Die Schadstoffemissionen im Tessin sind seit Jahrzehnten stetig rückläufig, wie die Daten der Messstationen im gesamten Kanton belegen. In den letzten Jahren scheinen die positiven Auswirkungen des technologischen Fortschritts in verschiedenen Bereichen (Verkehr, Industrie und Haushalte) den allgemeinen Anstieg menschlicher Aktivitäten und die negativen Auswirkungen ungünstiger Wetterbedingungen, die für vorübergehende Verschlechterungen der Luftqualität verantwortlich sind, zu überwiegen. Auch 2025 bildet keine Ausnahme: Es ist das jüngste Jahr in einer langen Reihe von Jahren, in denen einige der niedrigsten Werte seit Beginn der Messungen im Tessin vor fast vierzig Jahren verzeichnet wurden.
Stickstoffdioxid
Im Kanton wird 2025 ein allgemeiner Rückgang der Jahresmittelwerte erwartet, der eine nahezu ununterbrochene Reihe historischer Tiefststände der letzten Jahre fortsetzt. Neben dem jahrzehntelangen Emissionsrückgang – dem Hauptgrund für die positive Entwicklung der Luftqualität – waren die Wetterbedingungen im Jahr 2025 im Allgemeinen günstig für die Schadstoffverteilung. Die niedrigen Stickstoffdioxidwerte waren vor allem auf einen sehr milden Winter zurückzuführen, der die Bildung lang anhaltender Temperaturinversionen verhinderte, sowie auf eine im Allgemeinen gute Durchmischung der unteren Atmosphäre während des restlichen Jahres.
Ozon
Entsprechend dem üblichen Schwankungsmuster zeigte die Anzahl der Stunden, in denen der gesetzliche Grenzwert überschritten wurde, einen deutlichen Anstieg gegenüber 2024, das selbst durch aussergewöhnlich niedrige Werte gekennzeichnet war. Hauptursache für diesen Anstieg war der Juni, der zweitwärmste Monat seit Beginn der Messungen im Jahr 1864 und aufgrund starker Sonneneinstrahlung und längerer Tage üblicherweise der kritischste Monat für die Ozonkonzentrationen. Im Vergleich zu 2024 wiesen die Frühlingsmonate 2025 Temperaturen und Sonnenscheindauer über dem mehrjährigen Durchschnitt auf, was zu einem weiteren Anstieg der stündlichen Grenzwertüberschreitungen beitrug.
Feinstaub
Im Kontext eines mehrjährigen Abwärtstrends zeichnet sich das Jahr 2025 durch die Einhaltung des jährlichen Grenzwerts für PM10 an allen Messstationen des kantonalen Messnetzes aus. Im Gegensatz zu Stickstoffdioxid kann Feinstaub natürlichen Ursprungs sein, und seine Konzentrationen hängen stärker vom Wetter ab (z. B. während Saharastaub-Episoden). Die Reduzierung der Umweltbelastung im Jahr 2025 ist massgeblich auf das nahezu vollständige Fehlen stabiler atmosphärischer Bedingungen während der kältesten Monate des Jahres zurückzuführen. Trotz eines etwas kälteren Winters als 2024 sorgten reichliche Niederschläge im Januar und ansonsten sehr milde Temperaturen dafür, dass die PM10-Werte fast durchgehend unter dem gesetzlichen Tagesgrenzwert lagen.
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Abteilung Territorium
Ivan Maffioli, wissenschaftlicher Mitarbeiter des Amtes für Sicherheit, Luft und Boden, Tel. 091 814 29 70





