Dr. Daniel Vasella, Präsident und Delegierter des Verwaltungsrats von Novartis, sprach mit Präsident Kikwete auch über das laufende Engagement von Novartis in den Entwicklungsländern, das auf eine Verbesserung des Medikamentenzugangs der Patienten abzielt. Die Aktivitäten von Novartis und ihrer Stiftung reichen von Forschungsprojekten bis zu Medikamentenspenden, Sozialmarketingprogrammen und der Schulung von Gesundheitspersonal in verschiedenen Therapiegebieten wie Malaria, Lepra und TB. Klaus M. Leisinger, Präsident und CEO der Novartis Stiftung für Nachhaltige Entwicklung, der ebenfalls bei dem Treffen anwesend war, wies darauf hin, dass den nationalen Regierungen eine entscheidende Rolle bei der Verbesserung des Zugangs zu medizinischer Versorgung zukommt.
"Die Bewältigung von Gesundheitsproblemen in den Entwicklungsländern ist schwierig und komplex", sagte Dr. Vasella. "Im Alleingang lassen sich hier keine Erfolge erzielen. Um auf Dauer etwas für die Patienten in den Entwicklungsländern zu bewirken, sind gemeinsame Anstrengungen seitens der Regierungen, internationalen Organisationen, Industrie und Öffentlichkeit erforderlich."
Tuberkulose ist eine hoch ansteckende Krankheit, die in den Entwicklungsländern nach wie vor jedes Jahr fast zwei Millionen Todesopfer fordert. Die Behandlung der Krankheit ist äusserst komplex, da sie die Verabreichung einer Kombination von Medikamenten über sechs bis acht Monate erfordert. Mangelnde Einnahmedisziplin über diesen langen Zeitraum hat zum Auftauchen multiresistenter Tuberkulose (MDR-TB) geführt. Die Weltgesundheitsorganisation empfiehlt zur Behandlung der TB einen Ansatz namens DOTS (Directly Observed Therapy Short-course), bei dem die Patienten TB-Medikamente unter direkter Beobachtung durch medizinisches Fachpersonal einnehmen.
In Tansania hat die Novartis Stiftung DOTS bereits erfolgreich weiterentwickelt. Bei der patientenzentrierten Behandlung (PCT) von TB kann der Patient wählen, wo seine Behandlung überwacht wird - in einer Gesundheitseinrichtung oder unter Überwachung eines Familienmitglieds zu Hause. Ersten Ergebnissen zufolge entscheiden sich 88% der TB- Patienten für eine Behandlung zu Hause. Auch wenn die Patienten nicht täglich von Fachpersonal überwacht werden, verbesserten sich die Behandlungsergebnisse gegenüber dem herkömmlichen Ansatz von 72% auf 78%. PCT wurde zuerst im Pilotversuch in drei Distrikten eingeführt: Arusha Stadt, Kahama und Mufindi. Die Stiftung arbeitet eng mit dem National Tuberculosis Program des tansanischen Ministeriums für Gesundheit und soziale Wohlfahrt zusammen.
Neben diesem Einsatz vor Ort erforscht Novartis die Tuberkulose im Novartis Institute for Tropical Diseases (NITD) in Singapur. Hauptziel ist die Entwicklung einer neuen Behandlung der multiresistenten TB und die Verkürzung der Behandlungsdauer. Die TB-Medikamentenspenden werden in Zusammenarbeit mit der globalen Initiative Stop TP Partnership durchgeführt.
Über die Novartis Stiftung für Nachhaltige Entwicklung
Die Novartis Stiftung für Nachhaltige Entwicklung ist eine nicht gewinnorientierte Organisation und mit ihrem Engagement Teil des Corporate-Responsibility-Portfolios der Novartis AG, von der sie vollumfänglich finanziert wird. Die Stiftung unterstützt, ihrem Zweck folgend, in Entwicklungsländern Programme im Gesundheitsbereich im Sinne einer Hilfe zur Selbsthilfe. Zusätzlich gehören wissenschaftlich fundierte Analysen, Beratung und Information zu unternehmensethischen und entwicklungspolitischen Sachverhalten zu ihren Kernkompetenzen.



