Bildrechte: Handicap International
25.09.2026, Genf (ots) - Obwohl schätzungsweise 239 Millionen Menschen im Jahr 2026 humanitäre Hilfe benötigen, geht die UNO davon aus, dass gerade einmal 89 Millionen tatsächlich unterstützt werden können. Zu den am stärksten Vernachlässigten gehören Menschen mit Behinderungen. In Krisenzeiten werden sie häufig als Erste von Hilfsprogrammen ausgeschlossen. Um auf diesen Missstand aufmerksam zu machen, hat Handicap International den französisch-schweizerischen Künstler Saype eingeladen, ein monumentales, vergängliches Kunstwerk auf den Rasenflächen des Gurtens in Köniz bei Bern zu schaffen. Das 2700 m² grosse Werk mit dem Titel "Tissu d'humanité" ("Stoff der Menschheit") soll daran erinnern, dass eine solidarische Welt möglich ist, aber nur, wenn wir sie gemeinsam erschaffen.
Das Werk zeigt zwei Kinder, die eine Menschenkette aus Origami bauen, die unvollendet bleibt. Dieses starke, universelle Bild steht für eine Welt, die es noch gemeinsam aufzubauen gilt, ohne jemanden auszuschliessen. Die unvollständige Kette symbolisiert unsere gemeinsame Verantwortung: Sie ruft zu Engagement, Zusammenarbeit und zur Inklusion aller auf und spiegelt damit die Arbeit von Handicap International wider, die in rund 60 Ländern mitten in diesen menschlichen Bruchlinien tätig ist.
Das Fresko entsteht mit einer vom Künstler entwickelten umweltfreundlichen Farbe direkt auf dem Rasen und wird am 25. September enthüllt. Die Öffentlichkeit ist eingeladen, das Werk je nach Wetterbedingungen bis zum 6. Oktober vor Ort zu entdecken. Eine Seltenheit im Schaffen von Saype, dessen monumentale Werke in der Regel nur vom Boden aus oder über Luftaufnahmen zu sehen sind: Das Werk auf dem Gurten lässt sich dank des Riesenrads, das bereits vor Ort steht, live aus der Vogelperspektive bewundern. So erschliessen sich dem Publikum Komposition, Dimension und visuelle Kraft des Werks in ihrer ganzen Fülle.
"Wir erleben einen Wendepunkt in einer Welt, die sich zusehends verschliesst und verhärtet. Organisationen wie Handicap International sehen sich dabei mit mehr Gegenwind konfrontiert als je zuvor. Doch gerade in solchen Momenten werden gesunder Menschenverstand und Zusammenarbeit zu unseren wichtigsten Verbündeten. Angesichts der Herausforderungen, vor denen unsere Generation steht, erfüllt es mich mit Stolz und Dankbarkeit, eine so wichtige Organisation zu unterstützen. Der Einsatz, der tagtäglich in den Projektländern geleistet wird, ist schlicht aussergewöhnlich. Er erinnert uns daran, dass sich Solidarität nicht an der Grösse des Sturms bemisst, sondern an der Entschlossenheit derer, die trotz allem weitermachen."
- Saype, Künstler
Die Zusammenarbeit von Handicap International Schweiz und Saype würdigt das 30- jährige Engagement der Organisation für Menschen mit Behinderungen und besonders schutzbedürftige Menschen in rund 60 Ländern weltweit. Sie knüpft an ein erstes Werk an, das 2023 gemeinsam mit Saype in Genf rund um die Skulptur "Broken Chair" entstand und den Opfern von Explosivwaffen gewidmet war. Im Mittelpunkt des Projekts 2026 steht die internationale Solidarität.
Als Wiege der Genfer Konventionen und Hüterin des humanitären Völkerrechts trägt die Schweiz eine historische und moralische Verantwortung. Das Land muss eine Vorreiterrolle übernehmen, um Frieden und Solidarität in der Welt zu fördern. Handicap International Schweiz lädt die Bevölkerung daher ein, ihre Petition zu unterschreiben, die eine stärkere Inklusion von Menschen mit Behinderungen in der humanitären Hilfe der Schweiz fordert.
