Projektorganisation für das eGov-Portal wird neu ausgerichtet

23.09.2026 | 14:57 Uhr | Kantonale Verwaltung Nidwalden

Uhr Lesedauer: 3 Minuten


Kantonale Verwaltung Nidwalden
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23.09.2026, Die Kantone Nidwalden und Obwalden und die Gemeinden entwickeln die Projektorganisation für das gemeinsame eGov-Portal weiter. Eine interne Überprüfung hat gezeigt, dass Anforderungen präzisiert und die organisatorische Umsetzung in den Verwaltungen stärker berücksichtigt werden müssen. Die laufenden Arbeiten am Portal werden daher sistiert. Mit externer Unterstützung wird eine umfassende Auslegeordnung vorgenommen. Am Ziel eines gemeinsamen Portals wird unverändert festgehalten.

Die Kantonsparlamente von Nidwalden und Obwalden haben im Jahr 2025 die erforderlichen Kredite für die Umsetzung des eGov-Portals bewilligt. Gemeinsam mit den Gemeinden starteten die beiden Kantone anschliessend die Umsetzung. Ziel war es, das Portal in der zweiten Hälfte des Jahres 2026 in Betrieb zu nehmen und der Bevölkerung sowie den Unternehmen einen zentralen Zugang zu digitalen Verwaltungsdienstleistungen bereitzustellen.

Im Projektverlauf hat sich gezeigt, dass die Einführung des Portals weit über die technische Umsetzung hinausgeht und die Komplexität des Vorhabens unterschätzt wurde. Verschiedene Aspekte wurden in der ursprünglichen Planung nicht im notwendigen Umfang berücksichtigt. Dies betrifft insbesondere Auswirkungen auf Prozesse und Zuständigkeiten innerhalb der Verwaltungen. Auch bestehen teilweise unterschiedliche Vorstellungen über den Projektumfang bzw. die konkrete Projektumsetzung.

Die Projektsteuerung, bestehend aus Vertreterinnen und Vertretern der Kantone, der Gemeinden und des InformatikLeistungsZentrum Obwalden/Nidwalden (ILZ), das als IT-Dienstleister der Verwaltungen die zentralen Informatiksysteme betreibt, nimmt diese Erkenntnis zum Anlass, das Vorhaben auf eine klarere Grundlage zu stellen. Mit Unterstützung einer externen Fachperson soll eine Auslegeordnung erfolgen, um Projekthandbuch, Abläufe und Zielsetzungen zu schärfen und einen realistischen Zeit- und Finanzierungsplan für die weiteren Phasen der Umsetzung zu erarbeiten. Die Suche nach einer geeigneten Fachperson ist angelaufen. «Ein gemeinsames digitales Portal ist ein bedeutendes Vorhaben mit einem langfristigen Nutzen für Bevölkerung und Unternehmen. Deshalb ist es richtig, jetzt innezuhalten, die Projektorganisation zu prüfen, offene Punkte zu klären und das Projekt so aufzustellen, dass es anschliessend mit klaren Zielen und Zuständigkeiten weitergeführt werden kann», so die Vorsteherin des Finanzdepartements Obwalden, Cornelia Kaufmann-Hurschler.

Die Ergebnisse werden Grundlage für die weitere Umsetzung sowie die Berichterstattung an die Kantonsparlamente und die Gemeinderäte bilden. Ob ein zusätzlicher Finanzierungsbedarf besteht, kann erst nach Abschluss der Auslegeordnung verlässlich beurteilt werden. Trifft dieser Fall ein, würde dem Kantonsrat in Obwalden respektive dem Landrat in Nidwalden ein zusätzlicher Verpflichtungskredit unterbreitet.

Für die Arbeit der externen Fachperson selbst wird mit einem fünfstelligen Betrag im höheren Bereich gerechnet, der hälftig von den beiden Kantonen getragen wird. Es handelt sich aber um eine Schätzung, die Suche nach der Fachperson läuft aktuell.

Bis die Ergebnisse der Analyse vorliegen, werden die Arbeiten an der technischen Umsetzung weitgehend sistiert. Anschliessend soll das Vorhaben auf dem Fundament eines überarbeiteten Projektplans strukturiert weitergeführt werden. Der ursprünglich vorgesehene Einführungstermin des eGov-Portals noch vor Ende 2026 kann nicht eingehalten werden. Der Zeitpunkt der Inbetriebnahme ist derzeit offen. Erst nach der Auslegeordnung und dem Entscheid über die künftige Projektorganisation kann ein neuer Zeitplan verabschiedet werden. «Mit dem Zwischenhalt übernehmen die Kantone und Gemeinden Verantwortung und ziehen die Lehren aus den bisherigen Erkenntnissen. Entscheidend ist nicht, möglichst rasch zu einem Abschluss zu kommen, sondern ein Portal zu schaffen, das zukunftsgerichtet ist und den erwarteten Nutzen bringt», hält Michèle Blöchliger, Finanzdirektorin von Nidwalden, fest.

Die beiden Kantone und die Gemeinden stehen weiterhin hinter dem gemeinsamen Vorhaben und arbeiten konstruktiv zusammen. Mit den nun eingeleiteten Schritten werden die Voraussetzungen geschaffen, das Projekt erfolgreich voranzubringen und schliesslich der Bevölkerung und den Unternehmen künftig eine benutzerfreundliche und stabile Plattform für digitale Verwaltungsdienstleistungen zu bieten.



