Chancen trotz schwierigerem Umfeld Das wirtschaftliche Umfeld hat sich im 3. Quartal 2008 unter dem Einfluss der anhaltenden Finanzkrise weiter abgekühlt. Von dieser Entwicklung betroffen ist Mikron in erster Linie im Marktsegment Automotive, wo im vergangenen Jahr 41 % des Umsatzes grösstenteils mit Zulieferfirmen aus Deutschland erzielt wurden. Investitionsvorhaben einzelner Kunden werden häufiger aufgeschoben. Teilweise wurden ganze Produktionseinheiten zumindest vorübergehend stillgelegt. Zum heutigen Zeitpunkt lässt sich noch nicht beurteilen, ob es sich dabei um eine Überreaktion handelt.
Trotz schwierigerem Umfeld wirken sich derzeit zwei Tatsachen begünstigend für Mikron aus: Zum einen hat Mikron eine führende Position im Bereich von zukünftigen Kraftstoffeinspritz-Technologien, einem bisher noch weniger stark betroffenen Teil der Automobilzulieferindustrie. Zum anderen gelang es, in den vergangenen Jahren alternative Marktsegmente zu erschliessen. Dadurch wurde die Abhängigkeit von der Automobilindustrie insgesamt verringert, ohne dass dieses Segment für Mikron an Bedeutung verlor. Im zweitgrössten von Mikron bedienten Marktsegment „Medical/Personal Care“, wo im vergangenen Jahr 19 % des Umsatzes erzielt wurden, ist die Zurückhaltung weniger spürbar.
Bestellungsrückgang erwartet Für die ersten neun Monate des laufenden Geschäftsjahres wurde ein Bestellungseingang von CHF 193.3 Mio. verbucht. Das um -23.4% tiefere Volumen ist nur teilweise auf die Auswirkungen der Finanzkrise zurückzuführen. Vielmehr lagen die Vergleichswerte in der Vorjahresperiode auf einem ausserordentlich hohen Niveau. Ein Rückgang wurde dementsprechend erwartet.
Weiterhin gutes Niveau beim Umsatz Das Umsatzvolumen von CHF 205.7 Mio. (+9.2%) befand sich auf einem guten Niveau, erfüllte die Erwartungen aber nicht. Der im 3. Quartal rückläufige Bestellungseingang im kurzfristigeren Geschäft mit Service und Schneidwerkzeugen belastete den Umsatz. An den meisten Produktionsstandorten ist die Auslastung weiterhin genügend.
Ausblick Mit Blick auf derzeit noch offene Kundenprojekte ist die Mikron Gruppe für das 4. Quartal zuversichtlich. Gerechnet wird mit einem Bestell- und Umsatzvolumen auf dem Niveau der ersten neun Monate. Die gegenwärtige Entwicklung erfordert eine aufmerksame und laufende Beurteilung der Situation. Voraussichtlich müssen punktuell die Kapazitäten angepasst werden.
Korrektur der Ergebniserwartungen Bereits heute lässt sich hingegen sagen, dass die angestrebte Steigerung des Ergebnisses nicht erreicht wird. Die Mikron Gruppe erwartet für das Geschäftsjahr 2008 ein Betriebsergebnis (EBIT) unter dem Vorjahr.
Verschiedene Gründe sind dafür ausschlaggebend: Der Verlust der im letzten Jahr akquirierten Gesellschaften Namco (Schweiz) und Integral Systems (Singapur) wird bis zum Jahresende, trotz deutlicher Verbesserung des Geschäftsgangs im zweiten Halbjahr, zirka CHF 2.5 Mio. betragen. Davon wurde der grösste Teil bereits im ersten Halbjahr ausgewiesen. Hinzu kommen grössere ausserordentliche Aufwendungen im Rahmen von zwei Aufträgen. Erschwerend für das Erreichen einer Ergebnisverbesserung wirkt sich auch das aktuelle wirtschaftliche Umfeld aus.



