Im August 2025 lancierte das Bundesamt für Bauten und Logistik BBL zusammen mit der Eidgenössischen Kunstkommission EKK und im Einvernehmen mit dem Bundesamt für Kultur BAK den Wettbewerb «Kunst am Bau für die Sanierung und Erweiterung Nationalbibliothek Bern». Sieben Künstlerinnen und Künstler aus der Schweiz wurden eingeladen, ein Konzept für eine künstlerische Intervention im Innenbereich des sogenannten Bücherturms einzureichen. Der Wettbewerbsperimeter umfasst sämtliche acht Ebenen des Bücherturms – vom öffentlich zugänglichen Erdgeschoss bis zu den internen Bereichen.
Gesucht war eine Arbeit, die Austausch und Diskussion fördert und die Nationalbibliothek in ihrer Rolle als Ort der Kulturvermittlung stärkt. Gleichzeitig sollte sich das Werk sensibel in das denkmalgeschützte Gebäude von 1931 – einen bedeutenden Vertreter des «Neuen Bauens» – einfügen und den Dialog mit der Architektur sowie mit den bestehenden Kunst-am-Bau-Arbeiten aufnehmen.
An den Sitzungen vom 4. und 5. März 2026 präsentierten die eingeladenen Kunstschaffenden ihre Projekte persönlich der Jury. Diese setzte sich aus Fach- und Sachjurorinnen und -juroren aus den Bereichen Kunst, Architektur, Denkmalpflege sowie aus Vertretungen der Nationalbibliothek und des Bundes zusammen.
Die Jury empfiehlt das Projekt «Sedimente» von Shirana Shahbazi aus Zürich zur Realisierung.
Das Projekt von Shirana Shahbazi schlägt eine zurückhaltende künstlerische Intervention vor: Mittels der Sgraffito-Technik entstehen abstrakte, schichtartige Wandgestaltungen, die das Freilegen von Wissens- und Zeitschichten symbolisieren. Als Interventionsperimeter dienen zwei neue Schächte, die durch den gesamten Bücherturm verlaufen und die Stockwerke miteinander verbinden. Die Arbeit orientiert sich formal und farblich an der Architektur und macht die Idee von Archiv, Geschichte und Materialität in Form von «Sedimenten» sichtbar.
Die Jury würdigt die Intervention als stimmigen Beitrag zur Kontinuität der bestehenden Kunst am Bau aus früheren Bauperioden.
Ab 2027 soll das Gebäude an der Hallwylstrasse 15 umfassend saniert und erweitert werden. Ziel ist es, die architektonischen Qualitäten des denkmalgeschützten Bestands zu bewahren und zugleich eine zukunftsorientierte, multifunktionale Bibliothek zu schaffen.
Die Schweizerische Nationalbibliothek entwickelt sich im Zuge dieser Transformation zu einem offenen Forum für Austausch, Forschung, Inspiration und Innovation, als lebendiges Gedächtnis der Schweiz für alle. Die Realisierung des Kunstwerks ist im Rahmen der Bauausführung bis zur Inbetriebnahme des sanierten Gebäudes vorgesehen.
WettbewerbsausstellungDie sieben eingereichten Projektvorschläge werden öffentlich in der Schweizerischen Nationalbibliothek ausgestellt.
Ort: Schweizerischen Nationalbibliothek, Hallwylstrasse 15, 3005 Bern
Dauer: 14. April bis 1. Mai 2026
Öffnungszeiten: Montag bis Freitag, 09.00 bis 18.00 Uhr
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--- ENDE Pressemitteilung Zeitgenössische Kunst für die Schweizerische Nationalbibliothek in Bern ---
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