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Avenir Suisse: Blockchain nach dem Hype. Eine Chance für den Schweizer Finanzplatz

04.06.2019 | von Avenir Suisse


Avenir Suisse

04.06.2019, Bei der Diskussion über Digitalisierung stehen nicht selten die Risiken im Vordergrund, während die damit verbundenen Möglichkeiten leicht vergessen gehen. Für den Schweizer Finanzplatz bietet die Digitalisierung zahlreiche Chancen im Bereich DLT, wie Jennifer Anthamatten und Pascal Lago in der neusten Avenir-Suisse-Studie feststellen.

In drei Bereichen sehen die beiden Forscher besonders ausgeprägtes Entwicklungspotenzial:

Erstens kann die Schweiz ihren relativ kleinen Kapitalmarkt vergrössern, wenn sie sich international als Vorreiter im Handel mit tokenisierten Wertschriften positioniert. Quasi als Nebeneffekt der Kosteneinsparungen durch DLT würde in der Folge auch die allgemeine Kapitalmarktattraktivität für nationale und internationale Emittenten wachsen.

Zweitens kann DLT in der Aussenhandelsfinanzierung eingesetzt werden, weil dort der Abschluss eines Geschäfts viele verschiedene Schritte und Akteure involviert. Mit der neuen Technologie werden die Dokumente ohne grossen administrativen Aufwand für alle Beteiligten jederzeit zugänglich.

Drittens eröffnen sich dem Vermögensverwaltungsgeschäft neue Geschäftsmodelle und Kundensegmente, zum Beispiel bei der Verwahrung der Private Keys, die als Zugangsschlüssel zu jedem DLT-System dienen.

In der Schweiz wurde in all diesen Bereichen bereits wertvolle Aufbauarbeit geleistet. Nach der Pionierzeit steht nun aber der nächste Entwicklungsschritt an. Es gilt, den Wandel weg vom vielzitierten «Krypto-Valley» hin zu einer «DLT-Nation» zu meistern.

Der Weg zur DLT-Nation
Der Schweizer Finanzplatz ist auf optimale Rahmenbedingungen angewiesen, um sich im Bereich DLT zu behaupten. Grundsätzlich besteht in folgenden Feldern Handlungsbedarf:

Regulierung: Eine wesentliche Herausforderung liegt darin, die Balance zwischen Rechtssicherheit und schlanker Regulierung zu finden. Gesetzesanpassungen sind grundsätzlich nur dort vorzunehmen, wo die DLT-Kompatibilität im heutigen Rechtsrahmen nicht gegeben ist - dort aber möglichst bald.

Es gilt also, die Regulierung technologieneutral auszugestalten. Wo möglich und sinnvoll sollte die Finma zudem das Potenzial von Regtech stärker ausschöpfen, indem sie maschinenlesbare Regulierung zur Verfügung stellt.

Spannungsfeld Staat - Privatwirtschaft: Es würde dem tokenisierten Wertschriftenhandel dienen, wenn die Nationalbank zusammen mit wichtigen Branchenakteuren die Entwicklung eines Franken-Tokens vorantrie Grossen Modernisierungsbedarf gibt es auch an den Schnittstellen des öffentlichen Sektors zur Privatwirtschaft, z.B. bei der e-ID oder dem Grundbuch.

Aussenbeziehungen: Die Schweizer Finanzindustrie ist traditionell international ausgerichtet, wobei der globale Wettbewerbsdruck auch im Bereich DLT steigt. Der Arbeitsmarkt muss für ausländische Fachkräfte offen und attraktiv bleiben. Dies gilt in besonderem Masse für Absolventen von Schweizer Hochschulen aus Drittstaaten, für die heute ein viel zu kleines Kontingent vorhanden ist.


Medienkontakt:
Verena Parzer-Epp
Telefon: +41 (0)44 445 90 16
verena.parzer-epp@avenir-suisse.ch

--- ENDE Pressemitteilung Avenir Suisse: Blockchain nach dem Hype. Eine Chance für den Schweizer Finanzplatz ---

Über Avenir Suisse:
Avenir Suisse entwickelt Ideen für die Zukunft der Schweiz. Der Think-Tank identifiziert relevante Themen, weist frühzeitig auf Handlungsbedarf hin und erarbeitet Lösungsvorschläge.

Die Ideen von Avenir Suisse sollen in Politik und Gesellschaft den Boden für zukünftige Reformen bereiten. Dreh- und Angelpunkt der Arbeit von Avenir Suisse ist die langfristige Erhaltung und Weiterentwicklung der Prosperität der Schweiz.

Avenir Suisse entwickelt mit einem eigenen Research-Team im Austausch mit Forschungsinstitutionen aus dem In- und Ausland wissenschaftliche, primär ökonomisch fundierte Reformvorschläge.

Besondere Anliegen von Avenir Suisse sind der offene Diskurs mit Politik und Wirtschaft sowie die verständliche und zielgruppenorientierte Kommunikation der Forschungsergebnisse.

Quelle:
HELP.ch


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