Jedes Jahr bringt die unabhängige Kinder- und Mädchenrechtsorganisation Plan International zum von ihnen initiierten Mädchentag weltweit Mädchen und junge Frauen an Orte, wo sie noch zu wenig anzutreffen sind: in die Chefsessel der Wirtschaft, Politik, Kultur und den Medien.
Eine Premiere: Takeover mit einem Bundesrat
Zum ersten Mal beteiligt sich ein Schweizer Bundesrat an einem #GirlsTakeover. Alain Berset betonte während des Austauschs mit Loukina Tille, dass es eine wichtige Geste sei, seine Zeit zu teilen, und dass die Aktion #GirlsTakeover Teil des Engagements des DFI für eine gleichberechtigtere Gesellschaft sei. Er sei überzeugt von der Kraft des Dialogs zwischen den Generationen.
Junge Perspektiven einbringen
Plan International Schweiz will aufzeigen, dass die Stimmen und Perspektiven von Mädchen und jungen Frauen sinnvolle Veränderungen bewirken können. Loukina Tille hat viele Ideen für eine gerechtere und nachhaltigere Welt. In einem Brief an den Bundesrat hatte Loukina eine divers aufgestellte Klima Taskforce gefordert, in der junge weibliche Stimmen einen Platz haben sollen. Laut einer Studie von Plan International Schweiz, glauben fast 70% der Schweizer Mädchen und Frauen an ihre Führungsqualitäten. Gleichzeitig gehen in Schweizer Unternehmen noch immer 75% der Beförderungen in Topkaderpositionen an Männer. Mit der Aktion #GirlsTakeover appelliert Plan International Schweiz an Institutionen, Organisationen und Einzelpersonen, Mädchen und junge Frauen Zugang Führungsrollen zu geben.
Untrennbar: Klimakrise und Mädchenrechte
In ihrer Eröffnungsrede bei der Weltorganisation für Meteorologie (WMO) sprach Loukina Tille über die zwei Themen, die ihr besonders am Herzen liegen: Das Klima und die Gleichberechtigung der Geschlechter. Beides ist eng miteinander verbunden: Wetterextreme verschlimmern die Probleme, mit denen Mädchen ohnehin zu kämpfen haben. So sagte Loukina Tille, dass in der Zeit, in der sie ihre Rede hielt, 20 Mädchen in Ländern mit niedrigem und mittlerem Einkommen ihre Schulbildung abbrechen mussten - aufgrund von Klimaereignissen. In Dürreperioden beispielsweise laufen Mädchen aufgrund der wirtschaftlichen Not ihrer Familien die Gefahr, früher verheiratet oder dem Menschenhandel ausgeliefert zu werden. Auch der Bericht der WMO zeigt auf, dass Mädchen und junge Frauen spezifisch von der Klimakrise betroffen sind. Gleichzeitig hätten sie enorm viel ungenutztes Potential, gegen die Klimakrise vorzugehen. Loukina Tille rief deshalb die Teilnehmenden dazu auf, Mädchen und junge Frauen weltweit in ihre Forschung miteinzubeziehen und sie zu fördern, so dass sie bei zukunftsrelevanten Entscheidungsprozessen mitsprechen können.
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