterricht: +26,2 Prozent
- verarbeitenden Gewerbe: +19,8 Prozent
- Finanz- und Versicherungsbereich: +15,4 Prozent
Im Gastgewerbe sank die Zahl der offenen Stellen dagegen um 21,1 Prozent. Im Gesundheits- und Sozialwesen wurden 10,6 Prozent weniger offene Stellen gemeldet als vor einem Jahr.
Zürich mit fast 23'700 offenen Stellen
Regional weist Zürich mit rund 23'700 offenen Stellen die höchste absolute Zahl aus. Gegenüber dem Vorjahresquartal nahm sie um 9,4 Prozent zu.
Auch in der Ostschweiz stieg die Zahl der offenen Stellen deutlich um 8,9 Prozent und in der Zentralschweiz um 4,0 Prozent.
Rückgänge verzeichneten dagegen der Espace Mittelland mit minus 6,6 Prozent und insbesondere das Tessin mit minus 18,5 Prozent.
Gemessen an sämtlichen Stellen war die Quote der offenen Stellen in der Ost- und Zentralschweiz mit jeweils 2,1 Prozent am höchsten. Zürich erreichte 2,0 Prozent, während das Tessin mit 0,7 Prozent deutlich darunter lag.
Fachkräftesuche wird kurzfristig schwieriger
33,9 Prozent der Unternehmen – gewichtet nach der Anzahl ihrer Beschäftigten – meldeten im 2. Quartal 2026 Schwierigkeiten bei der Rekrutierung qualifizierter Arbeitskräfte.
Gegenüber dem 1. Quartal 2026 entspricht dies einem Anstieg um 0,4 Prozentpunkte. Im Vergleich zum Vorjahresquartal zeigt sich allerdings ein anderes Bild: Gegenüber dem 2. Quartal 2025 liegt der Wert 2,7 Prozentpunkte tiefer.
Von einer generellen Verschärfung der Rekrutierungsschwierigkeiten gegenüber dem Vorjahr kann deshalb nicht gesprochen werden. Kurzfristig hat sich die Rekrutierungssituation jedoch wieder etwas angespannt.
Besonders ausgeprägt sind die Schwierigkeiten im Maschinenbau. Dort meldeten Unternehmen mit insgesamt 58,8 Prozent der Beschäftigten Probleme bei der Rekrutierung qualifizierter Arbeitskräfte.
Im Gesundheits- und Sozialwesen lag der Anteil bei 50,1 Prozent, bei der Herstellung von Datenverarbeitungsgeräten und Uhren bei 47,6 Prozent und im verarbeitenden Gewerbe insgesamt bei 44,3 Prozent.
Regional weist die Ostschweiz mit 40,5 Prozent den höchsten Wert aus. Gegenüber dem Vorquartal nahm der Anteil dort um 5,1 Prozentpunkte zu. In Zürich stieg er um 2,2 Prozentpunkte auf 34,3 Prozent.
Beschäftigungsaussichten bleiben positiv
Die Beschäftigungsaussichten für die kommenden Monate bleiben insgesamt positiv.
Unternehmen, die zusammen 11,3 Prozent der Beschäftigten repräsentieren, rechnen mit einer Erhöhung ihres Personalbestands. Unternehmen mit 3,9 Prozent der Beschäftigten erwarten dagegen einen Abbau. Im Vorquartal hatte dieser Anteil noch 4,8 Prozent betragen.
Besonders expansiv zeigt sich der Maschinenbau: Unternehmen mit 21,7 Prozent der dort Beschäftigten planen eine Erhöhung des Personalbestands. Bei den IT- und Informationsdienstleistungen beträgt der entsprechende Anteil 17,0 Prozent und im verarbeitenden Gewerbe insgesamt 14,8 Prozent.
Der BFS-Indikator der Beschäftigungsaussichten stieg gegenüber dem Vorquartal auf 1,04. Die aktuellen Werte sprechen damit für eine weiterhin positive Entwicklung des Schweizer Arbeitsmarktes, auch wenn sich die Dynamik je nach Branche und Region deutlich unterscheidet.
Arbeitsmarkt bleibt robust – aber die Dynamik verschiebt sich
Die aktuellen BFS-Daten zeichnen kein einheitliches Bild eines sich generell verschärfenden Fachkräftemangels. Zwar haben die Rekrutierungsprobleme gegenüber dem Vorquartal wieder zugenommen, gegenüber dem Vorjahr sind sie schweizweit jedoch geringer.
Auch bei den offenen Stellen zeigt sich ein differenziertes Bild: Gegenüber dem Vorjahr nahm ihre Zahl insgesamt zu, gegenüber dem unmittelbar vorangegangenen Quartal ging sie saisonbereinigt zurück.
Gleichzeitig verschiebt sich die Nachfrage deutlich zwischen den Branchen. Industrie und Bau melden wesentlich mehr offene Stellen als vor einem Jahr, während der Dienstleistungssektor insgesamt einen Rückgang verzeichnet.
Besonders dynamisch entwickelt sich die Beschäftigung in der Zentralschweiz sowie in Zürich und der Genferseeregion. Gleichzeitig zeigen einzelne Bereiche wie Maschinenbau, Bau und Teile der Industrie einen hohen Personalbedarf, während andere Branchen Beschäftigung verlieren.
Ergänzende Daten zur Entwicklung der Schweizer Unternehmenslandschaft, zu Firmengründungen, Branchen und Regionen bietet Firmenstatistik.ch unter www.firmenstatistik.ch. Vernetzte Unternehmens-, Handelsregister- und Wirtschaftsinformationen zur Schweiz sind zudem über SwissCompanies.ai unter www.swisscompanies.ai verfügbar.
Quelle: Bundesamt für Statistik (BFS), Beschäftigungsstatistik BESTA, 2. Quartal 2026. Veröffentlichung vom 27. August 2026.





