Mercer Schweiz AG: Gehaltszuwachs liegt in der Schweiz 2020 bei 2,0 Prozent

28.11.2019 | von Mercer Schweiz AG


Mercer Schweiz AG

28.11.2019, Zürich (ots) - In 2020 liegt der nominale Gehaltszuwachs in der Schweiz bei 2,0 Prozent, das inflationsbereinigte Plus beläuft sich auf 1,4 Prozent. Die Inflationsrate beläuft sich in 2020 auf 0,6 Prozent (2019: 0,6 Prozent). Die höchsten nominalen Steigerungsraten in 2020 verzeichnet mit 2,1 Prozent die High-Tech-Branche, gefolgt von Life Sciences, Chemie und dem Maschinenbau-Sektor, mit 2,0 Prozent. Dies sind die Ergebnisse der weltweiten Vergütungsstudien (http://ots.de/HDh0ee), für die Mercer branchenübergreifend die Entwicklung der Löhne und Gehälter untersucht. Basis der Studie ist die globale Vergütungsdatenbank von Mercer, die Daten von 15 Millionen Stelleninhabern aus mehr als 25.000 Organisationen umfasst.

"Auffällig sind unterschiedliche Planungen je nach Hauptsitz des Unternehmens. Befindet sich der Hauptsitz in der Schweiz, planen die Unternehmen lediglich mit einer Erhöhung von 1,0 Prozent. Insgesamt wird die Investitionsbereitschaft der Unternehmen in der Schweiz durch internationale Handelskonflikte sowie den Brexit gedämpft", erklärt Stephan Pieronczyk, Vergütungsexperte bei Mercer in der Schweiz. "Dies bedeutet, dass die Unternehmen auch bei den Personalausgaben vorsichtiger sind", so Pieronczyk weiter.

Die Gehaltsentwicklungen für unterschiedliche Mitarbeitergruppen bleiben in den Schweizer Unternehmen in 2020 stabil. Für Executives, Manager und Fachkräfte liegt die Steigerung bei 2,0 Prozent. 93 Prozent der Unternehmen planen Gehaltserhöhungen anhand der individuellen Leistung ihrer Mitarbeiter, die Performance der Organisation spielt zu 52 Prozent eine Rolle. Die Dauer der Unternehmenszugehörigkeit hat hingegen nur zu 8,0 Prozent Einfluss auf die Gehaltsentwicklung der Mitarbeiter.

Im Zeitraum von 2012 bis 2019 liegt der durchschnittliche nominale Gehaltszuwachs in der Schweiz bei 15 Prozent, der reale Gehaltszuwachs liegt in diesem Zeitraum ebenfalls bei 15 Prozent. Damit bleibt die Schweiz hinter den Wachstumsraten von Ländern wie China deutlich zurück. In China ist in diesem Zeitraum eine durchschnittliche nominale Gehaltssteigerung von 73 Prozent und ein reales Wachstum von 45 Prozent zu verzeichnen. Auch Deutschland und die USA liegen mit einem nominalen Gehaltswachstum von durchschnittlich 24 Prozent und 26 Prozent vor der Schweiz, das reale Wachstum beläuft sich in beiden Ländern auf 11 Prozent.

"Globale Trends wie die 'Gig Economy', die digitale Transformation, Entgelttransparenz und Lohngerechtigkeit gehören auch für Schweizer Unternehmen zu den grössten Herausforderungen", erklärt Pieronczyk. "In den Bereichen Customer Services, Engineering & Science, Sales & Marketing sowie im Technologiesektor sind Mitarbeiter besonders schwierig zu rekrutieren und an die Organisation zu binden. Entscheidend für die Unternehmen ist es daher, die Vergütungsstruktur so anzupassen, dass sie wettbewerbsfähig ist und sowohl den Mitarbeitern als auch den Unternehmen eine entsprechende Flexibilität bietet", so Pieronczyk weiter. Zudem muss man laut Pieronczyk beachten, dass es trotz einer durchschnittlich geplanten Erhöhung von etwa 2,0 Prozent durchaus Mitarbeitergruppen gibt, in denen aufgrund der geringen Verfügbarkeit von Spezialisten deutlich höhere Gehaltssteigerungen festzustellen sind.

Durchschnittlicher realer Gehaltszuwachs in Osteuropa mit 1,2 Prozent etwas höher als in Westeuropa

In Osteuropa werden für Russland in 2020 Gehaltssteigerungen von 7,0 Prozent prognostiziert, das inflationsbereinigte Plus bei Löhnen und Gehältern beläuft sich auf 3,5 Prozent. In Polen gibt es in 2020 keine Gehaltszuwächse, da sowohl die nominale Steigerungsrate als auch die Inflationsrate bei 3,5 Prozent liegen. In der Türkei bleibt den Menschen aufgrund der hohen Inflationsrate von 12,6 Prozent nur 3,4 Prozent mehr Gehalt im Portemonnaie.

Im Vergleich mit den osteuropäischen Ländern sind die Inflationsraten in Westeuropa deutlich niedriger. Die Steigerungsraten beim realen Gehaltszuwachs fallen moderat aus: Italien verzeichnet 1,5 Prozent, Spanien 1,4 Prozent und Deutschland 1,3 Prozent. Mitarbeiter in Frankreich erhalten real 1,2 Prozent mehr Gehalt. In Grossbritannien und den Niederlanden sind es 1,1 Prozent und in Österreich 0,9 Prozent.

Gehaltsentwicklungen im internationalen Vergleich

In Asien ist eine durchschnittliche Inflationsrate von 3,5 Prozent zu verzeichnen sowie eine reale Zuwachsrate bei Löhnen und Gehältern von 2,6 Prozent. In Nord- und Südamerika bleibt der reale Gehaltszuwachs mit durchschnittlich 0,9 Prozent weit hinter dem Wert für Asien zurück, die Inflationsrate liegt mit 5,0 Prozent höher als in Asien.

In der Region Naher Osten und Afrika ist für 2020 bei den realen Gehaltsentwicklungen ein Minuswachstum von 1,0 Prozent zu verzeichnen. Der Grund hierfür: In einigen Ländern dieser Region(1) ist die Inflationsrate in den vergangenen drei Jahren höher als die nominalen Gehaltssteigerungen.

(1) Zu diesen Ländern gehören beispielsweise: Angola, Demokratische Republik Kongo, Äthiopien, Nigeria, Yemen und Zimbabwe.

"Durch Faktoren wie den Handelsstreit zwischen USA und China sowie die unklare Situation in Grossbritannien wird die internationale wirtschaftliche Entwicklung negativ beeinflusst", kommentiert Pieronczyk. "Auch das Wirtschaftswachstum in China hat sich in 2019 deutlich abgeschwächt. Weitere globale Unsicherheitsfaktoren sind der Nahost-Konflikt, volatile Ölpreise sowie beispielsweise die andauernden Proteste in Hongkong", so Pieronczyk.

Die Entwicklung der Gehälter in Europa bleibt trotz der globalen Einflüsse weiterhin weitgehend stabil. "Für Westeuropa wird in 2020 ein durchschnittlicher realer Gehaltszuwachs von 1,1 Prozent prognostiziert, in Mittel- und Osteuropa liegt dieser Wert mit 1,2 Prozent etwas höher", betont Pieronczyk. "Insgesamt ist die Entwicklung in Europa beständig, allerdings zeigen Regionen wie Asien mit einem inflationsbereinigten Plus von 2,6 Prozent deutlich mehr Dynamik, wenn auch geringer als im Vorjahr."

Einen Link zum Download der Infografik finden Sie unter http://ots.de/EVo2Fx.

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