SECO - Konjunkturprognose: Die Erholung setzt sich abgeschwächt fort

20.06.2022 | von Staatssekretariat für Wirtschaft SECO


Staatssekretariat für Wirtschaft SECO

20.06.2022, Bern - Die Expertengruppe senkt ihre Wachstumsprognose für die Schweiz auf 2,6 % im Jahr 2022 sowie auf 1,9 % im Jahr 2023 (Sportevent-bereinigtes BIP). Die Schweizer Wirtschaft ist positiv ins Jahr 2022 gestartet, aber die Aussichten für das internationale Umfeld haben sich eingetrübt. Risiken für die globale Konjunktur gehen insbesondere vom Krieg in der Ukraine sowie von der Entwicklung in China aus.

Im 1. Quartal setzte sich die Erholung der Schweizer Wirtschaft erwartungsgemäss fort. Das BIP- Wachstum kam im oberen Bereich der Erwartungen zu liegen, gestützt insbesondere durch die Industrie. Dagegen wurden Teile des Dienstleistungssektors zu Jahresbeginn noch von der jüngsten Corona- Welle und den damit einhergehenden Massnahmen gebremst.

Mit der Aufhebung der gesundheitspolitischen Massnahmen ist eine weitere Erholung der Binnenwirtschaft zu erwarten. Insbesondere in den Bereichen Freizeit und Gastgewerbe dürften sich Aufholpotenziale materialisieren. Die günstige Entwicklung des Arbeitsmarkts stützt die privaten Konsumausgaben, und die Inflation ist im internationalen Vergleich weiterhin moderat. Auf der Grundlage der aktuellen Indikatoren erwartet die Expertengruppe, dass sich die Erholung der Schweizer Wirtschaft in naher Zukunft weiter fortsetzt.

Im weiteren Verlauf des Prognosehorizonts könnten die Effekte des Kriegs in der Ukraine allerdings stärker ausfallen als bisher erwartet. Die Aussichten für die internationale Konjunktur haben sich eingetrübt. Auf den Weltmärkten sind die Preise von wichtigen Exporten Russlands und der Ukraine, namentlich Energieträger sowie gewisse Grundnahrungs- und Futtermittel, stark angestiegen. Der damit einhergehende Teuerungsdruck lastet auf der Nachfrage in wichtigen Handelspartnerländern, mit dämpfenden Effekten auf die exponierten Bereiche der Schweizer Wirtschaft. Daneben ist in China wegen der weitreichenden Corona-Massnahmen mit einer deutlich schwächeren Entwicklung zu rechnen.

Vor diesem Hintergrund senkt die Expertengruppe ihre Wachstumsprognose für die Schweiz für das Jahr 2022 auf 2,6 % (Sportevent-bereinigtes BIP; Prognose von März: 2,8 %). Zudem revidiert sie ihre Erwartung für die Inflation in der Schweiz auf 2,5 % (Prognose von März 2022: 1,9 %) und geht von entsprechenden dämpfenden Effekten auf den privaten Konsum aus. Die gestiegene Unsicherheit, die Lieferengpässe und die Preisentwicklung lasten auf der Investitionstätigkeit. Somit würde die Schweizer Wirtschaft vorläufig ihre Erholung von der Corona-Krise mit einem überdurchschnittlichen BIP- Wachstum fortsetzen, aber weniger dynamisch als in der Vorprognose erwartet. Dies unter der Voraussetzung, dass ein deutlicher Abschwung bei wichtigen Handelspartnern ausbleibt, und insbesondere, dass es zu keinen markanten Energie- und Rohstoffengpässen in Europa kommt.

In der zweiten Hälfte des Prognosezeitraums dürften die Aufholeffekte im Zusammenhang mit der Corona-Krise schwächer werden. Es ist eine Normalisierung der Konjunktur zu erwarten, sofern auch die aktuell bremsenden Faktoren allmählich abklingen, v. a. die globalen Lieferkettenprobleme und die international hohe Inflation. Dämpfende Effekte dürften von dem restriktiveren Kurs der internationalen Geldpolitik ausgehen. Für das Gesamtjahr 2023 senkt die Expertengruppe ihre Wachstumsprognose auf 1,9 % (Sportevent-bereinigt; Prognose von März: 2,0 %). Die Inflation dürfte auf 1,4 % im Jahresdurchschnitt zurückgehen (Prognose von März: 0,7 %).

Für den Arbeitsmarkt geht die Expertengruppe von einer weiteren Erholung aus und erwartet im Jahresdurchschnitt 2022 eine Arbeitslosenquote von 2,1 %, gefolgt von 2,0 % im Jahr 2023.

Konjunkturrisiken Die Unsicherheit im Zusammenhang mit dem Ukraine-Konflikt ist sehr gross. Auch ohne eine internationale militärische Eskalation besteht das Risiko von grösseren wirtschaftlichen Auswirkungen als in der aktuellen Prognose unterstellt.

Die Schweizer Wirtschaft würde empfindlich getroffen, sollte es zu einem deutlichen Wirtschaftsabschwung bei wichtigen Handelspartnerländern kommen; dies etwa im Zuge weitgehender Ausfälle von Energielieferungen aus Russland. In einem solchen Szenario wäre sowohl im Inland als auch im europäischen Ausland mit einem hohen Preisdruck bei gleichzeitig rückläufiger Wirtschaftsentwicklung zu rechnen.

Angesichts steigender Zinsen verschärfen sich die Risiken im Zusammenhang mit der international stark angestiegenen Verschuldung. Die Wahrscheinlichkeit von Korrekturen an den Finanzmärkten ist erhöht. Auch im Immobiliensektor bestehen im Inland wie international weiter Risiken.

Schliesslich sind Rückschläge bei der Pandemie, z. B. aufgrund neuer Virusvarianten, nicht auszuschliessen. Insbesondere besteht das Risiko, dass weitere stark einschränkende Corona- Massnahmen in China die internationale Konjunktur beeinträchtigen.


Medienkontakt:
Eric Scheidegger
SECO
Leiter der Direktion für Wirtschaftspolitik
Tel.: +41 58 462 29 59

Felicitas Kemeny
SECO
Leiterin ad interim des Ressorts Konjunktur
Direktion für Wirtschaftspolitik
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--- ENDE Pressemitteilung SECO - Konjunkturprognose: Die Erholung setzt sich abgeschwächt fort ---

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Quellen:
HELP.ch   Schweizerische Eidgenossenschaft


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