--- ENDE Pressemitteilung Projektorganisation für das eGov-Portal wird neu ausgerichtet ---



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Über Kantonale Verwaltung Nidwalden:

1291 schlossen die Talleute von Uri, Schwyz und Nidwalden ein Bündnis, das zur Bildung der Eidgenossenschaft führen sollte. Freilich waren damals noch fast keine staatlichen Strukturen vorhanden. Diese begannen sich erst zu entwickeln und erreichten gegen Ende des 14. Jahrhunderts sowohl auf regionaler wie auf kommunaler Ebene einen Stand, der bis zum Ende der Alten Eidgenossenschaft höchstens noch marginal verändert worden ist: Alle politischen Gewalten (wie Landsgemeinde, Landrat, Wochenrat, obrigkeitliche Herren, Gerichte, dörfliche Ürten und Kirchgemeinden) waren nun institutionalisiert. Schritt mit diesem Aufbau hielt die Ausbildung des Territoriums mit dem Zurückdrängen der Feudalrechte Landsfremder und der Annexion der Engelberger Alpen.

Ob- und Nidwalden bildeten jedoch nie eine politische Einheit. Nidwalden trat 1291 allein mit Uri und Schwyz in den Bund ein (Obwalden kam erst später hinzu). Verschiedene Wege ging man auch beim Aufbau der Staatsstrukturen. Einzig zur Beratung wichtiger gemeinsamer Interessen rief man im 14. und im 15. Jahrhundert bisweilen die Landleute aus beiden Talschaften zusammen. Später unterblieb auch das, soweit hatte man sich auseinandergelebt, dass man lieber mit den Urnern, Schwyzern oder Luzernern gemeinsame Sache machte als miteinander. So galt Nidwalden bei den politischen Auseinandersetzungen nach den Burgunderkriegen, die im Stanser Verkommnis 1481 ihr Ende fanden, als neutral, während Obwalden als Parteigänger angesehen wurde. Oder Nidwalden eroberte mit Uri und Schwyz allein die ennetbirgischen Vogteien Bellinzona, Riviera und Blenio im Tessin.

Das Nidwaldner Selbstverständnis war in hohem Masse religiös bestimmt. Die Stellung der Kirche war stark, das christliche Nidwalden eine Realität. Der berühmteste Nidwaldner Staatsmann Landammann Melchior Lussi vertrat gar die gesamte Innerschweiz am Konzil von Trient und war massgebend an der Erneuerungsbewegung beteiligt. Es erstaunt darum nicht, dass die Reformen der katholischen Kirche hier auf fruchtbaren Boden fielen.

Wirtschaftlich blieb Nidwalden bis ins 20. Jahrhundert ein Agrarland. Vieh und Hartkäse wurden vor allem nach Oberitalien ausgeführt. Obwohl das Land schon im Spätmittelalter die Bevölkerung nicht ernähren konnte, entstand nur im Rotzloch eine kleine Industriezone. Solddienste und später Auswanderungen ins Elsass, nach Württemberg, später auch nach Preussen, Russland und Übersee trugen zur Linderung des Bevölkerungsdruckes bei.

Gegen Ende des 18. Jahrhunderts waren noch über 95 Prozent der ansässigen Bevölkerung Landleute und mehr als 85 Prozent wohnten in jener Gemeinde, in der sie das Bürgerrecht besassen. Die Ideen der französischen Revolution fanden deshalb hier nur wenig Anhänger. Der überwiegende Teil besass an der Landsgemeinde und in den Ürteversammlungen Mitspracherechte, von denen man andernorts nur träumen konnte. Nidwalden lehnte in der Folge die Helvetische Verfassung ab, deren Bestimmungen ideell zwar zukunftsweisend waren, in der Realität aber für die meisten Landesbewohner einen politischen Rückschritt bedeuteten. Die Ablehnung musste Nidwalden am 9. September 1798 mit dem Niedermetzeln von über 400 Personen durch französische Truppen und der willkürlichen Zerstörung von mehreren hundert Gebäuden schwer bezahlen.

Die günstige geografische Lage des Kantons Nidwalden macht den Tourismus zu einem wichtigen Wirtschaftsträger. Der Vierwaldstättersee und die Berge ermöglichen im Sommer wie im Winter ein breites Freizeit- und Ferienangebot. Die Seegemeinden verfügen über eine Vielzahl von Wassersportmöglichkeiten und die Voralpen sind mit Bergbahnen gut erschlossen. Die Ausflugs- und Ferienziele sind bequem, schnell und individuell erreichbar. Sei es der Erlebnisberg Klewenalp, der Blumenberg Stanserhorn, der Titlisgletscher, die voralpine Region Bannalp, der mondäne Bürgenstock mit dem welthöchsten Aussenlift zur Hammetschwand oder die Sommerbobs auf Wirzweli.

Der Kanton Nidwalden offeriert eine Fülle von Naturschönheiten, Sportmöglichkeiten und Erlebnisangeboten. Mit dem Einbezug von lokalen Besonderheiten wie der Bähnli-Safari, der Glasi Hergiswil oder 'Schlafen im Stroh' werden Zeichen zur Umsetzung eines sanften Tourismus gesetzt.


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