"Elf Jahre Krieg und die ständigen Bombardierungen und Granatenbeschüsse in bewohnten Gebieten hatten entsetzliche humanitäre Auswirkungen auf die Zivilbevölkerung", erklärt Daniel Suda-Lang, Geschäftsleiter von Handicap International Schweiz. "Wir unterstützen Syrer:innen, die alles verloren haben, und jetzt in Jordanien, im Libanon, im Irak oder in Ägypten leben, um ihnen überlebenswichtige humanitäre Hilfe zukommen zu lassen."
Daniel Suda-Lang, Geschäftsleiter von Handicap International in der Schweiz, steht für Interviews auf Deutsch und Französisch zur Verfügung.
Der Syrienkonflikt in Zahlen
- 14 Millionen Menschen in Syrien benötigen humanitäre Hilfe - das ist ein Anstieg von 20 % im Vergleich zum Vorjahr. Die Gewährleistung des Zugangs zu grundlegenden Dienstleistungen (Gesundheit, Ernährung, Trinkwasser, Unterkünfte usw.) hat weiterhin höchste Priorität.
- 6,7 Millionen Menschen wurden zu Binnenvertriebenen - viele von ihnen mehrfach. Das ist die grösste Zahl an Binnenvertriebenen weltweit.
- 30 % der Bevölkerung über 12 Jahre lebt mit einer Behinderung.
- 5,7 Millionen Syrer:innen sind in die Nachbarländer geflüchtet und stark auf humanitäre Hilfe angewiesen.
Im Jahr 2021 wurden 42 Angriffe auf humanitäre Helfer:innen registriert; mehr als ein Drittel von ihnen wurde getötet. - Bis Dezember 2021 wurden fast 200'000 Covid-19-Fälle und 6666 pandemiebedingte Todesfälle registriert - die tatsächlichen Zahlen dürften weitaus höher liegen.
- Nur die Hälfte der Spitäler und wichtigsten Gesundheitszentren in Syrien sind voll funktionsfähig.
- Grosse Städte wie Raqqa, Aleppo und Homs wurden durch den massiven und intensiven Einsatz von Explosivwaffen weitgehend zerstört. Die Stadt Raqqa wurde 2017 zu 80 % zerstört.
- 11,5 Millionen Menschen leben derzeit in Gebieten, die mit Sprengkörpern verseucht sind. Das Ausmass der Verseuchung durch explosive Kriegsreste in Syrien ist in der gesamten Geschichte der Minenräumung beispiellos. Es wird mehrere Generationen dauern, um Syrien wieder sicher zu machen.
Als direkte Zeugin dieser menschlichen Tragödien setzt sich Handicap International gemeinsam mit zahlreichen weiteren humanitären Organisationen seit mehr als sechs Jahren für einen diplomatischen Prozess ein, der den Einsatz von schweren Explosivwaffen in bevölkerten Gebieten verbieten soll. Die dritte und letzte Verhandlungsrunde findet in Kürze statt.
"In der nächsten Verhandlungsrunde müssen wir sicherstellen, dass der Wortlaut der Erklärung klar und deutlich ist und echte Auswirkungen auf den Schutz der Zivilbevölkerung in Konfliktsituationen haben wird. Das Verbot von schweren Explosivwaffen in Wohngebieten muss zu einer internationalen Norm werden. Es wird dazu beitragen, schwere humanitäre Krisen vorzubeugen oder zu vermeiden", sagt Daniel Suda-Lang, Geschäftsleiter von Handicap International Schweiz.
Daniel Suda-Lang, Geschäftsleiter von Handicap International in der Schweiz, steht für Interviews auf Deutsch und Französisch zur Verfügung.
Pressekontakt:
Pauline Wilhelm
Handicap International Schweiz
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