Achtung, Kind im Auto - so zuverlässig sind Erkennungssysteme

18.08.2026 | 12:38 Uhr | Touring Club Suisse (TCS)

Uhr Lesedauer: 3 Minuten


Touring Club Suisse (TCS)
Bildrechte: Touring Club Schweiz/Suisse/Svizzero - TCS

18.08.2026, Vernier/Ostermundigen (ots) - Immer mehr Autos sind mit Child Presence Detection-Systemen ausgerüstet, die warnen, wenn ein Kind im Auto verbleibt. Eine Untersuchung verschiedener Systeme zeigt auf, wie zuverlässig diese reagieren - gerade bei Neugeborenen zeigen sich noch Schwächen. Bei hohen Temperaturen kann ein Auto für ein Kind innert Minuten zur gefährlichen Hitzefalle werden.

Bei hohen Temperaturen ist das Risiko besonders gross: Bleibt ein Kind zu lange im abgeschlossenen Auto, drohen gesundheitliche Schäden, die bis zum Tod führen können. Stark gefährdet sind insbesondere Säuglinge und Kleinkinder, da sie ihre Körpertemperatur nicht selber regulieren können und sich nicht selber aus dem Fahrzeug befreien können. Um solche Vorfälle zu vermeiden, verfügen immer mehr Autos über sogenannte Child Presence Detection-Systeme (CPD). Diese Systeme erkennen, ob sich noch ein Kind oder ein Hund im parkierten Auto befindet und senden verschiedene Signale, um die Fahrzeug-Besitzer oder Passanten zu alarmieren.

Zum Schutz von Kind und Hund

Eine Untersuchung des deutschen Mobilitätsclubs ADAC hat nun die unterschiedlichen Systeme geprüft und auf ihre Wirksamkeit getestet. Als Testobjekte dienten ein Dummy eines Neugeborenen in einer rückwärts gerichteten Babyschale sowie ein Dummy eines einjährigen Kindes in einem vorwärts gerichteten Kindersitz. Ausserdem wurde untersucht, ob die Systeme auch einen Hund auf der Rückbank erkennen. Unter den CPD gibt es indirekte und direkte Systeme. Indirekt arbeitende Systeme werten Informationen aus dem Fahrbetrieb aus, wie beispielsweise, ob der Rücksitz belegt war oder die hintere Tür geöffnet wurde. Aufgrund dieser Informationen erinnern sie den Fahrer daran, den Rücksitz zu kontrollieren. Direkt messende Systeme nutzen Sensoren im Fahrzeuginnern, um Bewegungen zu erkennen, darunter auch Atembewegungen schlafender Kinder.

Schwächen bei der Erkennung von Neugeborenen

In drei der vier untersuchten Autos kommen direkte CPD zum Einsatz und diese arbeiten zuverlässig. Alle erkannten den Dummy des einjährigen Kindes. Das indirekte System kann lediglich aufgrund bestimmter Fahrzeugzustände an eine mögliche Belegung erinnern. Anspruchsvoller war die Erkennung des neugeborenen Dummys in der rückwärts gerichteten Sitzschale. Keines der direkten Systeme konnte den Dummy zuverlässig erkennen. Besser funktionierte die Erkennung, wenn die Sitzschale mit dem Fahrzeuggurt befestigt wurde und nicht mit einer Isofix-Befestigung. Möglicherweise sind die geringen Atem- und Eigenbewegungen eines Neugeborenen eine Ursache für die Schwierigkeiten bei der Erkennung. Grundsätzlich zeigte die Untersuchung, dass die Systeme ein gutes Schutzpotenzial aufweisen. Die Vielzahl verschiedener Insassen- und Sitzkonfigurationen bleibt jedoch eine technische Herausforderung.

Vielfältige Warnsignale

Unterschiede gibt es auch bei den Reaktionen der CPD. Einige Systeme beschränken sich auf einen Hinweis im Fahrzeugdisplay. Andere gehen deutlich weiter und aktivieren zusätzlich Warnblinker, Hupe oder Alarmfunktionen. Teilweise werden Smartphone- Benachrichtigungen versendet oder Informationen für Passanten direkt auf dem Fahrzeugdisplay angezeigt. Einzelne Systeme nutzen zudem vorhandene Fahrzeugfunktionen wie die Standklimatisierung, um die Temperatur im Innenraum möglichst niedrig zu halten und so zusätzliche Zeit bis zum Eintreffen von Hilfe zu gewinnen.

