Seit der Explosion in Beirut vor einem Jahr hat sich die finanzielle Situation für Familien drastisch verschlimmert. Eine Analyse der Kinderrechtsorganisation Save the Children ergab, dass Familien aus praktisch allen Einkommensschichten Beiruts tiefer in die Armut gerutscht sind und Kinder vermehrt arbeiten gehen müssen. Den am stärksten betroffenen, sehr armen Familien fehlen im Durchschnitt pro Monat 5,5 Millionen libanesische Pfund, um sich das Nötigste zu leisten. Dies entspricht 3'600 US- Dollar zum offiziellen Bankkurs bzw. 456 US-Dollar zum informellen, inflationsgetriebenen Kurs.
"Ein freier Fall in den Abgrund"
Najwa, eine alleinerziehende libanesische Mutter von zwei Kindern, erhält finanzielle Direktunterstützung von Save the Children. Sie sagte: "Unsere Kinder sehnen sich nach Essen – so einfach und tragisch ist das. Meine Kinder (16 und 13 Jahre alt) haben erheblich an Gewicht verloren, und die ganze Situation hat nicht nur ihre körperliche, sondern auch ihre geistige Gesundheit beeinträchtigt. Meine Eltern sind beide ältere Menschen mit chronischen Krankheiten. Mein Vater hat Krebs, und aufgrund der Situation verpassten wir einige Monate der Behandlung. Die Medikamente waren entweder nicht verfügbar oder zu teuer. Ich weiss nicht, wie lange wir diese Situation überleben werden. Monatelang haben wir gewartet und gehofft, dass es besser wird, aber alles, was wir erleben, ist ein freier Fall in den Abgrund".
Medienkontakt
Pia Lieberherr
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