Im Auftrag des Bundesrates untersuchten 46 Forschungsprojekte zwischen 2020 und 2025 die Auswirkungen des digitalen Wandels auf die Schweiz. Das Programm wurde mit insgesamt 30 Millionen Franken gefördert und analysierte insbesondere die Bereiche Bildung, Arbeitsmarkt, Demokratie, Medien sowie die zunehmende Bedeutung digitaler Technologien im Alltag.
Digitale Transformation betrifft die gesamte GesellschaftDie Forschenden unterscheiden klar zwischen Digitalisierung und digitaler Transformation. Während Digitalisierung bestehende Prozesse durch digitale Werkzeuge unterstützt, beschreibt die digitale Transformation einen umfassenden gesellschaftlichen Wandel, der Wirtschaft, Politik, Bildung und soziale Strukturen nachhaltig verändert.
Eine zentrale Erkenntnis des
NFP 77 lautet: Die digitale Transformation ist keine rein technische Aufgabe. Damit die Schweiz die Chancen des digitalen Wandels nutzen kann, müssen Politik, Wirtschaft, Bildungseinrichtungen und Gesellschaft gemeinsam tragfähige Lösungen entwickeln.
Digitale Kompetenzen werden zum SchlüsselfaktorBesondere Bedeutung messen die Forschenden den digitalen Kompetenzen der Bevölkerung bei. Digitale Fähigkeiten werden längst nicht mehr nur in klassischen IT-Berufen benötigt. Sie entwickeln sich zunehmend zu einer Grundvoraussetzung für die aktive Teilnahme am Arbeitsmarkt und am gesellschaftlichen Leben.
Das NFP 77 empfiehlt deshalb, digitale Kompetenzen über alle Bildungsstufen hinweg systematisch zu fördern. Gleichzeitig soll die Weiterbildung nicht mit dem Schulabschluss enden. Vielmehr wird ein lebenslanges Lernen gefordert, damit Menschen aller Altersgruppen mit den technologischen Entwicklungen Schritt halten können.
Auch Unternehmen stehen vor der Herausforderung, ihre Mitarbeitenden kontinuierlich auf neue digitale Werkzeuge, Prozesse und Arbeitsformen vorzubereiten.
Mensch und künstliche Intelligenz arbeiten künftig enger zusammenEin weiterer Schwerpunkt des Forschungsprogramms betrifft die zunehmende Verbreitung künstlicher Intelligenz. Die Forschenden sehen KI nicht primär als Ersatz für menschliche Arbeit, sondern als Werkzeug, das Menschen unterstützen und ihre Fähigkeiten ergänzen kann.
Entscheidend sei dabei, dass Menschen die Möglichkeiten und Grenzen solcher Systeme verstehen und die Kontrolle über wichtige Entscheidungen behalten. Die Zusammenarbeit zwischen Mensch und Maschine müsse aktiv gestaltet werden. Transparenz, Nachvollziehbarkeit und ein verantwortungsvoller Einsatz von KI gewinnen dabei zunehmend an Bedeutung.
Die Forschenden weisen darauf hin, dass der Erfolg digitaler Systeme nicht allein von ihrer technischen Leistungsfähigkeit abhängt, sondern auch davon, wie gut sie in bestehende Arbeitsabläufe, Organisationen und gesellschaftliche Prozesse integriert werden.
Daten werden zur strategischen RessourceDer Synthesebericht betont zudem die wachsende Bedeutung von Daten. Für Forschung, Innovation und evidenzbasierte Entscheidungen werden strukturierte, qualitativ hochwertige und verlässliche Datenbestände immer wichtiger.
Die Leitungsgruppe des NFP 77 empfiehlt deshalb, den sicheren Zugang zu relevanten Daten zu erleichtern und gleichzeitig Datenschutz, Transparenz und Nachvollziehbarkeit zu gewährleisten.
Für Unternehmen bedeutet dies, dass digitale Informationen künftig nicht nur für Menschen verständlich sein müssen. Auch Suchmaschinen, digitale Plattformen und KI-Systeme sind zunehmend auf strukturierte Daten angewiesen, um Informationen korrekt einordnen, verknüpfen und verarbeiten zu können. Dies betrifft sowohl Unternehmensdaten als auch Produkte, Dienstleistungen, Veranstaltungen und weitere digitale Informationen.
Die Ergebnisse des NFP 77 zeigen gleichzeitig, weshalb strukturierte Informationsplattformen zunehmend an Bedeutung gewinnen. Informationsplattformen wie help.ch und das
Swiss Business Network help.swiss stellen Unternehmens- und Organisationsdaten strukturiert bereit und unterstützen damit die digitale Auffindbarkeit von Informationen in Suchmaschinen, digitalen Plattformen und KI-Systemen.
Vertrauen bleibt ein entscheidender ErfolgsfaktorNeben technologischen Entwicklungen untersuchte das Forschungsprogramm auch die Auswirkungen auf Demokratie und Medien. Die Forschenden kommen zum Schluss, dass unabhängige Medien, transparente digitale Infrastrukturen und nachvollziehbare digitale Prozesse wichtige Voraussetzungen für das Vertrauen in eine digitalisierte Gesellschaft bleiben.
Digitale Technologien können demokratische Prozesse unterstützen und die Beteiligung der Bevölkerung fördern. Voraussetzung dafür sind jedoch faire Rahmenbedingungen, digitale Kompetenzen sowie ein verantwortungsvoller Umgang mit Daten und künstlicher Intelligenz.
Langfristige Aufgabe für die SchweizMit dem Abschluss des NFP 77 liegt eine umfangreiche wissenschaftliche Untersuchung zur digitalen Transformation in der Schweiz vor. Die Forschenden verstehen den digitalen Wandel als langfristigen gesellschaftlichen Prozess, der weit über einzelne Technologien hinausgeht.
Die Ergebnisse zeigen, dass digitale Kompetenzen, vertrauenswürdige Informationsquellen, hochwertige Daten, transparente digitale Systeme und die Zusammenarbeit zwischen Mensch und Maschine künftig zu den zentralen Erfolgsfaktoren der digitalen Schweiz gehören werden. Gleichzeitig wird deutlich, dass die Qualität und Struktur digital verfügbarer Informationen zunehmend darüber entscheiden, wie sichtbar Organisationen, Unternehmen und Institutionen in digitalen Ökosystemen und KI-gestützten Anwendungen sind.
Weiterführende Informationen: Quellen:
Nationales Forschungsprogramm «Digitale Transformation» (NFP 77), Synthesebericht 2026.
Synthesebericht «Bildung, Vertrauenswürdigkeit und Arbeitsmarkt im digitalen Wandel» (PDF) Digitale Informationsplattformen help.swiss www.help.ch/firma schweiz.digital
--- ENDE Pressemitteilung NFP 77: Digitale Transformation ist eine gesellschaftliche Aufgabe ---
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