"Dieses Fresko steht für das, wofür wir uns seit 30 Jahren einsetzen: die Überzeugung, dass keine Gesellschaft entstehen kann, wenn die Schwächsten zurückgelassen werden. Heute, da die internationale Hilfe weltweit zurückgeht und auch die Schweiz im Begriff ist, ihr Engagement zu reduzieren, drohen Menschen mit Behinderungen zu den Vergessenen der humanitären Hilfe zu werden. Deshalb werden wir diesen Winter eine Motion beim Bundesrat einreichen: Damit bei seinen Entscheiden niemand vergessen geht. Wir laden alle ein, dieses Anliegen mit ihrer Unterschrift unter unsere Petition zu unterstützen."
- Daniel Suda-Lang, Direktor von Handicap International Schweiz
Praktische Informationen
- Offizielle Website : www.handicap-international.ch/de/handicap-international-x-saype-gurten
- Offizielle Enthüllung des Werks: 25. September 2026
- Das Kunstwerk ist, je nach Wetterbedingungen, bis etwa zum 6. Oktober 2026 zu sehen.
- Ort: Gurten - Park im Grünen, 3084 Wabern, Bern
- Gurten-Riesenrad: in Betrieb vom 5. September bis zum 11. Oktober 2026 - bietet einen einzigartigen Blick auf das Kunstwerk
- Öffnungszeiten des Riesenrads: Mo.-Do. 13.00-19.30 Uhr · Fr. 13.00-22.00 Uhr · Sa. 11.00-22.00 Uhr · So. 11.00-19.30 Uhr
- Tickets für das Riesenrad: nur vor Ort erhältlich (Erwachsene CHF 8.-, Kinder von 4-12 Jahren CHF 5.-, Kinder unter 4 Jahren kostenlos)
- Kulinarisches Erlebnis auf dem Riesenrad: An ausgewählten Tagen werden in luftiger Höhe Fondue, Raclette und ein Brunch angeboten. Tickets können online bestellt werden.
Das Werk wird mit umweltfreundlicher Farbe auf Kreide- und Holzkohlebasis direkt auf dem Rasen geschaffen. Es ist bewusst vergänglich und verschwindet nach und nach durch Wind, Regen und Sonne wieder.
Die Projektbeteiligten
Handicap International Schweiz: 30 Jahre Engagement
Dieses Jahr feiert Handicap International Schweiz 30 Jahre Engagement an der Seite von Menschen mit Behinderungen und besonders schutzbedürftigen Menschen in rund 60 Ländern weltweit. Die 1997 mit dem Friedensnobelpreis ausgezeichnete Organisation setzt sich für den Zugang zu medizinischer Versorgung, Rehabilitation, Bildung und Arbeit ein. Zudem engagiert sie sich gegen den Einsatz von Antipersonenminen und Explosivwaffen in bewohnten Gebieten. Handicap International Schweiz mit Sitz in Genf ist die Schweizer Sektion des internationalen Netzwerks.
Der Künstler: Saype
Der französisch-schweizerische Künstler Saype schafft weltweit vergängliche und umweltfreundliche Werke, die Menschen und Gesellschaft zum Nachdenken anregen - und das bei minimalem Eingriff in die Natur. Sein Hauptziel ist es, seine Kunst auf optimistische und poetische Weise in den Dienst der Menschen zu stellen. Die Einladung von Handicap International, dieses Werk zu gestalten, nahm er aus voller Überzeugung an.
Medienkontakt
Für Handicap International
Pauline Wilhelm - Kommunikations- und Medienbeauftragte
Avenue de la Paix 11, 1202 Genf
Tel.: 022 710 93 36
p.wilhelm@hi.org
www.handicap-international.ch
Für Saype
Lionel Koch-Mathian
Tel.: +33 6 67 34 85 75
lionel@saype.com
www.saype-artiste.com
Für den Gurten
Joëlle Estermann und Chantal Bönzli
Tel.: 033 970 33 33
marketing@gurtenpark.ch
www.gurtenpark.ch





