Laut der aktuellen Studie zieht jeder zweite Schweizer Erwachsene (49%) eine Modemarke einer anderen vor, wenn diese bei ihrer Produktion auf Tierschutz-Standards achtet. Insgesamt treten tierquälerische Herstellungsformen immer stärker ins Bewusstsein der Konsumenten. Weltweit erwarten neun von zehn Menschen (86%), dass Hersteller neben Umweltschutz und sozialen Standards auch Tierschutz zu einer Priorität machen. In der Schweiz wollen das sogar 91% der Bevölkerung. «Die Umfrageergebnisse zeigen, dass immer mehr Verbraucher erwarten, dass Marken das Tierwohl in der Produktion sicherstellen. Hersteller, die Tierschutz-Standards einhalten, kommen bei den Verbrauchern zunehmend besser an. Obwohl diese Umfrageergebnisse ermutigend sind, wünschen wir uns, dass sich noch mehr Menschen beim Kauf von Textilien deren potenziell tierquälerischer Herstellung bewusst sind. Wir fordern die Industrie dazu auf, eine Reduktion von tierischen Materialien voranzutreiben und für volle Transparenz innerhalb der Lieferkette zu sorgen», so Yasmine Wenk, Campaignerin bei VIER PFOTEN.
Eine Kultur des Mitgefühls
Seit Beginn der Corona-Krise haben sich, laut der Umfrage, die Kaufgewohnheiten in Bezug auf Kleidung bei 50% der Befragten deutlich verändert. Im modeaffinen Italien etwa führte die Pandemie bei beinahe zwei Drittel der Befragten (64%) zu einem veränderten Kaufverhalten. In der Schweiz sind es rund 56%. Im Gegensatz zu früher erkundigt sich ein Viertel der Befragten (24%) über nachhaltige Mode mit höheren Tierschutz-Standards, aber nur 13% der Schweizer:innen können sich zu einem gänzlichen Verzicht auf Mode tierischen Ursprungs durchringen. Auf globaler Ebene hat sich jeder achte Umfrage- Teilnehmer (13%) dazu entschlossen, tierbasierte Mode zu meiden, wobei Bulgarien (28%), Südafrika (20%) und Österreich (17%) die Liste anführen.
Wear it Kind
VIER PFOTEN hat in der Vergangenheit bereits mehrfach erfolgreich für Verbesserungen in der Textilbranche gekämpft: Zuletzt konnte man die Marken PUMA und Calvin Klein davon überzeugen, auf Mulesing-Wolle zu verzichten. Trotz schmerzfreier Alternativen werden beim Mulesing jungen Merino- Lämmern grosse Hautstücke vom Hinterteil abgeschnitten, um Fliegenbefall zu verhindern. Darüber hinaus hat VIER PFOTEN auf internationaler Ebene gemeinsam mit anderen Organisationen das «Fur Free »-Retailer-Programm zum Erfolg geführt, bei dem sich über 1‘500 Marken dazu verpflichtet haben, nie wieder Pelz zu verwenden. «Mit unserem «Wear it Kind»-Programm wollen wir Marken dazu ermutigen, den Einsatz von Materialien tierischen Ursprungs zu reduzieren, ihre Lieferkettenpraktiken zu verfeinern und tierische Produkte langfristig durch nahhaltige, tierfreie Materialien zu ersetzen. Während Pelz seit einiger Zeit im internationalen Fokus steht, gibt es auch viele andere grausame Praktiken wie das Lebendrupfen von Gänsen und die brutalen Tötungs- und Haltungsbedingungen von Tieren, die für die Produktion von Leder missbraucht werden. Gemeinsam können wir diese Grausamkeiten beenden und auf eine tierfreundliche Modezukunft hinarbeiten», resümiert Wenk.
*Die weltweite Studie wurde zwischen dem 7. und 18. Januar 2021 online durchgeführt und besteht aus repräsentativen Stichproben der folgenden zwölf Märkte:
| Australien | 1.060 |
| Österreich | 1.054 |
| Bulgarien | 1.013 |
| Frankreich | 1.027 |
| Deutschland | 2.038 |
| Italien | 1.024 |
| Niederlande | 1.046 |
| Südafrika | 508 |
| Spanien | 1.026 |
| Schweiz | 529 |
| Vereinigtes Königreich | 2.109 |
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