An der zwölfmonatigen MICONOS-Studie (Mitochondrial Protection with Idebenone In Cardiac Or Neurological Outcome Study) nahmen 232 mehrheitlich erwachsene Patienten teil. Geprüft wurde die Verträglichkeit und Wirksamkeit dreier Dosen von Catena®/Sovrima® gegenüber Plazebo. Die Analyse des primären Endpunkts der Studie, die Veränderung auf der International Cooperative Ataxia Rating Scale (ICARS), ergab keinen signifikanten Unterschied zwischen den Patienten auf aktiver Dosis und Plazebo. Sekundäre Endpunkte inklusive einer Responder-Analyse von ICARS und der änderung in der Friedreich's Ataxia Rating Scale zeigten ebenfalls keine statistisch signifikanten Unterschiede zwischen den einzelnen Gruppen, ebenso der wichtigste kardiologische Endpunkt, eine Kombination anatomischer und funktionaler Herzparameter. Eine detaillierte Analyse der kardiologischen Endpunkte steht hingegen noch aus.
Eine Meta-Analyse der drei Phase-II- und -III-Studien mit 344 Patienten aller Altersgruppen und Krankheitsstadien zeigt einen Trend zur Verbesserung mit Cantena®/Sovrima®, insbesondere beim Vergleich der kombinierten mittleren und hohen Dosis gegenüber Plazebo (p=0.083) und beim Vergleich der hohen Dosis mit Plazebo (P=0.088). Über einen Behandlungszeitraum von 6 Monaten mit der aktiven Dosis Catena®/Sovrima® konnte sich eine grössere Patientenanzahl um mindestens 2.5 ICARS- Punkte verbessern (Plazebo 30.4%, mittlere Dosis 39.1%, hohe Dosis 41.9%). Der Vergleich mit der Plazebogruppe zeigt einen Trend zugunsten der Kombination von mittlerer und hoher Dosis (p=0.10) sowie der hohen Dosis (p= 0.098). Die pharmakokinetische Analyse ergab im Blut von 12 % der Patienten aus der Plazebogruppe Spuren von Idebenone oder seiner Metaboliten. Mit Ausnahme eines einzigen Patienten hatte keiner dieser Teilnehmer den Gebrauch von Idebenone vor dem Einschluss in die MICONOS-Studie offengelegt.
Thomas Meier, Chief Scientific Officer, kommentierte: "Wir sind überrascht und enttäuscht von den MICONOS-Resultaten. Das ist ein herber Rückschlag für uns und die Gemeinschaft von Patienten mit Friedreich-Ataxie und deren behandelnder Ärzte. Dennoch verfügen wir nun über Ergebnisse von drei klinischen Studien, welche kombiniert eine Tendenz für die Wirksamkeit von Catena®/Sovrima® gegenüber Plazebo bei der Bemessung mit ICARS zeigen. Bevor wir entscheiden, wie wir mit der Entwicklung weiterfahren, werden wir die Daten der beiden derzeit noch laufenden Verlängerungsstudien analysieren. Diese Studien werden uns wichtige Langzeitdaten über den Gebrauch des Medikaments bei Friedreich-Ataxie Patienten zeigen. Unter Berücksichtigung der Daten aller drei klinischer Studien sind wir überzeugt, dass individuelle Patienten von Catena®/Sovrima® profitieren. Wir sind jedoch nicht in der Lage, dies abschliessend in einer klinischen Studie mit begrenzter Patientenzahl und Laufzeit nachzuweisen. Bei einer langsam und unterschiedlich fortschreitenden neurologischen Krankheit, wo Patienten tägliche Schwankungen erfahren, bleibt es eine Herausforderung, die Veränderungen der neurologischen Funktionen kurzfristig zu zeigen."
Klaus Schollmeier, Chief Executive Officer sagte: "Die MICONOS Daten sind ein unerwarteter Rückschlag für uns. Wir haben jedoch ein breites spätklinisches Portfolio mit drei unterschiedlichen Wirkstoffen in sieben Indikationen und wir verfügen über die notwendigen finanziellen Reserven, diese zu finanzieren. Wir glauben an das medizinische und wirtschaftliche Potential von Catena®/Sovrima® und warten nun auf weitere Daten der Verlängerungsstudien in Friedreich-Ataxie. In den nächsten Wochen erwarten wir ausserdem die Daten der RHODOS Phase-II-Studie in Leber hereditärer Optikusneuropathie und der MELTIMI Phase-II-Studie in MELAS. Zusätzlich sehen wir den Daten aus der Interimsanalyse der DELOS Phase-III-Studie in Duchenne-Muskeldystrophie entgegen." Santheras Portfolio besteht aus Catena®/Sovrima® in vier zusätzlichen Indikationen, Fipamezole gegen Dyskinesien bei Parkinsonpatienten, eine Indikation, welche zurzeit vom Partnerunternehmen Biovail auf die Phase-III-Entwicklung in den USA vorbereitet wird, sowie Omigapil zur Behandlung der Kongenitalen Muskeldystrophie, welche in der Vorbereitung einer Phase-II/III-Studie ist. Alle Entwicklungsprogramme decken einen hohen medizinischen Bedarf ab und verfügen über hohe Marktchancen in Nischen- und Orphan- Indikationen.
Über die MICONOS-Studie
MICONOS war eine randomisierte, doppelblinde, Plazebo-kontrollierte Studie, welche die Wirksamkeit und Verträglichkeit dreier Dosierungen von Catena®/Sovrima® und Plazebo über eine Behandlungsdauer von 12 Monaten untersuchte. Die getesteten Dosierungen betrugen 180/360 mg/Tag (tiefe Dosis für Patienten ≤ und >
45 kg Körpergewicht), 450/900 mg/Tag (mittlere Dosis) und 1350/2250 mg/Tag (hohe Dosis). Patienten aller Altersgruppen und Krankheitsstadien wurden in die Studie eingeschlossen. Die Studie startete im Dezember 2005 und wurde in 13 Studienzentren in Europa durchgeführt.
Über Friedreich-Ataxie
Friedreich-Ataxie ist eine schwere, genetisch bedingte neuromuskuläre Erkrankung, die zur Degeneration von Nerven- und Muskelgewebe führt. Die Krankheit wird durch einen Defekt in dem für Frataxin kodierenden Gen verursacht. Zu geringe Mengen dieses Proteins führen letztlich zu einer Beeinträchtigung der Energieproduktion in den Mitochondrien, den Energieproduzenten der Zellen sowie zu Schäden im Nerven- und Herzgewebe. Die ersten Symptome treten typischerweise zwischen dem 5. und 15. Lebensjahr auf. Koordinationsschwierigkeiten wie ein schwankender Gang, häufiges Hinfallen oder Ungeschicklichkeit sind die ersten Anzeichen. Die Ataxie breitet sich dann auf die Arme und den Rumpf aus. Auch die Sprache ist fast immer betroffen, was die Kommunikation zunehmend schwieriger macht. Die Patienten sind mit der Zeit an den Rollstuhl gefesselt und bedürfen ständiger Pflege. Kardiomyopathie, die Verdickung der Herzwände, ist eine Nebenerscheinung der Friedreich-Ataxie und eine häufige Todesursache der Krankheit.
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