Internetnutzung in den Haushalten 2017: Die Internetnutzung der Schweizer Bevölkerung nimmt zu


Bundesamt für Statistik BFS

21.11.2017, Im ersten Quartal 2017 surften 90 Prozent der erwachsenen Personen in der Schweiz im Internet. Bei der letzten Erhebung 2014 waren es noch 84 Prozent gewesen. Besonders stark zugenommen hat die Internetnutzung bei den Personen ab 65 Jahren. Gleichzeitig ist auch die insgesamt von allen Nutzerinnen und Nutzern im Internet verbrachte Zeit deutlich gestiegen. Dies sind einige Ergebnisse der Erhebung des Bundesamts für Statistik (BFS) zur Internetnutzung in den Haushalten.

2017 verfügten knapp neun von zehn Haushalten in der Schweiz über einen Internetzugang am Wohnort. Der Anteil der ans Internet angeschlossenen Haushalte ist in den verschiedenen Regionen der Schweiz ähnlich hoch. Einzige Ausnahme bildet das Tessin, das wie schon in früheren Erhebungen mit acht von zehn Haushalten mit Internetanschluss etwas zurückliegt.

Immer mehr Zugangsmedien und häufigere Nutzung
Seit dem Aufkommen von Smartphones und Tablets hat sich die mobile Internetnutzung ebenso stark entwickelt wie der fest installierte Internetanschluss in den Haushalten. Der Anteil der Haushalte mit mobilem Internetzugang ist von 60 Prozent im Jahr 2014 auf 78 Prozent im Jahr 2017 angestiegen. Lediglich 8 Prozent der 2017 mit dem Internet verbundenen Haushalte verfügten am Wohnort nur über einen einzigen Internetzugang, 2014 waren es 13 Prozent. Dadurch erhöhten sich sowohl die Häufigkeit als auch die Dauer der Internetnutzung. 2017 gaben 85 Prozent der Befragten an, das Internet am Vortag genutzt zu haben, gegenüber 75 Prozent im Jahr 2014. Auch die Anzahl der verschiedenen Online- Aktivitäten und die im Internet verbrachte Zeit haben zugenommen.

Internetaffine Seniorinnen und Senioren
Fast die gesamte Schweizer Bevölkerung zwischen 15 und 54 Jahren hat einen Internetzugang (je nach Alterskategorie zwischen 99 Prozent und 96 Prozent). Diese Anteile haben sich seit 2014 kaum verändert, hier ist die Sättigungsgrenze erreicht. Bei den Personen im Alter von 55 bis 64 Jahren ist hingegen eine deutliche Zunahme zu verzeichnen. Heute nutzen 91 Prozent von ihnen das Internet, gegenüber 80 Prozent drei Jahre zuvor. Noch markanter ist der Anstieg bei den 65- bis 74-Jährigen, von denen heute 77 Prozent im Internet surfen; 2014 waren es erst 62 Prozent. Schliesslich nutzt auch knapp die Hälfte (45%) der Personen ab 75 Jahren das Internet (+ 20 Prozentpunkte gegenüber der letzten Erhebung).

Vermehrter Konsum über das Internet
Online-Einkäufe nehmen weiter zu Die alltägliche Internetnutzung bewirkt seit mehreren Jahren eine Verschiebung der Kaufgewohnheiten. 2017 haben zwei Drittel der Schweizer Bevölkerung in den vergangenen drei Monaten mindestens einen Einkauf im Internet getätigt (gegenüber 56% im Jahr 2014).

Ein Viertel der Schweizer Bevölkerung beteiligt sich an der «Sharing Economy» In der Sharing Economy wird ein Gut geteilt bzw. gemeinsam konsumiert. Eine Privatperson, die ein Gut besitzt, vermietet dieses über das Internet an andere Privatpersonen. Mehr als ein Viertel der Bevölkerung macht von dieser Konsumart Gebrauch. Für den Personentransport haben 8 Prozent der Bevölkerung eine spezialisierte App und 11 Prozent eine nicht spezialisierte App oder Internetseite (zum Beispiel ein soziales Netzwerk) genutzt. In den Bereichen Beherbergung und Transport wird die Sharing Economy hauptsächlich von jüngeren Menschen genutzt. Die grosse Mehrheit der Nutzerinnen und Nutzer ist zwischen 15 und 44 Jahre alt.

Herunterladen über Peer-to-Peer-Netzwerke weniger beliebt Der Anteil der Personen, die Filme und Musik über spezialisierte Plattformen herunterladen, ist zwischen 2014 und 2017 für Musik von 42 Prozent auf 48 Prozent und für Filme und Videos von 50 Prozent auf 58 Prozent angestiegen. Gleichzeitig ist beim Austausch von Musik und Filmen zwischen Privatpersonen über Peer-to-Peer- Netzwerke (P2P) der Anteil bei 16 Prozent verharrt.

Oft ignorierte Sicherheitsproblematik
Knapp ein Drittel der Internetnutzerinnen und -nutzer gab an, dass sie keine Sicherheitssoftware verwenden oder nicht wissen, ob sie überhaupt eine Sicherheitssoftware haben. Dieser Anteil ist seit 2010 kontinuierlich gewachsen, was beunruhigend erscheinen mag. Paradoxerweise sind jedoch die Sicherheitsprobleme, die beispielsweise durch Viren verursacht werden, seltener geworden.

Diese Entwicklung ist auf zwei Faktoren zurückzuführen. Einerseits werden Sicherheitsaufgaben von den Nutzerinnen und Nutzern seit 2010 vermehrt an andere delegiert. 2017 gaben 12 Prozent der Befragten an, dass sich im gleichen Haushalt lebende Personen um Sicherheitsaufgaben kümmern. Andererseits spielt die automatische Installation und Verwaltung von Sicherheitssoftware auf Computern einer Rolle, deren Existenz und Funktionsweise den Nutzerinnen und Nutzer manchmal schlicht nicht bekannt ist.

Trotzdem ist angesichts der raschen Zunahme der Internetrisiken in den vergangenen Jahren festzustellen, dass sich die Informatikkompetenz der Internetnutzerinnen und -nutzer langsamer entwickelt als die allgemeine Internetnutzung.








Medienkontakt:
Pierre Sollberger, BFS
Sektion Wirtschaftsstruktur und -analysen
Tel.: 058 463 68 65
E-Mail: Pierre.Sollberger@bfs.admin.ch

Yves Froidevaux, BFS
Sektion Wirtschaftsstruktur und -analysen
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