Lesedauer: 5 Minuten
Das vom Bundesamt für Gesundheit finanzierte und von der Stiftung Sucht Schweiz erstellte
Monitoringsystem
Crack und Opioide: Komplexe Problemlagen mit häufigen Wiederbehandlungen
Bei Opioiden und zunehmend auch bei Kokain, insbesondere bei Crack, ist ein im Vergleich zu anderen Substanzen erhöhter Anteil an wiederholten Behandlungen zu verzeichnen, was das hohe Suchtpotenzial der entsprechenden Substanzen widerspiegelt und zeigt, wie schwierig es ist, sich bei einer Abhängigkeit von diesen Substanzen zu lösen. Die act-info Daten deuten zudem daraufhin, dass die betroffenen Personen häufig in sehr prekären Lebensverhältnissen stehen und mehrere Substanzen nebeneinander konsumieren. Ausserdem ist häufig ein wechselnder Konsum von Crack, Kokainpulver und Opioiden mit wiederholten Behandlungseintritten zu beobachten.
Nur ein kleiner Teil der Betroffenen sucht Hilfe
Angesichts der hohen Zahl von Menschen in der Schweiz, die Probleme im Zusammenhang mit dem Konsum psychoaktiver Substanzen oder anderen suchterzeugenden Verhaltensweisen haben, könnten sich viel mehr Menschen in Behandlung begeben. Besonders beim Alkohol ist selbst ein starker Konsum noch weitgehend normalisiert. Dies führt dazu, dass viele Betroffene ihre Probleme lange nicht erkennen. Dieses Tabu muss gebrochen werden.
Kürzungen im Behandlungsmonitoring schwächen die Wissensbasis
Im Zuge der Sparauflagen für den Bund muss das Monitoringsystem act-info reduziert werden. Dies ist bedauerlich, da es sich um ein notwendiges Instrument zur Beobachtung der Situation im Suchtbereich handelt, insbesondere für den Konsum von illegalen Substanzen. In einer Zeit mit immer neuen Substanzen und rascher Veränderung der Situationen sollten genügend Daten zu den Entwicklungen bereitstehen, um reagieren und Massnahmen und Behandlungsangebote adjustieren zu können. Das Monitoringsystem act-info leistet in diesem Zusammenhang trotz reduzierten Ressourcen weiterhin einen wichtigen Beitrag zur Beobachtung der Gesundheitssituation in der Schweiz.
Das Monitoringsystem act-info basiert auf einer jährlichen Institutionenbefragung aller Suchthilfeeinrichtungen zur Schätzung der Gesamtzahl der Personen, die in der Schweiz wegen Suchtproblemen behandelt werden (ohne privatärztliche Behandlungen). Neben den Hauptproblemen der betroffenen Personen werden ab 2026 auch Angaben zur Alters- und Geschlechterverteilung sowie zur Behandlungserfahrung erhoben.
Eine Untergruppe von Suchthilfeinstitutionen lieferte zwei Jahrzehnte lang mittels Eintritts- und Austrittsfragebögen detailliertere Angaben zu den Problemen und Merkmalen ihrer Klientel, etwa zum Alter beim Konsumbeginn, Lebensumständen, Nebenproblemen, Konsumkombinationen, Wiedereintritten und Umständen des Behandlungsabschlusses. Im Zuge der Sparauflagen für den Bund kann dieser zweite Teil künftig nicht mehr erhoben werden. Dies wird so weit als möglich durch den Ausbau der Institutionenbefragung kompensiert. Auch die Statistiken zur Opioid-Agonisten- Therapie und zur Behandlung mit Diacetylmorphin (pharmazeutisch hergestelltes Heroin) werden weitergeführt.
Pressekontakt:
Markus Meury
Mediensprecher
021 321 29 63
Hinweis der Redaktion: Die Bildrechte liegen beim jeweiligen Herausgeber. Bildrechte: Sucht Schweiz
Sucht Schweiz will Probleme im Zusammenhang mit dem Konsum psychoaktiver Substanzen und Verhaltensweisen mit Suchtpotenzial verhindern oder vermindern.
Wir fördern die gesellschaftliche Debatte im Suchtbereich. Wir entwickeln und verbreiten wissenschaftliche Erkenntnisse, die es erlauben, die zugrundeliegenden Probleme zu verstehen, ihnen vorzubeugen und angemessen zu begegnen. Wir setzen uns für wirksame Massnahmen und politische Rahmenbedingungen zur Problemreduktion ein. Wir engagieren uns für ein Umfeld, das den Menschen eine gesunde Lebensweise erleichtert und die individuellen Gesundheitskompetenzen stärkt. Dabei kombinieren wir Massnahmen der Suchtprävention und der Gesundheitsförderung.
Wir unterstützen all jene mit besonderen Risiken – Kinder und Jugendliche sowie Menschen in kritischen Lebensphasen. Betroffenen und Nahestehenden stehen wir informierend, beratend oder finanziell zur Seite.
Hinweis: Der Über-uns-Text stammt aus öffentlichen Quellen oder aus dem Firmenporträt auf HELP.ch.
Swiss-Press.com ist ein Angebot von www.help.ch und die spezialisierte Plattform für Pressemitteilungen aus der Schweiz. HELP.ch sorgt für hohe Reichweite, professionelle Veröffentlichung und maximale Sichtbarkeit Ihrer Unternehmensnews.
Medienpräsenz mit «Aktuelle News»: Nutzen Sie das Netzwerk von «Aktuelle News», um Ihre Presse- und Medienmitteilungen, Events und Unternehmensnews gezielt zu verbreiten.
Ihre Inhalte werden über News-Sites, Google, Social Media und Online-Portale einer breiten Öffentlichkeit zugänglich gemacht. Zum Netzwerk gehören führende Presseportale wie Aktuellenews.ch, News.help.ch, Swiss-Press.com und Tagesthemen.ch, Eventportale wie Eventkalender.ch und Swisskalender.ch sowie Online-TV-Plattformen wie Aktuellenews.tv und Handelsregister.tv. Insgesamt stehen über 30 Publikationskanäle zur Verfügung, um Ihre Mitteilungen optimal zu platzieren.