Die Untersuchung zeigt, dass Child Presence Detection-Systeme ein grosses Potenzial besitzen, tragische Unfälle mit Kindern in parkierten Autos zu verhindern. Klar ist aber auch, dass technische Systeme nie die Verantwortung der Betreuungspersonen ersetzen. Der TCS rät, dass Kinder grundsätzlich nie - auch nicht für wenige Minuten - unbeaufsichtigt im Fahrzeug zurückgelassen werden sollten. Bereits bei moderaten Aussentemperaturen kann sich der Innenraum innerhalb kurzer Zeit auf Werte erhitzen, die für Kinder sowie für Tiere lebensgefährlich sind. Auch vor dem Einsteigen empfiehlt sich ein kurzes Durchlüften. Ausserdem sollte der Unterschied zwischen einem klimatisierten Innenraum und der Aussentemperatur maximal sechs Grad betragen. Grössere Temperaturunterschiede können den Organismus belasten und beispielsweise zu einer Erkältung führen.

Pressekontakt:

Marco Wölfli, Mediensprecher TCS
Tel. 058 827 34 03 | marco.woelfli@tcs.ch



--- ENDE Pressemitteilung Achtung, Kind im Auto - so zuverlässig sind Erkennungssysteme ---



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Über Touring Club Suisse (TCS):

Seit seiner Gründung 1896 in Genf steht der Touring Club Schweiz im Dienst der Schweizer Bevölkerung. Er engagiert sich für Sicherheit, Nachhaltigkeit und Selbstbestimmung in der persönlichen Mobilität, politisch wie auch gesellschaftlich. Mit über 2000 Mitarbeitenden und 23 regionalen Sektionen bietet der grösste Mobilitätsclub der Schweiz seinen über 1,6 Millionen Mitgliedern eine breite Palette von Dienstleistungen rund um Mobilität, Gesundheit und Freizeitaktivitäten an.

Alle 70 Sekunden erfolgt eine Hilfeleistung. 200 Patrouilleure sind jährlich mit etwa 361'000 Einsätzen auf Schweizer Strassen unterwegs und ermöglichen in mehr als 80 % der Fälle eine sofortige Weiterfahrt. Die ETI-Zentrale organisiert jährlich etwa 63'000 Hilfeleistungen, darunter 3500 medizinische Abklärungen und über 1300 Repatriierungen. TCS Ambulance ist der grösste private Akteur für Rettungsdienst und Krankentransport in der Schweiz mit 400 Mitarbeitenden, 22 Logistikbasen und rund 45'000 Einsätzen pro Jahr. Die Rechtsschutz-Büros bearbeiten 52'000 Fälle und geben rund 10’000 Rechtsauskünfte.

Seit 1908 setzt sich der TCS ein für mehr Sicherheit in der Mobilität – möglich dank der Mitgliedschaft. Er entwickelt Lehrmittel, Sensibilisierungs- und Präventionskampagnen, testet Mobilitätsinfrastrukturen und berät Behörden. Der TCS verteilt jedes Jahr rund 115'000 Leuchtgürtel und 90'000 Leuchtwesten an Kinder, damit auch ihre Mobilität sicher ist. 42’000 Teilnehmende zur Aus- und Weiterbildung zählen die Fahrzentren in allen Kategorien von Fahrzeugen jährlich.

Mit 32 Plätzen und rund 900'000 Logiernächten ist der TCS auch der grösste Campinganbieter der Schweiz. Die Mobilitätsakademie des TCS beforscht und gestaltet die Transformationen im Verkehr, wie die vertikale Mobilität der Drohnen oder die geteilte Mobilität, etwa mit den 400 elektrischen Lastenvelos «carvelo» und 43’000 Nutzenden. Der TCS ist Mitunterzeichner der Roadmap Elektromobilität 2025.


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Quellen:
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