Verbindung der Schweizer Ärztinnen und Ärzte: Entscheide aus der Delegiertenversammlung der FMH

24.01.2019 | von FMH Verbindung der Schweizer Ärztinnen und Ärzte


FMH Verbindung der Schweizer Ärztinnen und Ärzte

24.01.2019, Die Delegiertenversammlung hat heute verschiedene wichtige politische Entscheide gefällt. Zur Initiative der SP «10% des Haushaltseinkommens für die Krankenkassenprämien sind genug» hat die Delegiertenversammlung Stimmfreigabe beschlossen. Hingegen spricht sich die FMH gegen die von der CVP lancierte Initiative «Für tiefere Prämien - Kostenbremse im Gesundheitswesen» aus. Resultat wären aus Sicht der FMH nicht tiefere Kosten, sondern Wartezeiten für die Patientinnen und Patienten, Rationierung von Leistungen und eine Zweiklassenmedizin. Zudem empfiehlt die Delegiertenversammlung die Aufnahme der SAMW-Richtlinie «Urteilsfähigkeit in der medizinischen Praxis» in die Standesordnung der FMH.

Die Stärken des Schweizer Gesundheitssystems sind der ungehinderte Zugang zu medizinischen Leistungen und hohe Qualität der Gesundheitsversorgung mit gut vernetzter interprofessioneller Zusammenarbeit, kurzen Wartezeiten und hohen Behandlungserfolgen.

Das beweisen internationale Rankings. Politisch auferlegte Kostendeckel gefährden dieses System.

Wichtige politische Entscheide
Das hochstehende Schweizer Gesundheitssystem hat seinen Preis und gewiss sind Effizienzsteigerungen notwendig und möglich. Doch ein Globalbudget, wie es die CVP mit ihrer Initiative verlangt, ist hierzu der falsche Weg. Bei einem gedeckelten Budget ist es nicht möglich, alle Leistungen gegenüber allen Patientinnen und Patienten zu erbringen. Wenn das Budget aufgebraucht ist, werden Leistungen zeitlich hinausgeschoben (Wartezeiten) oder vorenthalten.

Dies bedeutet verdeckte Rationierung von medizinischen Leistungen. Es resultieren höhere Folgekosten und eine Zweiklassenmedizin, denn wer sich eine Behandlung dennoch leisten will, wird diese über Zusatzversicherungen erhalten. Auch die Initiative der SP «10% des Haushaltseinkommens für die Krankenkassenprämien sind genug» führt ein Globalbudget ein.

Allerdings sieht die Initiative die Lösung bei Erreichung des Kostendeckels bei einer stärkeren Finanzierung über die öffentliche Hand beziehungsweise die Kantone. Zur SP-Initiative hat die Delegiertenversammlung Stimmfreigabe beschlossen.

Diverse gesundheitspolitische Herausforderungen für die Ärzteschaft stehen also bevor. In diesem Zusammenhang hat sich die FMH entschieden, ihre Aktivitäten im Bereich Public Affairs zu verstärken. Dafür verpflichtet sie mit Bruno Henggi einen erfahrenen und bestens vernetzten Public Affairs Verantwortlichen.

Bruno Henggi stösst nach 11-jähriger Tätigkeit bei seinem aktuellen Arbeitgeber Interpharma, dem Verband der forschenden Pharmaindustrie, auf den 1. Mai 2019 zur FMH. Bei seinem aktuellen Arbeitgeber zeichnete er als Leiter Public Affairs verantwortlich und war Mitglied der Geschäftsleitung.

SAMW-Richtlinie «Urteilsfähigkeit in der medizinischen Praxis»
Die Schweizerische Akademie der Medizinischen Wissenschaften SAMW hat eine neue Richtlinie «Urteilsfähigkeit in der medizinischen Praxis» geschaffen. Diese Richtlinie soll Ärztinnen und Ärzte bei der Evaluation der Urteilsfähigkeit ihrer Patientinnen und Patienten unterstützen, wenn Zweifel an deren Urteilsfähigkeit bestehen.

Die Richtlinie schafft damit eine Anleitung für den ärztlichen Alltag und bezieht sich auf verschiedene Behandlungssituationen. Zudem wird ein Formular geschaffen, mit welchem die Ärztinnen und Ärzte die Dokumentation sicherstellen können.

Die Delegiertenversammlung hat beschlossen, der Ärztekammer die Übernahme der SAMW-Richtlinie «Urteilsfähigkeit in der medizinischen Praxis» in die Standesordnung zu empfehlen.


Medienkontakt:
Charlotte Schweizer
Tel. 031 359 11 50
E-Mail: kommunikation@fmh.ch

Über FMH Verbindung der Schweizer Ärztinnen und Ärzte:
Die FMH ist der Berufsverband der Schweizer Ärzteschaft und die Dachorganisation der kantonalen und fachspezifischen Ärztegesellschaften. Ihr gehören über 36'000 Mitglieder an –was gut 95% der berufstätigen Ärztinnen und Ärzten der Schweiz entspricht.

Als zentrale Akteurin im Gesundheitswesen setzt sich die FMH für ein qualitativ hochstehendes und finanzierbares Gesundheitssystem ein, auf das sich die Bevölkerung der Schweiz heute und auch in Zukunft verlassen kann. Sie engagiert sich auf politischer Ebene für eine nachhaltige medizinische Versorgung, die sich durch Qualität und Wirtschaftlichkeit auszeichnet. Und sie vertritt als Standesorganisation die Interessen ihrer Mitglieder gegenüber Behörden und Öffentlichkeit.

Das Tätigkeitsspektrum der FMH ist breit, es trägt den Bedürfnissen des gesamten Berufstands Rechnung. Zu den wichtigsten Aufgaben zählen das Reglementieren und Überwachen der ärztlichen Weiterbildung – die FMH hat dafür das Schweizerische Institut für ärztliche Weiterbildung und Fortbildung SIWF geschaffen. Als Berufsverband beteiligt sich die FMH auch massgeblich an der Gestaltung und Pflege der Tarifstrukturen, erarbeitet wichtige Grundlagen in der Versorgungsforschung und übernimmt eine proaktive Rolle in der medizinischen Qualitätssicherung. Sie engagiert sich zudem stark im Bereich der Prävention und der Gesundheitsförderung.


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