Chemisches Recycling mit grünem Strom: Nachhaltig, effizient und zukunftstauglich

01.04.2026 | von ENESPA AG

Uhr Lesedauer: 4 Minuten


ENESPA AG
Bildrechte: Lyondell Basell

01.04.2026, Chemisches Recycling steht aufgrund des hohen Energieverbrauchs häufig in der Kritik. Wir zeigen, welche technologischen Fortschritte den Energieeinsatz deutlich absenken und wie alternative Energiequellen bereits heute genutzt werden.


Chemisches Recycling steht im Zentrum der Debatte um zirkuläre Kunststoffe und das nicht ohne Grund. Kritiker bemängeln häufig den hohen Energiebedarf chemischer Verfahren wie Pyrolyse oder Solvolyse, der bei Verwendung von Strom aus fossilen Quellen zu einer ungünstigen CO2-Bilanz führen kann. Diese Kritik ist nicht unberechtigt: Wird der Energieinput nicht nachhaltig bereitgestellt, relativiert sich der ökologische Vorteil gegenüber mechanischen Verfahren schnell. Doch genau hier setzt eine neue Entwicklung an: chemisches Recycling mit grünem Strom und energieeffizienten Technologien, die den CO2-Fussabdruck deutlich senken.

Der Energiebedarf chemischer Recyclinganlagen entsteht sowohl durch den thermischen Prozess selbst als auch durch die anschliessende Aufbereitung der Produkte. Traditionell wurde dieser Bedarf häufig durch das lokale Stromnetz gedeckt – oft noch mit einem hohen Anteil an „grauem“ Strom. Doch das ändert sich mittlerweile: Anlagenbetreiber planen oder realisieren bereits heute Konzepte, bei denen der Strombedarf komplett oder überwiegend durch erneuerbare Energien gedeckt wird oder die Prozessenergie selbst weitgehend aus eigenen Verfahrensgasen beziehen.

Nachhaltig betriebene Anlagen an immer mehr Standorten
Ein Beispiel aus der Praxis ist die kommende voll-elektrifizierte Demonstrationsanlage von LyondellBasell in Wesseling (Deutschland), die für das chemische Recycling gemischter Kunststoffe konzipiert ist und zu 100 % mit grünem Strom betrieben wird. Dadurch kann der CO2-Fussabdruck der Produktion von Pyrolyseöl erheblich reduziert werden.

Auch andere Projekte zeigen, dass der Trend zur nachhaltigen Energieversorgung im chemischen Recycling bereits begonnen hat. So betreibt Quantafuel in Skive (Dänemark) eine kommerzielle Pyrolyseanlage zur Umwandlung von Kunststoffabfälle in wiederverwendbare Öle. Wie andere im dortigen Green Energy Park ansässige Betriebe wird die Quantafuel-Anlage ausschliesslich mit erneuerbarer Energie betrieben.

Weitere Beispiele für solche Konzepte sind Plastic Energy (Spanien), die an den Standorten Almeria und Sevilla Pyrolyseanlagen mit zugekaufter grüner Energie betreibt. Und auch die Pilot- und Demonstrationsprojekte grosser Konzerne wie Eni/Versalis in Italien nutzen neue Technologien zur Verarbeitung gemischter Kunststoffabfälle, die später dauerhaft in energieeffiziente und nachhaltig betriebene Anlagen überführt werden sollen.

Beispiele wie diese zeigen: Chemisches Recycling kann nicht nur technisch funktionieren, sondern auch zunehmend energieeffizient und klimafreundlich betrieben werden.

Chemisches Recycling ergänzt mechanisches Verfahren
Trotz ihrer Erfolge bieten mechanische Recyclingverfahren vor allem dort Vorteile, wo sie anwendbar sind: Sie benötigen weniger Input-Energie und weisen bei sortenreinem Material einen geringeren CO2- Fussabdruck auf. Gleichzeitig stossen sie bei komplexen, verschmutzten oder mehrschichtigen Kunststoffabfällen an ihre Grenzen, da solche Stoffströme mechanisch kaum hochwertig wiederverwertet werden können.

Um Kunststoffkreisläufe vollständig zu schliessen, bedarf es daher ergänzender Verfahren wie Pyrolyse oder chemischer Depolymerisation (Solvolyse). Nur das Zusammenspiel mechanischer und chemischer Verfahren ermöglicht es, das volle Potenzial der Kreislaufwirtschaft auszuschöpfen und auch schwierige Abfallströme effizient in neue Rohstoffe zurückzuführen. Mechanische und chemische Verfahren stehen also nicht in Konkurrenz, sondern ergänzen sich – und bilden so gemeinsam die Grundlage für eine echte, funktionierende Kreislaufwirtschaft.

enespa: Von F&E zu industrieller Skalierung
Bei enespa haben wir uns seit Jahren intensiv mit diesen Herausforderungen beschäftigt. Mit kontinuierlicher Forschung und Entwicklung haben wir tiefgreifende Expertise im Kunststoffrecycling aufgebaut – von der Aufbereitung der Plastikabfallströme über Prozessführung bis zur energetischen Optimierung. Unser Fokus liegt darauf, moderne Recyclingtechnologie sowohl technologisch ausgereift als auch energieeffizient und nachhaltig zu realisieren.

Heute haben wir die Aufbauphase abgeschlossen und befinden uns im Übergang zur industriellen Skalierung. Unsere Anlagenlösungen sind robust, modular und an die Bedürfnisse industrieller Kunden angepasst. Getragen von einer starken Nachfrage und begleitet durch regulatorische Rahmenbedingungen, treiben wir die Umsetzung von Kreislaufwirtschaft in die Praxis voran: mit Technologien, die Wettbewerbsvorteile liefern und gleichzeitig zur Reduzierung des CO2- Fussabdrucks beitragen.

Aufgrund unserer langjährigen Erfahrung im Anlagebau wissen wir, dass chemisches Recycling mit grünem Strom kein Zukunftsversprechen mehr ist – es ist ein aktueller Baustein einer nachhaltigen, industriellen Kreislaufwirtschaft.

--- ENDE Pressemitteilung Chemisches Recycling mit grünem Strom: Nachhaltig, effizient und zukunftstauglich ---

Hinweis der Redaktion: Die Bildrechte liegen beim jeweiligen Herausgeber. Bildrechte: Lyondell Basell


Über ENESPA AG:

Die ENESPA AG wird eine der ersten Anlagen in Betrieb nehmen, welche gemischte Kunststoffabfälle mit dem Thermolyse-Verfahren zu hochwertigem Paraffinöl verarbeitet. Diese Technologie ermöglicht zum ersten Mal die lukrative Kreislaufwirtschaft von gemischten Kunststoffabfällen ohne CO2-Ausstoss.

Unser modulares System benötigt für den Aufheizungsprozess nur 1 Stunde – entscheidend für den wirtschaftlichen Betrieb (Grossanlagen benötigen bis zu mehreren Tagen). Mit unserem Partner verfügen wir über 3 Jahre Erfahrung im kontinuierlichen Betrieb von Thermolyseanlagen.


Hinweis: Der Über-uns-Text stammt aus öffentlichen Quellen oder aus dem Firmenporträt auf HELP.ch.


Quellen:
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